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WPK-BLOG

„Die Welt muss Seele haben“

02.10.2019

Live aus dem Berglandwirtschaftseinsatz: Das Purebüebli kommt nach Hause und sagt, in der Schule müssten sie jetzt die Römer durchackern, dabei seien die doch schon längst ausgestorben. So etwas mache keinen Sinn. 

Aus der Sicht eines Kindes tönt das genial, aber die Lehrpersonen sollten ihren Schülerinnen und Schülern natürlich schon erklären können, weshalb der Geschichtsunterricht Sinn macht. Es geht darin ja um nichts mehr und nichts weniger als um die Herleitung unserer Existenz, unserer Prägung und unserer Identität. Und da spielen die Römer selbstverständlich eine zentrale Rolle. Die Methode, den Geschichtsunterricht mit dem Urknall zu starten, ist aber völlig veraltet. Man muss das Ganze vielmehr vom Schwanz her aufzäumen, also von der Gegenwart, mit der man wenigstens einigermassen vertraut ist. Etwa so: Frankreich, Deutschland, Italien, Grossbritannien, Spanien, Polen, Griechenland, Österreich, Schweiz usw.: Was ist der Charakter dieser Staaten und wie kamen sie dazu? Was sind...

11.09.2019

Normalerweise schmücken wir uns nicht mit fremden Federn, aber bei der Kolumne, die am 4.9.2019 in den «Schaffhauser Nachrichten» (Seite 2) erschienen ist, machen wir eine Ausnahme. Wir hätten zum «Lehrplan 21» nichts Besseres schreiben können. (Solche Überlegungen muss sich schliesslich auch Platon gemacht haben, als er sich mit Sokrates befasste.) Vor allem diejenigen, die ihre Berufskarriere im pädagogischen Bereich planen und bis zur ultimativen Abholzung und Vergüselung Arbeitsblätter produzieren wollen, sollten das unbedingt gelesen haben:

«Die Schaffhauser Volksschule funktioniert seit ein paar Wochen mit dem Lehrplan 21. Was niemand weiss: Bereits werden die nächsten Lehrpläne ausgeheckt.

Lehrplan 2029: Nicht mehr Wissen oder Kompetenzen stehen im Vordergrund, sondern der Spieltrieb. Pädagogen sprechen von «institutionsbasiertem Erfahrungserwerb». Die Schulfächer werden abgeschafft, das Kind entscheidet, was es lernen will. Ein Stundenplan sieht etwa so aus: 8 bis 12 Uhr: Gamen....

05.02.2019

Was in den Geschichtsbüchern steht, hängt bekanntlich von den Interessen der Auftraggeber der Autoren ab. Ich habe Anfang 80er Jahre im Rahmen einer Nachdiplomarbeit (heute: DAS) die Darstellung der europäischen Integration in deutschen, französischen und britischen Lehrbüchern für Gymnasien untersucht und verglichen. Dabei fiel nicht sonderlich überraschend auf, dass es den Deutschen in diesem Zusammenhang darum ging, sich nach den Weltkriegen wieder beliebt zu machen. Die (gaullistischen) Franzosen dagegen liessen durchblicken, dass ihnen die EG (heute: EU) nicht einen Souveränitätsverlust, sondern im Gegenteil einen Einflussgewinn eintrage, weil die nun eh so funktioniere wie Frankreich selber («Frankreich plus»), und den Briten lagen die Prozesse und Institutionen, welche den Handel vorantrieben, seit jeher am nächsten.

Aus heutiger Sicht kann man wohl sagen, dass keiner seine «Ziele» erreicht hat. Die Deutschen sind (zum Teil zu Recht, zum Teil zu Unrecht) unbeliebt geblieben, die...

05.02.2019

Gehört in der Hallenbadgarderobe: «Welches ist dein Scheissfach?» «Französisch, und deins?» «Chemie.» «Warum?» «Der Lehrer ist ein Idiot, er kann nichts erklären».

Mehr Klartext geht nicht. Da werden MINT-Experten in die Schulen geschickt, MINT-Foren werden veranstaltet, MINT-Kampagnen lanciert. Sogar Social Media-Influencer werben für MINT-Studien. Garantierte, langfristige und bestens bezahlte Jobs habe man mit einem MINT-Diplom, sagen sie, und dazu Karriereaussichten vom Feinsten. Zusammen mit einem MBA könne man später sogar in die Liga der Hartwährungsmilliardäre aufsteigen usw.

