Einwurf 262: Die Nazikeule

15.04.2020

«Lieber arm denn blutbefleckt» verkündeten Dürrenmatts Güllener standhaft, solange sie noch nicht von der Geldgier zerfressen waren. «Lieber bescheiden als faschistisch» sagen wir heute, wo Trumps Amerikaner nun auch die WHO im Stich lassen.

 

Es heisst, die Nazikeule werde viel zu schnell und viel zu oft geschwungen. Aber schauen Sie mal genau hin, wer das kolportiert. Das sind nämlich regelmässig nur Leute, welchen selber eine «integrale» egoistische Rücksichtslosigkeit ins Gesicht geschrieben steht, und wenn sie dann noch von «Kontraproduktivität» palavern, entlarven sie ihren schlechten Charakter erst recht. («So tun als ob…») Sie können das alles zwar sehr nett vortragen, doch wenn es hart auf hart geht, machen die Kleider keine Leute und die Töne keine Musik mehr. Im Faschismus werden die Könige auch keine Bettler, sondern nur noch Terroristen.

 

Grundsätzlich ist es gar nicht möglich, mit der Nazikeule zurückhaltend umzugehen. Je früher und je härter man sie bedient, desto besser ist ihre Wirkung. Gerade die grössten Übel wie aktive oder passive Massenvernichtungen (auf Deutsch: Gezielter Genozid oder «Aushungerungs-Liberalismus») müssen an ihren tiefsten Wurzeln gepackt werden. Den Anfängen wehren, bevor es zu spät ist: Der «Point of no Return» ist – wie zahlreiche historische Erfahrungen beweisen – oft genug sehr schnell erreicht. Bei Ausgrenzungsmanövern sind Verharmlosungen im Sinn von «masslos übertrieben», «aus der Mücke einen Elefanten gemacht» usw. definitiv nie am Platz. (Potenzielle und reale) Nazis sind im Übrigen «zivilisiert» gar nicht ansprechbar, was nur logisch ist, denn gerade das ist es, was sie hassen. D.h. wenn schon «entgegenkommen», dann halt eben mit der Keule. Es geht ja nicht anders. Die Frage ist nur, wie lange das gewaltlos funktioniert, und auch in dieser Hinsicht lohnt es sich nicht, einfach abzuwarten, Tee zu trinken und auf einen lieben Gott zu hoffen.

 

Selbst wer sich zu Recht nicht angesprochen fühlt, soll die Keule immer wieder wahrnehmen. Denn niemand kann garantieren, dass nicht auch aus Gutmenschen über Nacht Güllenmenschen werden, egal ob aus Futterneid, aus Rassenhass oder aus Herrschsucht (was letzten Endes ein und dasselbe ist – denken Sie mal entideologisiert und konzentriert darüber nach).   

 

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