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Einwurf 138: Verbal-visuelle Diarrhö

08.08.2019

Es gibt Leute, die monopolisieren jedes Gespräch. Denen können Sie eine kleine Frage stellen und dann ziehen sie los, als müssten sie uns die Geschichte der Menschheit erzählen. Atemlos, ohne Punkt und Komma und vor allem ohne Ende. Auch wenn man sie unterbricht («Will noch jemand ein wenig Salat?»), tun sie nichts dergleichen. Es ist ihnen sogar egal, wenn man ein Parallelgespräch anzettelt; sie hören gar nicht zu. Gegenfragen stellen sie nie, «Hin-und-her» ist unerwünscht, der Monolog ist das Mass aller Dinge. Schnorren, schnorren, schnorren.  

 

Seit es die Smartphones gibt, haben es die «Monologisten» zwar nicht mehr ganz so einfach. Sie können ja nicht endlose Texte herumschicken. Erstens ist ihr Deutsch viel zu schlecht dafür und zweitens liest das eh keiner. Also stellen sie um. Sie teilen ihre Diarrhö in kleine Portionen auf und spedieren die in verschiedene Kanäle. Auf diese Weise ist auch im Internet das Perpetuum mobile gesichert. Denn eine wenn auch so debile Antwort kommt immer, und dann ist bereits die nächste Portion fällig.

 

Kein Wunder, machen die Leute rund um die Uhr an ihrem Handy herum. Statt dieses abzustellen und ein «gutes Buch» zu lesen, jagen sie eine banale Scheisse nach der anderen durch das Netz: Mit Bildlilawinen garniert, in einen heftigen Wutbürger-Shitstorm integriert oder als simpler traditioneller Waschweiberklatsch. Dann ist die verbal-visuelle Diarrhö perfekt.

     

Klar führt diese Diarrhö auf die Dauer zu Erschöpfung und Verblödung. Aber die Leute haben das gern, und wenn einer wie Steve Jobs selig als Weltführer kandidieren könnte, hätte er sicher eine grössere Mehrheit hinter sich als Adolf Hitler damals gegen den Völkerbund.   

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