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Einwurf 186: Die Schwarzen Radaubrüder

13.12.2019

Unlängst sind die bekannten SVP-Politiker Köppel und Mörgeli in einem Restaurant mit Milchshake abgewaschen worden. Das ist natürlich eine Sauerei, die man niemandem gönnt. Grosse Entrüstung allerseits, man verurteilt wie üblich «aufs Schärfste». Auch wir haben kein Verständnis für solche Sachen, sehr wohl aber Erklärungen. (Das ist nicht dasselbe; das schrieben wir schon nach dem 11.09.2001 und wiederholt im Zusammenhang mit den von den Neofaschisten erfundenen und geschürten «Ängsten in der Bevölkerung».)  

 

Die Kernfragen sind: «Wer geht gegen wen vor?», «Wer hat provoziert und wer hat reagiert?» und vor allem «Wo liegen die Gründe dafür?» Nach unserem Wissensstand lassen die Radaubrüder des Schwarzen Blocks hilflose Behinderte, alte Frauen, kleine Kinder und kranke Tiere in Ruhe und stürzen sich primär auf rücksichtslose Machthaber, deren «Vollstrecker» (siehe oben) und deren Besitz. Also auf Personen, welche für die Umweltzerstörung, den Neofaschismus, die Raffgier, Allianzen mit Mördern usw. mitverantwortlich sind. Man kennt die Radaubrüder vom 1. Mai, vom WEF, als Pneustecher, als Fassadenverschmierer usw. Ihre Ziele sind nicht Herr X und Herr Y als solche, sondern Herr X und Herr Y als Vertreter von widerlichen Systemen (oder Subsystemen). Diese Systeme gibt es sehr wohl, darüber herrscht kein Zweifel. Jeder Staat und jede grössere Firma würden sofort zusammenklappen, wenn sie nicht nach bestimmten Organisationssystemen funktionieren könnten. Auch kann man nicht von systematischer Überwachung in China reden und gleichzeitig trotz Snowden immer noch so tun, als gebe es bei uns und vor allem in den «freiheitlichen» USA überhaupt nichts Derartiges. Köppel und Mörgeli wissen ebenfalls ganz genau, dass sie einer neofaschistischen «Systempartei» angehören, nur sind sie natürlich nicht so dumm, dass sie das offen zugeben. Aber Leute wie sie vertreten die Anliegen von Diktatoren und von deren Profiteuren, der Schwarze Block hingegen jene der Ohnmächtigen.

 

Eine andere Frage ist natürlich die, ob der «Hooliganismus» des Schwarzen Blocks den chronischen Verlierern überhaupt etwas nützt. Ist so etwas nicht völlig «kontraproduktiv»? Auf den ersten Blick wohl schon, weder zielführend und vertrauenserweckend. Aber wenn sich die Anschläge in einen Megatrend mit solidarischer Zielsetzung einordnen lassen, dann trifft das nicht unbedingt zu. Abgesehen davon reden eh bloss diejenigen von «kontraproduktiv», von «Eigenverantwortung» und von «Linksfaschismus», welche auf ihrem Besitzstand hocken und diesen noch erweitern wollen. Da lassen wir uns nicht mehr über den Tisch ziehen.

 

Selbstverständlich sind passiver Widerstand und ziviler Ungehorsam immer besser als Gewaltausübung. Aber seien wir realistisch: Diese auch organisatorisch äusserst anspruchsvolle Gelassenheit ist nicht allen gegeben. Wenn immer mehr Leute das Gefühl haben, man komme mit der Vernunft und mit Verhandlungen nicht mehr vorwärts? Wenn die Macht konstant abweisend ist, auf später vertröstet, offenkundig nötige Reformen verschleppt oder gar in Abrede stellt, die jungen Leute nicht ernst nimmt («Gretahype», «Carolaspleen»), ihnen Naivität und Neid oder gleich beides zusammen vorwirft? Dann ist die Arroganz der Macht ihrerseits so wenig zielführend und vertrauenserweckend, dass die Geduld aufhört und der Terror des «gerechten Verteidigungskriegs» beginnt. (Eigentlich müssten das vor allem jene unterschreiben, welche die Schlachten von Morgarten, Sempach, Murten und Co. über den grünen Klee feiern. Wenn die alten Eidgenossen dort keine Schwarzen Blöcke waren, wer dann sonst?)

 

Wir sind noch nicht bei diesen neuen «gerechten Verteidigungskriegen». Aber sie scheinen sich langsam wieder zusammenzubrauen. Was tun? Ganz einfach: Den Tatbeweis der ökologischen, sozialen und kulturellen Verantwortung liefern, und das natürlich nicht bloss mit «Charity», sondern mit System, etwa mit dem System Bundesverfassung. Dann können Köppel und Mörgeli auch wieder ungestört ihren braunen Dreck hinauslassen. Er wird so irrelevant sein, dass sich garantiert kein einziger Schwarzer Block mehr dafür interessiert. Die Randalierer lösen sich vielmehr in Luft auf und der Milchshake wird wieder anständig getrunken, statt dass man ihn wütend im Restaurant herumspritzt. Amen.  

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