Einwurf 273: Die Überführung

02.05.2020

Es gibt auch in saturierten Gesellschaften erstaunlich viele Anarchisten, die wollen am liebsten einfach krepieren (lassen), wenn eine Seuche oder sonst ein Übel auf sie zukommt, und daher sind sie auch gegen das Notrecht. Wir gehören nicht zu denen. Die Frage, welches Notrecht in ordentliches Recht überführt werden soll, muss aber so rasch wie möglich beantwortet werden, Punkt für Punkt (also ohne Vermischung von «Materien»), und nicht durch das Parlament der Parteienmafia und ihrer Verblödungsstrategen, sondern direkt durch das Volk. Inzwischen ist ja jeder ein «Coronaexperte» und weniger denn je auf ideologieverseuchten Parolenkitsch angewiesen.

 

Wir weiten dieses Thema «Überführung» etwas aus, indem wir nachfolgend auflisten, was uns am Coronaregime, an dessen Auswirkungen und den damit verbundenen Diskussionsstoffen gefällt und langfristig aktiv gefördert werden soll, und worauf man in «ordentlichen» Zeiten besser (wieder) verzichtet. Dabei geht es nicht nur um Recht, sondern um ganz verschiedene Aspekte der Zivilisationsentwicklung. Je weniger dabei vorgeschrieben werden muss, desto besser. Das sagen wir nicht, weil wir Wildwest-Anarchisten sind, sondern weil wir auf die Kraft der humanistisch gebildeten, brainwashimmunen Vernunft setzen.      

 

Positiv:

 

  • Nach jedem Füdlikontakt die Hände waschen. Das machte vor Corona allenfalls ein Drittel der Menschheit.

  • Zu Fuss oder mit dem Velo beim lokalen Biogemüsebauern einkaufen.

  • Medikamente rationieren. Es braucht nicht wegen jeder Ameise auf dem Balkon eine Tonne Pharmazocker mästender Pillen mit hochkarätig Krebs beschleunigenden, Depressionen auslösenden und Immunitätssysteme beschädigenden Neben- bzw. Hauptwirkungen.

  • Schönheitsoperationen abschaffen. Die meisten (realen und potenziellen) Kundinnen haben inzwischen erkannt, dass der Begriff irreführend ist. «Verunstaltungsoperationen» müssten sie heissen.

  • Den Handyverkehr überwachen (inkl. «Ortungen»). Es kommt einfach darauf an, wofür das gemacht wird. Wenn es um die Vernichtung einer Seuche, einer Mafiabande oder einer anderen rechtsextremen Sekte geht: Nichts wie los. Gesinnungsschnüffeleien vom Stil des legendären Fichenskandals hingegen werden wir diskussionslos zerschlagen. Im Übrigen ist immer noch selber schuld, wer den hintersten und letzten persönlichen Mist der Allgemeinheit zur Verfügung stellt (Datenschutz).

  • Das Home-Office dort weiterführen, wo es kreativer und produktiver ist als die grossräumige Legebatterie. Das wirkt sich auch auf den Verkehr, den Lärm, die Luft und das Klima aus («Stauchärele», «Billigflügerle»). Chronisch verspätete, kaputte und überfüllte Züge mit geschlossenen oder stinkenden Scheissen und nach Scheisse stinkenden, adipositasträchtigen Convenience Food-Orgien sind auch nicht das, was man sich unter einem kundenfreundlichen «Service public» vorstellt.

  • Den Sauglattismus der Spassgesellschaft eindämmen. Der präcoronische Aufregungs-Event-Kalender war viel zu dicht. (Im Sport begann sogar eine Art Veranstaltungssklaverei zu grassieren.) Es müssen nicht jedes Wochenende ganze Strassenzeilen vollgekotzt werden, und wenn wir nicht jede Stunde einen Nachtzug in alle Himmelsrichtungen hätten, gäbe es auch weniger Alkohol- und Drogenmissbräuche, Schlägereien und sexuelle Überriffe. Der «Ausgang» ist ja eh nicht viel mehr als ein Gottesdienst in den ewiggleichen Betäubungs- und Ertaubungsfabriken («Clubs»), in denen man höchstens noch schreiend kommunizieren kann, sofern das überhaupt ein Thema ist. Auch die infantilen Vollidioten aus den steril-drögen Innerschweizer Steueroasen, welche am Sonntagnachmittag mit ihrem überflüssigen Bolidenblech das Zürcher Stadtzentrum und die Seepromenaden terrorisieren, können uns gestohlen bleiben.

  • Die PostFinance zu einer «Vollbank» umbauen. Deren Produkte- und Servicequalität ist längst klar besser als diejenige von CS und UBS. Es ist pervers, von der PostFinance Profitabilität zu verlangen und ihr gleichzeitig profitable Geschäfte zu verbieten.

