Einwurf 540: Das Ende der Scheinneutralität


Nun hat sich die Schweizer Regierung auch im Ukraine-Dossier der EU angeschlossen. Ein satter Beweis mehr, dass die ewigwährende Neutralität und die Unabhängigkeit vom Rest der Welt nun definitiv nur noch alte Zöpfe und dummes Geschwätz sind, womit man unmoralische Geschäfte vertuschen will. Die Schweden und die Finnen haben das längst erfasst und sich mittlerweile sogar als treibende Kräfte für eine zeitgemässe Sicherheitsarchitektur empfohlen. Das können die Schweizer auch, indem sie per sofort auf die Beschaffung amerikanischer Kampfjets verzichten und die selbstbewusste, hundertprozentig europäische Verteidigungsgemeinschaft vorantreiben, welche sich «dank» des russischen Ukrainekriegs nun endlich abzeichnet.


Die ernsthaften Bedrohungen Europas sind rasch zusammengefasst: Militärisch kommen sie aus Russland, wirtschaftlich aus den USA und aus China, kulturell aus dem Mittleren Osten und demografisch aus Afrika. Sie sind alle so massiv, dass ein Land nach dem andern kollabiert, wenn man sich ihnen nicht gemeinsam stellt. Eine «Festung» ist zwar keine Lösung, ein chaotisches «Laisser-aller» aber noch weniger.

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