WPK-BLOG

„Die Welt muss Seele haben“

Neue Geschichten aus dem echten Leben: Die Fortsetzung der WPK-Tetralogie in der Gestalt von Wochenblogs (bis 2017) und Einzeleinwürfen (ab 2018). Hier werden heilige Kühe geschlachtet und durch unterwerfungsresistente Paradiesvögel ersetzt: Für Leute, denen sperriges Zeug Freude macht und die mithelfen wollen, von Gesinnungsdiktatoren und ihren „nützlichen Idioten“ kultivierte Tabus in heisse (oder kalte) Luft aufzulösen. Wir übertreiben nie, sondern denken bloss dort zu Ende, wo andere längst kalte Füsse gekriegt haben.

Eintrag 143: Die Monstren sind zurück

Das ist unbestritten: Im 20. Jahrhundert hatten wir drei Megamonstren und die hiessen Hitler, Stalin und Mao. Bis heute streiten die Experten zwar noch darüber, wer letzten Endes das grösste dieser drei Megamonstren gewesen war. Dieser Streit ist aber reine Gruselkabinettphilosophie und daher völlig sinnlos. Wichtig ist einzig und allein, dass man aus den verwerflichen historischen Erfahrungen mit solchen Monstren lernt und die Wiederholungstäter rechtzeitig eliminiert, spätestens dann, bevor es endgültig zu spät ist. Auch in den Prozessen Richtung Totalitarismus gibt es so etwas wie einen «Point of no return». Zu China: Herr Xi Jinping ist immerhin noch so «ehrlich», dass er sich zu Mao bek

Einwurf 142: Karin Keller

Bis vor Kurzem hiess es zu Recht, Karin Keller mache ihren Job im Bundesrat viel besser als Ignazio Cassis. Nun kommen aber grosse Zweifel auf. Ihr Gegenvorschlag zur Konzernverantwortungsinitiative ist ja nichts anderes als ein Plädoyer für die Abschaffung des gesamten Strafrechts. Und wenn nicht, dann fragt man sich, warum denn gerichtlich verurteilt werden soll, wer Karin Keller sagt, sie sei eine dumme Kuh, während Rohstoffkonzerne und deren Investoren, abgesegnet von feigen und korrupten lokalen Behörden, ganze Landschaften und damit auch deren Bewohner sanktionsfrei vergiften dürfen.

Einwurf 141: G-7 minus

Von den gegenwärtig führenden Politikern kann man (abgesehen von den Chefs der UNO und der EU) eigentlich nur noch Macron und Merkel ernst nehmen. Der Rest, auch über die G-7 hinaus, bewegt sich irgendwo auf einer Skala zwischen Suppenkaspar und Möchtegernhitler. Dass Bolsonaro von Brasilien sagt, Umweltorganisationen hätten die Amazonasbrände gelegt, deutet klar darauf hin, dass er selber die Reichstagsbrandpraxis sehr gut verinnerlicht hat. Wie dem auch sei: Die Umweltorganisationen haben unser Vertrauen, Bolsonaro hat es nicht. Letztlich hat aber sogar der notorische Hochstapler Trump noch gemerkt, dass gegen den Interventionsappell von Macron kein Kraut gewachsen war, und darauf ist auch

Einwurf 140: Strategische Studien

​​Das Internationale Institut für Strategische Studien (IISS) behauptet immer wieder, ohne die USA wäre Europa militärisch verloren. Dabei stellt sich natürlich sofort die Frage, von welchen Kriegen und Konflikten die überhaupt reden. Wenn sie an Pferde, Kanonen oder Panzer denken, kann man sie ja von vornherein gar nicht mehr ernst nehmen. Wir sind im Atomzeitalter, und die Franzosen haben die Atombombe. Für den totalsten aller Kriege reicht das längstens. Nur ist dann halt die ganze Welt kaputt, und das wollen selbst die schwachsinnigsten Diktatoren, Tycoons und Oligarchen nicht - das «Nichts» ist definitiv kein imperialistisches Ziel. Deren «Zwischenlösung» wären allenfalls noch Flächenbo

Einwurf 139: Imagekiller (Personen und Strukturen)

Am 1. August ist Selbstbeweihräucherung angesagt. Redner, die dagegen verstossen, können bloss noch wählen, ob sie in Zukunft lieber als Nestbeschmutzer oder als Brunnenvergifter angesprochen werden wollen. Ein «Europäer» geht am 1. August am besten gleich ins Ausland, vor allem wenn er noch einen Hund hat (Feuerwerk). Vorher und nachher ist es aber immer ein bisschen anders; wir kennen das vom sonntäglichen Gottesdienst. Dann sieht man nämlich unvernebelt, wer die wahren Imagekiller sind. Zum Beispiel die, welche das (weitgehend überflüssige und nutzlose) Event-Sponsoring des Staates koordinieren (oder auch nicht) und dafür Zigarettenhersteller und Waffenhändler einspannen. Oder ein Aussenm

Einwurf 138: Verbal-visuelle Diarrhö

Es gibt Leute, die monopolisieren jedes Gespräch. Denen können Sie eine kleine Frage stellen und dann ziehen sie los, als müssten sie uns die Geschichte der Menschheit erzählen. Atemlos, ohne Punkt und Komma und vor allem ohne Ende. Auch wenn man sie unterbricht («Will noch jemand ein wenig Salat?»), tun sie nichts dergleichen. Es ist ihnen sogar egal, wenn man ein Parallelgespräch anzettelt; sie hören gar nicht zu. Gegenfragen stellen sie nie, «Hin-und-her» ist unerwünscht, der Monolog ist das Mass aller Dinge. Schnorren, schnorren, schnorren. Seit es die Smartphones gibt, haben es die «Monologisten» zwar nicht mehr ganz so einfach. Sie können ja nicht endlose Texte herumschicken. Erstens i

Einwurf 137: Nazis raus!

Die Nazis in Osteuropa bewundern Putin als «starken Mann» und lästern über den «dekadenten Westen». Putin kann uns gestohlen bleiben, aber beim «dekadenten Westen» haben sie Recht. Der «Westen» ist nämlich gerade deshalb «dekadent», weil er sie, die Nazis, viel zu grosszügig gewähren lässt. Das muss sich tatsächlich ändern, und wer hier ganz böse denkt, ist für «Ausräuchern». Aber man sollte ja nicht immer mit gleicher Münze heimzahlen, obwohl von denen letztlich nur das verstanden wird. «Einbindung» hingegen bringt gar nichts. Zur Kooperation sind sie absolut unfähig und ausgestreckte Hände werden gnadenlos missbraucht. Also muss man sie gezielt marginalisieren und aussortieren, sich in Luf

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