WPK-BLOG

„Die Welt muss Seele haben“

Neue Geschichten aus dem echten Leben: Die Fortsetzung der WPK-Tetralogie in der Gestalt von Wochenblogs (bis 2017) und Einzeleinwürfen (ab 2018). Hier werden heilige Kühe geschlachtet und durch unterwerfungsresistente Paradiesvögel ersetzt: Für Leute, denen sperriges Zeug Freude macht und die mithelfen wollen, von Gesinnungsdiktatoren und ihren „nützlichen Idioten“ kultivierte Tabus in heisse (oder kalte) Luft aufzulösen. Wir übertreiben nie, sondern denken bloss dort zu Ende, wo andere längst kalte Füsse gekriegt haben.

Einwurf 94: Behindert

Die Frage, wer behindert ist und wer nicht, kann nicht beantwortet werden, weil alle mehr oder weniger behindert sind. Auch die Frage, ob jemand lebenslänglich schwerstbehindert bleibt, kann nicht beantwortet werden. Wir spielen da nicht Gott; das macht Herr Urbaniok, und das reicht. Immerhin kann man sich bei der Selbsteinschätzung an gewisse Massstäbe halten. Wer sich als 40-jähriger Erwachsener immer noch wie ein Häfelischüler oder bereits wieder wie ein Zittergreis benimmt, der ist in der Tat erheblich behindert. Auch die Beobachtung von IV-Klienten ist hilfreich; wir sprechen hier aus Erfahrung. Eine «Grundregel» ist zum Beispiel die, wonach mit ansteigendem Invaliditätsgrad auch das Ve

Einwurf 93: The Seven Sinking Steps

Den Männern, die nie staubsaugen, ist nicht zu helfen. Staubsaugen ist unsäglich inspirierend. Beim Staubsaugen ist mir kürzlich sogar auf einen Schlag das ganze Wahlprogramm 2019 der SVP in den Sinn gekommen. Es nennt sich «The Seven Sinking Steps» und geht so: Sinking Step 1 (Gender): «Frauen zurück an den Staubsauger!» Ziel ist, dass alle Feministinnen in einem grossen Meer von Blut, Schweiss und Tränen ersaufen. (Das könnte zwar schieflaufen, siehe oben, aber das gilt auch für die restlichen 6 Steps. Wer für die SVP ist, merkt das eh nicht, siehe Trumpwähler.) Sinking Step 2 (und Stinking Step 1 - Aussenpolitik): «Switzerland first! Zrugg is Verdingbuebe-Plumpsschissi-Heimetli! Ausländer

Einwurf 92: Das Elend des VBS

Als er noch «NEAT-Chef» war, hat Adolf Ogi einmal gesagt, er wolle sicher nicht in die Nationalliga B absteigen. Mit der Nationalliga B meinte er das VBS. Absteigen musste er dann aber doch und schliesslich hat er sich auch damit abgefunden. Heute tut er sogar so, als hätte er damals Moritz Leuenberger befördern wollen. Das kann glauben, wem darnach gelüstet. Die Wahrheit ist einfach die, dass die so genannten «Bürgerlichen» die Sozialisten von den Finanzen, der Wirtschaft und der Armee fernhalten wollen (und sich auf diese Weise den Weg in die «Schlüsseldepartemente» EDI und UVEK selbst versperren). Sicher ist, dass kein Bundesrat das VBS haben will, und so «gehört» es dann halt stets dem L

Einwurf 91: Anbiederungen

Jetzt, wo wir wissen, wer die «Gelbwesten» sind und wie Herr Macron auf diese Leute reagiert, können wir nur den Kopf schütteln. Nein, es gibt kein Verständnis für diese Leute, auch für die «Gegner von Ausschreitungen» nicht, sofern die überhaupt existieren. Ohne Unterstützung der Populisten wären die «Gelbwesten» erst gar nicht entstanden, und jetzt freuen sich die Populisten zusätzlich über die Anbiederungen von Macron. Er wolle Frankreich an die UNO und die EU verkaufen sagen sie. Dabei gibt es in der derzeitigen globalen «Gemengelage» gar nichts anderes als eine Stärkung der internationalen Kooperation. Ausser man will eine neue Hitlerei, die natürlich kein Interesse hat, die Migration u

