Einwurf 195: Das Vierte Reich

07.01.2020

 

Die aktuelle Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran ist nicht lustig. Aber sie hat immerhin den Vorteil, dass man wieder einmal klar erkennt, wo sich das Herz des Neofaschismus befindet, nämlich nicht in der ehemaligen DDR und auch nicht in Budapest, sondern im Weissen Haus.

 

Das Vierte Reich, das sind die USA. Den Genozid an den Indianern kennen wir schon lange, die Sauerei mit den afrikanischen Sklaven auch. Die Massenhinrichtung von rund 500'000 Irakern im Jahr 2003 konnten sie vorläufig noch vom kollektiven Bewusstsein fernhalten, und auch die beiden über Japan abgeworfenen Atombomben gelten immer noch nicht als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Aber das wird sich möglicherweise rasch ändern, je nachdem, wie lange der unflätige Trump und seine vollgefressenen Ganoven noch weiterwüten dürfen.

 

Zum Vierten Reich gehört natürlich auch der Weltherrschaftsanspruch. Den hegen die Amerikaner mehr denn je. «America first» ist ja keine Selbstbescheidungsstrategie, sondern lediglich ein Rückzug aus der bi- und multilateralen Kooperation, damit man den herrenrassistischen, sanktionsterroristischen, imperialistischen Merkantil-Nationalismus wieder auf die Spitze treiben kann. Den Mussolini «spielen» jetzt Australien, Grossbritannien (bzw. England), Kanada und Neuseeland, den Tenno Saudi-Arabien und Israel (der gelehrigste Schüler seiner einstmaligen Folterknechte).

 

Klassisch faschistisch ist auch die amerikanische Justiz, welche ihre Gefängnisse mit Unmengen von farbigen Häftlingen füllt («Apartheid durch die Hintertür»), und wer nicht weiss, wie die Hitlerei mit der Natur umgegangen ist, studiert am besten die Klima- und Energiepolitik der USA. Bei Snowden kann man lesen, wie die Gestapo funktioniert hat. Für das Propagandatrommelfeuer von der Sorte Goebbels sind Fox News und der vereinigte Schwachsinn in den Social Media zuständig. Und so weiter. Ah ja, und auf dem Gipfel des ganzen Systems thront ein rüpelhafter Oberschafskopf, der am laufenden Band ideologischen Schrott absondert. Seine verstörten Lämmer mögen das, denn etwas anderes verstehen sie gar nicht. (Gegen diese Schafsköpfe ist unser SVP-Ueli schlimmstenfalls ein schnuckeliger Gartenzwerg.)

    

Dieses Vierte Reich muss weg, ganz klar, aber wie? Idealerweise zersetzt es sich von selbst («Implosion»). Sich mit einem bescheuerten Ayatollah oder mit einem Vollidioten wie Kim Jong-unverbünden tönt nämlich nicht sonderlich sexy. Auch die Regierungen von Russland und China sind nicht gerade das, was man sich unter guten Freunden vorstellt. Andererseits darf man bei der Bildung von antifaschistischen Allianzen nicht allzu zimperlich vorgehen, denn sonst bewegt sich überhaupt nie etwas. In dieser Hinsicht sind wir ausnahmsweise mal voll bei Churchill. Die «Firepower» ist übrigens kein Problem. Die wird masslos überschätzt, weil man sich viel zu viel Zerstörungspotenz vorbluffen lässt, welche letztlich niemandem etwas nützt. Gegen die Wehrmacht des Vierten Reichs braucht es eigentlich nicht einmal den Vietcong oder die Mudschahedin und erst recht keinen plumpen Bombenterror, sondern einzig und allein solidarischen passiven Widerstand und standhaften zivilen Ungehorsam.

 

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