Einwurf 434: Schröder, Merkel und Gazprom


Grosses Theater jetzt wieder wegen der neuen Erdgasleitung von Russland nach Deutschland, mit viel Kritik an Merkel. Aber das ist Unsinn. Man kann von Merkel halten, was man will, aber wer mit dem Gedanken spielt, ihr Erpressbarkeit vorzuwerfen, hat einen schweren Stand. Anscheinend hat nun auch Herr Biden gemerkt, dass er hier auf Granit beisst.


Erpressungsprävention hat eben auch mit Diversifizierung zu tun. Es ist absolut «staatsmännisch», auf verschiedene Energielieferanten zu setzen und nicht bloss auf die fundamentalistischen arabischen Gangstermonarchien im Mittleren Osten, die keinen Dreck besser sind als Putin und sein Gefolge oder die Mullahs im Iran.


Keinen Dreck besser als die sind im Übrigen auch die Blechtrommler in Polen und in der Ukraine. Bloss weil die USA mit jedem Nazischwein paktieren, welches die Russen und die Chinesen hasst, muss man das nicht einfach nachäffen. Das macht die Welt nämlich nicht besser, im Gegenteil, und Beweise dafür gibt es mittlerweile praktisch in jedem Land, von Chile über Ägypten nach Indonesien und zurück.


Bevor die Franzosen auch noch blöd tun, würden sie sich besser die Frage stellen, von welchen Schurken denn sie bei ihrem Uranimport abhängig sind. Und die Grünen haben zwar Recht, wenn sie fossilen Energieträgern abschwören, aber dann sollen sie wenigstens nicht wieder wie einst Joschka Fischer mithelfen, das systematisch totgeschwiegene jahrzehntelange Terror- und Genozidchaos der USA im Mittleren Osten zu verabsolutieren. (Wir lesen gerade die hervorragenden Bücher von Michael Lüders – das mit Abstand Beste, was über diese Region je publiziert wurde.)

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