Einwurf 213: Nicht überlebensfähig


Erinnern Sie sich noch an die Gemeinde Lü? Das war das kleine Kaff im Val Müstair, welches geschlossen gegen den EWR-Beitritt der Schweiz gestimmt und in der Folge Christoph Blocher zum Ehrenbürger ernannt hatte. Inzwischen gibt es diese Gemeinde längst nicht mehr: Nicht überlebensfähig. Das ist typisch für Blocher- und SVP-Projekte, wenn es um öffentliche Angelegenheiten und nicht um private Scplen geht.

In einem grösseren Kontext werden wir das nun auch in Grossbritannien erleben. Das Land selber wird zwar nicht kollabieren, dafür wird es den meisten Briten massiv an den Kragen gehen. Denn bald werden auch Boris Johnsons «neoliberale Neonazis» den Staat und dessen Untertanen ungebremst missbrauchen können, um sich im Stil amerikanischer oder chinesischer Oligarchen zu bereichern.

Wer eine solide Zukunft will, bricht nicht mit seinen Nachbarn, sondern rauft sich mit ihnen zusammen. In der uns bevorstehenden «Postwachstumswirtschaft» bleibt uns im Grunde gar nichts anderes übrig. Das ist die gute Botschaft aus Lü. Die schlechte ist nach wie vor die «afrikanische». Dort sind Männer gegen Frauen, Familien gegen Familien, Clans gegen Clans, Stämme gegen Stämme, Religionen gegen Religionen, Firmen gegen Firmen, Staaten gegen Staaten, Religionen gegen Firmen, Firmen gegen Staaten, Staaten gegen Religionen (und umgekehrt): Der perfekte Chaosnährboden für eine von korrupten lokalen Potentaten abgesicherte Fremdbestimmung. «Afrotopia» (Felwine Sarr) geht nur mit einer solidarischen «Teutoburger Strategie». (Mehr dazu in der «Hermannschlacht» von Kleist). In der Ökonomie spricht man von komparativen Vorteilen, Wertketten und Skaleneffekten, deren Nutzniessungsdisparitäten dann mit politischen Ausgleichsregeln abgefedert werden. So geht Überlebensfähigkeit.

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