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Einwurf 39: Superkunstmusik

14.03.2018

Ich habe mich gerade durch das «Pop-Musik-Schlachtross» von Diedrich Diederichsen gekämpft. Der Wille des Autors, die Pop-Musik als Superkunst zu verklären, ist unübersehbar. Allein schon von der «theoretischen Einbettung» her ist alles da, was zählt: Bach, Beethoven, Wagner, Boulez, Stockhausen, Cage, John Coltrane, Miles Davis, Kant, Hegel, Adorno, Foucault, Derrida, Bourdieu, Luhmann….

 

Aber im Kern der Sache setzt Diederichsen konsequent auf die Falschen, nämlich nicht auf die «Kunstrocker», sondern auf die «Dreckrocker». D.h. «seine» Pop-Musik ist gerade deshalb eine Superkunst, weil sie sich nicht mit hergebrachten Superkünsten misst. Nur: Aus Dreck wird nie Gold, auch wenn der Dreck interessante Hintergründe und Erklärungen hat und spontan fasziniert.

 

Diederichsens wohl vergebliches Bemühen erinnert mich an jenes der klassischen Musiker, der atonalen Postmoderne eine olympische Position zu verschaffen. Auch das hat nichts gebracht. Hässliche Töne mögen intellektuell vielleicht interessant sein, aber das ist es dann auch schon.   

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