WPK-BLOG

„Die Welt muss Seele haben“

Neue Geschichten aus dem echten Leben: Die Fortsetzung der WPK-Tetralogie in der Gestalt von Wochenblogs (bis 2017) und Einzeleinwürfen (ab 2018). Hier werden heilige Kühe geschlachtet und durch unterwerfungsresistente Paradiesvögel ersetzt: Für Leute, denen sperriges Zeug Freude macht und die mithelfen wollen, von Gesinnungsdiktatoren und ihren „nützlichen Idioten“ kultivierte Tabus in heisse (oder kalte) Luft aufzulösen. Wir übertreiben nie, sondern denken bloss dort zu Ende, wo andere längst kalte Füsse gekriegt haben.

Einwurf 101: Emotional

«Die Emotionen sind hochgegangen und die Sachlichkeit hat gelitten». Kommt Ihnen das nicht ein bisschen bekannt vor? Oder das: «Den kann man nicht ernst nehmen, weil er sich immer furchtbar aufregt und so seine Umgebung anekelt». Ein chronisch lauter Motzer ohne entspannende Ausgleichsfunktionen ist und hat tatsächlich ein grösseres Lebensproblem. Aber soll man das bloss ärgerlich oder gar noch lustig finden oder vielleicht grad völlig verdrängen und ausgrenzen? Der Mensch ist nun einmal (Gott sei Dank) keine Maschine; er hat ein Gefühlsleben, und dieses ist grundsätzlich nicht nur schön, sondern sogar überlebenswichtig (Kunst, Vergnügen, Liebe, Sex....). Wer die Sachlichkeit über die Emotio

Einwurf 100: Dritter Weltkrieg

Die alten Nazis hatten immerhin noch diesen Vorteil: Sie waren grosse Naturfreunde. Von den neuen Nazis kann man das nicht mehr behaupten. Den Klimawandel wollen sie entweder gar nicht wahrhaben, oder er ist ihnen egal. Nach den Hitzewellen und Waldbränden in den USA und in Australien wurde das besonders manifest. Es fehlte eigentlich nur noch die Verlautbarung, die Feuer seien von schmarotzenden Immigranten oder von islamistischen Terroristen gelegt worden. Der Dritte Weltkrieg ist aber noch längst nicht ausgebrochen, auch wenn der jetzt wieder durch die Köpfe geistert, und nicht einmal durch die dümmsten. Gerade haben die Parlamente von Mazedonien und Griechenland Rückgrat gezeigt und sich

Einwurf 99: Handyschulen

Für grosse Reformen braucht es bekanntlich immer mehrere Anläufe, weil es sich die Ewiggestrigen zur Gewohnheit gemacht haben, bei deren Einführung den Weltuntergang heraufzubeschwören. Sie machen das vor allem, wenn Finanz-, Umwelt- und Menschenrechtsthemen zur Diskussion stehen. Die Menschheit würde hoffnungslos verhungern, sagen sie dann. Aber das ist entweder dumm oder frech oder beides zusammen. Sie sagen das nämlich wider besseres Wissen, denn mittlerweile steht fest, dass die grossen Reformen, wenn sie sich zwangsläufig doch einmal durchsetzen, ziemlich genau das Gegenteil eines Weltuntergangs bewirken (siehe AHV, Alpentransit, Bankgeheimnis usw.). Man müsste die notorischen Reformgeg

Einwurf 98: Assoziative Kommunikation

Wir haben viele an sich sehr gute Bekannte, die man aber nicht zusammen einladen kann, weil sie ununterbrochen und ausschliesslich von sich selber reden. Das können eben nicht alle gleichzeitig. Dabei wäre diese unilaterale verbale Diarrhö gar nicht nötig, denn meistens wird eine Viertelstunde lang referiert, wofür auch fünf Sätze ausreichen würden, mit Ausschweifungen bis zum Gehtnichtmehr und mit ermüdenden Wiederholungen, als wären die Zuhörer taub. Gut, am Schluss sind sie es tatsächlich, und spätestens nach zwei Stunden ist der Mist geführt. Dann ist es einfach nur noch langweilig. Aber die Dauerredner finden trotzdem überall ihr Publikum. Viele sind froh, dass sie sich selber nicht exp

Einwurf 97: WEF am Abgrund

Das WEF ist zwar ein Riesending, aber an seinen eigenen Ansprüchen ist Klaus Schwab grandios gescheitert. Er wollte damit ja das «Stakeholder Relations Management» in die Köpfe einpflanzen und den Dialog zwischen Vertretern von Wirtschaft, Politik und Kultur vorantreiben. Spätestens nach dem Kalten Krieg ist dabei aber nur noch der «Davos Man» herausgekommen, eine neoliberaler Kasinokapitalist, der in die Berge kommt, um mit seinesgleichen Geschäfte zu machen, im Rahmen des «Washington Konsenses» wohlverstanden, mit dem Primat der Ökonomie über die Politik, der Konzerne über die Regierungen, der Plutokratie über die Demokratie, des Geldes über den Geist. Neuerdings verkommt die allein schon

Einwurf 96: Kultur und Gender

Wenn man von Musen spricht, meint man meistens Frauen, die Männern helfen, interessante Sachen zu machen. Im besten Fall inspirieren sie sie zu genialen Ideen, im schlechtesten hindern sie sie gerade noch daran, sich zu erschiessen. Heute wären sie «Influencerinnen», denn für sich allein taugen sie ja nichts. Sie brauchen gut funktionierende Übermittlungskanäle. Früher waren das Lebenspartner, jetzt sind es Social Media. Die klassischen Musen waren keine mit schwarzer Schminke verschmierte It-Girls, sondern göttliche Erscheinungen. Sie hatten alle ihre spezifischen Wirkungsbereiche in den schönen Künsten, wobei die Philosophie und die Wissenschaften bekanntlich auch noch dazu zählten. Dafür

Einwurf 95: Neujahrsansprache

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger Die Themen einer termingerechten Neujahrsansprache wären eigentlich immer dieselben: Frässe, Suufe, Seiche, Schiisse, Chotze, Vögle. Davon wollen wir Sie aber ebenso verschonen wie vom ewiggleichen Manager- und Politiker-Schrott: Unternehmerisch, innovativ, pragmatisch, sachlich, Herausforderungen, Digitalisierung, Globalisierung, Spitzentechnologie, Standortvorteile, Rahmenbedingungen, Infrastruktur, Duales Bildungssystem, Familie, Freunde, Gemeinschaft, Verwurzelung, Mitgefühl, Wertschätzung, einander zuhören, aufeinander zugehen, ein nettes Wort sagen, Ruhe und Gelassenheit, Einkehr und Besinnung in der «Alltagshektik unserer schnelllebigen Zeit»…. Blabl

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