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Einwurf 51: Reformenhasser

04.05.2018

Bald ist auch die diesjährige schwarze Generalversammlungswelle wieder vorüber. Schwarz deshalb, weil so schwarz wie die «hohen Tiere» an eine an GV gehen, geht heute kaum mehr einer an eine Beerdigung.

 

Die Abzocker in den Geschäftsleitungen und zum Teil auch in den Verwaltungsräten sind mittlerweile wieder hoch im Kurs. Das Jahr 2017 hat satte Gewinne gebracht, zwar nicht wegen individueller Höchstleistungen, sondern weil das «Umfeld» halt einfach «günstig» war. So liegt dann rasch einmal eine halbe Million für irgendeinen simplen Buchhalter drin, der sich CFO nennt. Aber der hat schliesslich ja auch eine viel grössere Verantwortung als ein Sekundarschullehrer, geschweige denn ein Bundesrat….

 

Ich lehne jeweils alle variablen Vergütungen stur ab. Damit bin ich zwar ziemlich allein, aber das ist mir egal. Ich bemühe mich auch nicht darum, die «Vergütungsmodelle» zu verstehen. Die sind ja so kompliziert, dass die Profiteure selber sie nicht verstehen und erst recht nicht erklären können.

 

Ja klar, die Welt ist eben ungerecht. Es gibt auch kein «Ethik-Gen». Dafür las ich kürzlich von einer norwegischen Studie, welche die grössten Egoisten weltweit unter kleinen Kindern und BWL-Studenten verortet hat. Mit anderen Worten: Wer BWL studiert, will nicht erwachsen werden. Idealerweise sind die BWL-Studenten dann gerade auch noch Amerikaner oder Australier.

 

Das passt zu den raffgierigen «Vergütungsmodellen» und erklärt auch den an sich völlig undynamischen, innovationsfeindlichen Widerstand von Spitzenmanagern gegen alle «nicht-technischen» Reformen. Diese Leute sind rein machterhaltungsgetrieben, und von daher unterscheiden sie sich auch nicht von politischen Tyrannen. Die Devise ist «Nach mir die Sintflut», also bitte keine Umweltstandards, keine Menschenrechte, keine Gleichstellung, keine Lohngleichheit, keine vernünftigen Fixlöhne, keine gesellschaftlichen Reformen gleich welcher Art, am liebsten überhaupt nichts.

 

Warum investiere ich eigentlich noch in derart undynamische Firmen und warum kaufe ich denen noch ihr Zeug ab? Nun ja, man boykottiert den einen oder den anderen, aber es können und wollen schliesslich nicht alle auf Diogenes machen. Das wäre übrigens auch gar nicht «evolutionsgerecht». Herr Rosling schreibt, trotz allen Übel(täter)n werde die Welt mit der Zeit eben doch immer besser. (Hans Rosling: «Factfulness: Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist») Die Frage ist also höchstens, wie stark oder schwach ein real bereits existierender Gutmensch von ihm nun «getröstet» wird.

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