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Einwurf 99: Handyschulen

14.01.2019

Für grosse Reformen braucht es bekanntlich immer mehrere Anläufe, weil es sich die Ewiggestrigen zur Gewohnheit gemacht haben, bei deren Einführung den Weltuntergang heraufzubeschwören. Sie machen das vor allem, wenn Finanz-, Umwelt- und Menschenrechtsthemen zur Diskussion stehen. Die Menschheit würde hoffnungslos verhungern, sagen sie dann. Aber das ist entweder dumm oder frech oder beides zusammen. Sie sagen das nämlich wider besseres Wissen, denn mittlerweile steht fest, dass die grossen Reformen, wenn sie sich zwangsläufig doch einmal durchsetzen, ziemlich genau das Gegenteil eines Weltuntergangs bewirken (siehe AHV, Alpentransit, Bankgeheimnis usw.). Man müsste die notorischen Reformgegner daher eigentlich wegen Friedens- und Wohlstandsverhinderung vor die Gerichte zerren.

 

Die gleichen Kreise sind dafür sehr wohl fähig, «Reformen» zu propagieren, die gar keine sind. Es handelt sich vielmehr um gigantische Fehlinvestitionen. Ein Beispiel dafür sind die «Handyschulen», vor allem für die Dritte Welt. Die Idee ist, dass die kleinen Knirpse dort nicht mehr ins Schulzimmer marschieren müssen, um langweiligen Frontalunterricht über sich ergehen zu lassen, sondern irgendwo mehr oder weniger «angeleitet» an ihren Smartphones herumfummeln, um sich auf diese Weise zu intellektuellen Höchstleistungen emporzuschwingen.

 

Für die Brillenindustrie ist das paradiesisch, denn so braucht jeder Knirps spätestens mit 10 Jahren einen Nasentöff. Auch die anderen Ärzte und die Spitäler können sich freuen: Die körperliche Bewegung hin zur Schule und zurück nach Hause fällt weg, sportliche Aktivitäten mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit auch, und vom Elektrosmog reden wir da erst gar nicht. Das grosse Geschäft machen dafür wieder einmal die IT-Konzerne, als ob sie nicht jetzt schon gemeingefährlich reich wären. Auch deren Kundschaft ist begeistert, denn so kriegt sie noch mehr Daten für massgeschneiderte Werbung, und wenn die Jugendlichen im Gymnasium oder in der Berufsschule «kritisch» werden (sofern das dann überhaupt noch geht), sind die Geheimdienste zur Stelle. Mit ähnlichen Algorithmen operieren schliesslich auch private organisierte Verbrecher, wenn sie «formbare» Täter fischen und unbequemes «Menschenmaterial» ins Fadenkreuz nehmen.  

 

Von Fehlinvestitionen im engen Sinn sprechen wir deshalb, weil wir uns an das Schulfernsehen und die Sprachlabore erinnern. Damals hiess es, das sei Pädagogik vom Feinsten, und man hat auf Teufel komm raus angeschafft und eingerichtet. Aber die Berge haben zuerst Mäuse geboren und bald einmal überhaupt nichts mehr. Warum? Weil die sich selber überlassenen Schüler entweder auf ihren Pulten und in ihren Käfigen eingeschlafen sind oder irgendetwas gemacht haben, nur nicht gelernt. Mit den Smartphones wird genau das ebenfalls eintreffen, mit diesen erst recht, denn statt «nicht lernen» kann man damit sogar «jeden Scheiss» lernen, nicht nur auf Facebook und Twitter.

 

Abgesehen davon erringt man in der «Handyschule» auch existenziell wichtige Kompetenzen nicht, etwa die Verhandlungskompetenz oder die Sozialkompetenz ganz generell. Dafür braucht es reale Lerngruppen oder eben -klassen; die «Technologie» schafft das nicht. Das heisst nicht, dass das Internet in der Schule nichts zu suchen hat, im Gegenteil: Die Schule muss die Kinder in die «digitale Welt» einschleusen. Das kann aber nur über straff geführte, gezielte Einsätze und Aufträge im Rahmen einer soliden «physischen» Gemeinschaft geschehen. Alles andere macht hypernervös und führt in die Halt- und Orientierungslosigkeit, in den wilden Westen und in den Terrorismus. Damit werden Frieden und Wohlstand nicht nur verhindert, sondern zerstört. Wenn schon Weltuntergang, dann so und hier.                  

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