Einwurf 90: Patriotische Führung

Das muss man Theresa May lassen: Sie steht wenigstens zu ihrem «Scheiss», den sie mit der EU ausgehandelt hat. Die sieben Zwerge in Bern hingegen sind dazu nicht fähig. Stattdessen überlassen sie es den Parteien, sich vor den kommenden Wahlen mit ihrem Vertragsentwurf zu profilieren und ihn am Schluss dann auf den Mond zu schiessen. Dabei ist dieser Entwurf gar nicht so schlecht, wenn man denn die an sich beste Lösung (EU-Beitritt mit vollen Rechten und Pflichten) ums Verrecken nicht will. Im Vergleich zum zunehmend riskanter werdenden Weiterwursteln auf der Basis der bisherigen bilateralen Pakete oder zum vertragslosen Zustand ist er sogar hervorragend. Das darin enthaltene Portiönchen Souv

Einwurf 89: Sexismusvorwürfe

Wenn ein Mann eine Frau auf üppige Konturen «reduziert», herrscht sofort Riesenaufregung, mitunter sogar weltweit. Wenn das aber eine Frau gegenüber einer anderen Frau macht, ist sie vielleicht noch eine blöde Zicke, und das war’s dann. «Reduziert» eine Frau einen Mann auf dessen fetten Ranzen, so ist das überhaupt nie die Rede wert, und geschieht dies unter Männern, finden die meisten Frauen das sogar noch lustig. Mit anderen Worten: Es kommt nicht darauf an, was gesagt oder geschrieben wird, sondern von wem über wen. Wir kennen das ja auch aus der Wirtschaft und der Politik. Es geht also weder um die «Sache», noch herrschen Gleichstellung und Gleichbehandlung. Klar ist es nicht besonders e

Einwurf 88: Sex and the Pope

Es gehört anscheinend zum Auftrag eines Papstes, mindestens einmal im Laufe seiner Amtszeit einen Schwachsinn über die Sexualität von sich zu stossen. Franziskus macht das nun so, indem er behauptet, Homosexualität sei eine Mode. Wir sehen das nicht gerade total anders, aber die ganze LGBTI-Bewegung hat sicher auch damit zu tun, dass die «natürliche» Heterosexualität entweder verteufelt wird oder aus verschiedenen Gründen nicht mehr funktioniert. Die «mittelalterliche» (und vorwiegend frauenfeindliche) Verteufelung hält gerade dort ungebremst an, wo religiöse Fundamentalisten besonders mächtig sind, zum Beispiel in Indien oder im arabischen Raum. Auch im inneren Kern der katholischen Kirche

Einwurf 87: Wertegemeinschaften

Wenn Konzernmanager in Europa Multimillionenhonorare einstreichen, werden sie als Abzocker beschimpft, die Kunden, Aktionäre und Mitarbeitende gleichermassen ausplündern. Tun sie das in den USA, werden sie dafür gelobt, denn solche Honorare gelten als Zeichen einer blendend funktionierenden Firma. Wer hat jetzt Recht? Wahrscheinlich beide, und das sagt auch Herr Weber von der UBS immer wieder gern, wenn seine Bank wegen ihren «Vergütungen» unter Beschuss gerät. Aber darum geht es uns hier nicht. Das Beispiel zeigt, dass man in Europa eben völlig anders denkt als in den USA. Hier herrscht ein Gerechtigkeits- und Fairnessempfinden, welches drüben völlig inexistent ist. Wer dort arm bleibt, ist

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