Einwurf 239: Vom Ende der Musik

24.03.2020

Was macht man denn so, wenn draussen nichts los ist? Man liest unter anderem alle Zeitungsartikel von A bis Z durch. So im letzten TA-Magazin: «War Popmusik früher besser?» (Christian Seiler)

 

Von Karl Popper stammt der Spruch, mit und seit Wagner sei nicht mehr Musik, sondern nur noch Lärm produziert worden. Das ist, bei allem Respekt, natürlich Quatsch. Aber der Autor des Magazin-Artikels hat Recht, wenn er seine Frage bejaht, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Er führt die kreativen Phasen von Bob Dylan und David Bowie ins Feld; ich würde sagen, das (vorläufige?) Ende der Musik habe irgendwo zwischen «Köln Concert», «Bohemian Rhapsody» und «The Wall» stattgefunden (2. Hälfte 70er-Jahre, als der Punk-Kitsch einriss). Cat Stevens attestiert der Autor «Schubert-Niveau»; «Michelle» und «Lucy in the Sky» haben das auch.

 

Ich habe dann gleich mal wieder «A Love Supreme» (im Artikel ebenfalls erwähnt), «Kind of Blue» und «Bitches Brew» hervorgekramt und daneben ein bisschen Berendt und Diederichsen repetiert.

 

Im Gefolge der Beatles und rund um Miles Davis kam es damals ja zu zahlreichen faszinierenden Fusion- oder Crossover-Experimenten. Das waren genuine Innovationen, nicht einfach bloss «Schneider-Ammann-Trash»: Folk Rock (Dylan, z.T. auch Rolling Stones), Art Rock (Emerson, Wakeman), Jazzrock oder Rockjazz (Return to Forever, Mahavishnu Orchestra), «Art Jazz» (Gulda, Jarrett) usw., und die gehören jetzt neben «Fidelio» und Co. auch zu meinem «Corona-Homestudio-Programm». Ausserdem: Statt Martin Grubinger am Bodenseefestival nun einfach das hier (Weather Report): https://www.youtube.com/watch?v=v2hxMj4qON4

 

(Wer damit nichts anfangen kann, repetiert halt Formel I, zum Beispiel den Grossen Preis von Spanien 1969.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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