  • Den Strafuntersuchungsbehörden, Anwaltskanzleien und Gerichten das Untätigkeitsmesser an den Hals setzen und Verjährungen abschaffen. (Das wäre die FIFA-Lektion.)

  • Den Kantönligeist auf den Misthaufen der Geschichte katapultieren. Das Maturitätstheater ist ein Schmierentheater. Der Minderheitenschutz läuft über die individuellen Grundrechte und nicht über vorsintflutliche «Negerdorfkönige». Im äussersten Notfall richtet man Sonderzonen ein (Tessin), und auch Warnschüsse sind auf die eine oder andere Art immer nützlich (Uri und seine Einkaufszentrumssenioren). Im Dschungel verteilen die katholischen Klosterfrauen schon seit Jahrzehnten Antibabypillen, und die Kantonsregierungskonferenzen sind ein staatsordnungspolitischer Blödsinn in der Knetmasse zwischen Föderalismus und Zentralismus.

  • Auf (in- und ausländische) Fachexperten aus akademischen Institutionen, kommerziellen Unternehmen, öffentlichen Verwaltungen und NGOs hören statt auf mediengeile und korruptionssüchtige Parteiparlamentier. Besonders bei Volksinitiativen muss das Parlament konsequent ausgeschaltet werden («Direkte Demokratie»); dadurch wird der systematischen Vernichtung von profilierten Reformideen vorgebeugt. Schlüsselpositionen in Verwaltungen, Gerichten und Kontrollbehörden müssen durch Direktwahlen besetzt werden, und dafür kommen nur fachlich qualifizierte Kandidaten in Frage. 

  • Die staatlichen Überbrückungs- und Aufbauprogramme in dauerhafte Einrichtungen umwandeln (Garantiertes Grundeinkommen, günstiges Risikokapital). Das Geld dafür holt man bei denen, die es den anderen (direkt oder indirekt) weggenommen haben; die Schuldenbremse muss bleiben.

 

Negativ:

 

  • Mahnungen und Betreibungen aussetzen. Sinnvolle Fristerstreckungen genügen vollauf.

  • Schulen schliessen. Integrale Handlungskompetenz erringt so niemand. Der Unterricht muss einfach der Krisenlage angepasst werden.

  • Den öffentlichen Verkehr herunterfahren. Zum Teufel mit den Blechlawinen: Sogar die Chinesen haben gemerkt, dass es in einer humanen Zukunft dafür keinen Platz mehr hat.

  • Gesunde Alte (Ü 65) diskriminieren und einsperren wollen, kranke Hündeler aber nicht. Früher hätten wir die "Alten" wahrscheinlich auch mit abschätzigen Äusserungen («Sie wären ja so oder so gestorben») und mit Vorschlägen provoziert, die politisch nicht korrekt sind. Aber das Bundesgericht und spätestens der (Strassburger) Europäische Gerichthof würden einen grobschlächtig flächendeckenden Ü 65-Rasenmäher eh nicht zulassen. Da könnte man ja gerade so gut auch alle Männer, alle Schwarzen, alle Chinesen oder alle hier ansässigen und arbeitenden Italiener, Spanier und Franzosen einsperren. Im Übrigen haben die meisten Jungen keine Ahnung, dass sie viele für sie heute absolut selbstverständliche Freiheiten den Alten verdanken, welche diese früher überhaupt nicht hatten und den Altvorderen erst einmal abgerungen werden mussten.

  • Selbsternannte Sittenpolizistinnen oder «Zurechtweiserinnen» beflügeln. («Sie verhalten sich gar nicht vorbildlich, Entschuldigung».) Die sollen in den Iran auswandern.

 

Ergänzend dazu ein paar Ideen zu Themen, welche unseren Einflussbereich übersteigen:

 

  • EU / Corona- oder Eurobonds: Je früher desto besser.

  • EU / Migration: Kein Krisenmanagement auf dem Rücken der Flüchtlinge. Was auf den griechischen Inseln abgeht, ist eine Riesenschweinerei.

  • USA / Wahlen: Ein volles Viertel einer Amtszeit bloss für polemische Propagandaschlachten zu verschleudern, ist geisteskrank.

  • USA / Hunger: Zustände wie in Nordkorea kriegt man nur dann, wenn der Sozialstaat nichts wert ist. Sie sind überall «systemisch bedingt»; die Hungernden selber sind daran nicht schuld.

  • «Dritte Welt» / Leben auf Pump und Verelendung: Siehe Flüchtlinge. Kein Krisenmanagement auf dem Rücken der Armen und Ohnmächtigen.

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