Einwurf 271: Solidarität oder Nationalsozialismus

29.04.2020

Als vor gut einem Jahrzehnt die Finanzkrise wütete, sagten «namhafte Experten» den Kollaps des Euro und der EU voraus. In der Coronakrise kommen sie nun wieder mit dem gleichen Quark. Es ist offensichtlich, dass da stets ein rassistischer Urwunsch der Vater des Gedankens ist, aber auch diesmal wird er nicht in Erfüllung gehen, vor allem jetzt, wo man sieht, welche Sauerei sich die Engländer mit dem Brexit eingebrockt haben. Die auch für den «europäischen Corona-Marshallplan» geforderten «Eurobonds» scheiterten zwar erneut. Das nächste Mal wird es aber klappen, denn so nah wie heute waren wir noch nie dran.

 

Auch in Deutschland haben sie mittlerweile gemerkt, dass der mediterrane Bogen von Katalonien nach Venetien ein viel grösseres wirtschaftliches Potenzial aufweist als die ehemalige DDR. Sie können einfach noch nicht über den eigenen Schatten springen und das so direkt zugeben. Wer die Eurobonds nicht will, müsste konsequenterweise ja auch den Euro wieder abschaffen und Bundesländeranleihen anpreisen: Thüringer Groschen Triple C oder sowas ähnliches. In der Schweiz wären das Kantönlibonds für Uri, Jura, Bern und Co. Die ganze Welt würde sich wie wild darauf stürzen.   

 

Im Ernst: Die EU kann ja machen, was sie will, für die Nazis macht sie alles falsch. Wenn sie forsch voranschreitet, brüllen sie über eine Diktatur, und wenn sie zögerlich bleibt, heisst es, sie sei eben führungsschwach. In den meisten Regierungen der Mitgliedländer haben sie aber erkannt, dass man alles unternehmen muss, um die EU zusammenzukitten. Dabei geht es nicht «nur» um ökonomische Skaleneffekte, sondern (damit verknüpft) auch darum, den Totalitaristen nicht das Feld zu überlassen. Warnzeichen liefern diesbezüglich nicht nur der Brexit, sondern auch die Autokratien in Polen und Ungarn, vom «Ausland» und der Geschichte erst gar nicht zu reden.

 

In diesem Zusammenhang möchten wir nochmals herausstreichen, dass die Formel «Parlament gleich Demokratie» komplett falsch ist. Regionale, nationale und sogar internationale Parlamente haben sämtlichen potenziellen und realen totalitären Herrschern und Massenmördern stets als perfekte Profilierungsplattformen für die Übernahme und/oder die Festigung der Macht gedient. Das kann man anhand dieser Liste in jedem Einzelfall punktgenau nachweisen:

 

A. Klassiker

  • Hitler

  • Stalin

  • Mao

  • Mussolini

  • Pol Pot

 

B. BRIC

  • Bolsonaro

  • Putin

  • Modi

  • Xi Jinping

 

C. Mittlerer Osten (einigermassen zivilisiert)

  • Netanyahu

  • Erdogan

 

D. Europa

  • Gauland

  • Le Pen

  • Salvini

  • Farage

  • Strache

  • Blocher

  • Orban

  • Kaczynski

 

Sicher ist: Wenn Leute von dieser Sorte auch Europa noch kapern, werde ich ein Terrorist. Aber drei gute Engel werden mich davor schützen (Mutti Merkel, Ursula von der Leyen und Madame Macron).

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