Aber leider nützt diese Propaganda rein gar nichts, wenn es die real existierenden Lehrkräfte nicht schaffen, ihre Schülerinnen und Schüler für MINT-Studien zu begeistern. Vor allem die hier besonders umworbenen Frauen wollen ganz genau wissen, warum es für sie mehr Sinn machen soll, Mathematik oder Physik zu studieren statt Psychologie oder Germanistik. Und wenn die Lehrperson auf diese Frage nicht überzeug...

14.01.2019

Für grosse Reformen braucht es bekanntlich immer mehrere Anläufe, weil es sich die Ewiggestrigen zur Gewohnheit gemacht haben, bei deren Einführung den Weltuntergang heraufzubeschwören. Sie machen das vor allem, wenn Finanz-, Umwelt- und Menschenrechtsthemen zur Diskussion stehen. Die Menschheit würde hoffnungslos verhungern, sagen sie dann. Aber das ist entweder dumm oder frech oder beides zusammen. Sie sagen das nämlich wider besseres Wissen, denn mittlerweile steht fest, dass die grossen Reformen, wenn sie sich zwangsläufig doch einmal durchsetzen, ziemlich genau das Gegenteil eines Weltuntergangs bewirken (siehe AHV, Alpentransit, Bankgeheimnis usw.). Man müsste die notorischen Reformgegner daher eigentlich wegen Friedens- und Wohlstandsverhinderung vor die Gerichte zerren.

Die gleichen Kreise sind dafür sehr wohl fähig, «Reformen» zu propagieren, die gar keine sind. Es handelt sich vielmehr um gigantische Fehlinvestitionen. Ein Beispiel dafür sind die «Handyschulen», vor allem für...

18.02.2018

HSG-Professoren haben die Tendenz, eine neoliberale Wirtschaftsordnung zu forcieren, den Skelettstaat zu predigen und arbeitnehmerfreundliche Initiativen abzulehnen. Nur die ganz Dummen sägen am Ast, auf dem sie hocken, sagen sie.

Ein Skelettstaat hat aber garantiert keine HSG. Gehören die Professoren dort jetzt auch zu den ganz Dummen? Oder wollen sie lauter private Universitäten, für welche ein paar Milliardäre den wissenschaftlichen Tarif durchgeben?

25.01.2018

Ein Marktfanatikerleben ist nicht immer lustig, zum Beispiel dort, wo der «Markt» statt MINT-Genies lauter nutzlose Philosophen hinausspuckt. Was soll man da machen? Die ehrliche Antwort wäre: «Markt» nur dort, wo er mir passt, sonst eben Diktat. Man könnte sich aber auch fragen, warum bei uns der «Markt» der Philosophen («Phileiner») anscheinend so sexy ist und der MINT-«Markt» eher nicht. Dazu gibt es nämlich mehrere handfeste Erklärungen, aber man muss sie dann auch wahrhaben wollen…. 

25.01.2018

Harvard gut, alles gut? Hatten wir das früher nicht auch schon? Klar doch, im Vatikan, nur geht es in Harvard jetzt nicht mehr um religiöse Dogmen, sondern um intellektuelle und betriebswirtschaftliche «Leadership». Und für das ewigwährende Top-Ranking von Harvard braucht es auch keinen lieben Gott mehr, denn dank der Alumni, der Weltsprache Englisch und der Masse an Medienzitaten ist dieses sozusagen ein Selbstläufer geworden.

So baut Harvard seinen Spitzenplatz im amerikanisch-britisch beherrschten globalen Hochschulmarkt konstant aus. Das alles ist aber nichts anderes als angelsächsischer Kulturimperialismus, egal wie «pluralistisch» das Lehrangebot auf den ersten Blick aussieht. Es entwertet und erdrückt Bildung und Forschung in anderen Kontinenten und Ländern, auch wenn das von vielen Harvard-Professoren vielleicht gar nicht beabsichtigt ist.   

Kommt hinzu, dass in Harvard nicht nur Leistung und Handwerk zählen. Denn wie sonst ist es zu erklären, dass einer wie G.W. Bush ein H...

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