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WPK-BLOG

„Die Welt muss Seele haben“

05.12.2019

Neuerdings gilt in Grossbritannien der «Brexit» als Krankheit, aber das ist ja nicht weiter erstaunlich, wenn man Politiker wie Boris Johnson oder Donald Trump vor sich hat (der den «Brexit» ebenfalls «lässig» findet). Auch in der Schweiz grassiert die Krankheit, im Umfeld von Christoph Blocher und Albert Rösti zum Beispiel, oder in der Zentralschweiz. Sie äussert sich unter anderem darin, dass man sich von seiner natürlichen Umgebung abschottet und sich der (legalen und illegalen) Kriminalität unterwirft. So sind in der weiteren Heimat von Wilhelm Tell zahlreiche saudi-arabische, katarische, ägyptische und russische Kolonien, Hedge Funds- und Rohstoffhandelsgeschwüre entstanden: Gesslerhüte im Multipack.    

Das ist zwar geil und bringt viel Geld, aber es ist garantiert nicht nachhaltig. Auch die Neandertaler hatten den «Brexit». Sie haben sogar den Sex verachtet, wodurch sie vom Homo sapiens allein schon rein demografisch verdrängt wurden. Heute, im Zeitalter des grosse...

27.11.2019

Die «Achsenzeit» (Karl Jaspers) ist eine historische Epoche, welche die menschliche Entwicklung mindestens so stark geprägt hat wie das Neolithikum und die industrielle Revolution. Sie erstreckt sich auf die Jahre 800 bis 200 vor Christus; ich würde sie aber auf das ganze erste Jahrtausend vor Christus ausweiten und so auch Jesus selber noch mit einbeziehen.

«Unsere asiatische Zukunft» heisst ein neuer Buchbestseller. Darin wird kolportiert, die asiatischen Werte würden das 21. Jahrhundert ebenso markant prägen wie die amerikanischen das 20. und die europäischen das 19. Auf Anhieb tönt das zwar nicht schlecht, aber den chinesischen Überwachungstotalitarismus und die indische Grausamkeitskultur schreibt man so nicht einfach weg (und den islamischen Fundamentalismus erst recht nicht). Wenn menschliche Entwicklung aber mit Frieden und Wohlstand gleichsetzt wird, kann die Welt, die Asiaten selber inbegriffen, durchaus von Asien lernen. Für Konfuzius zum Beispiel liegt der Schlüssel für die...

20.11.2019

Wenn wir die Sexualität entsorgen würden, hätten wir sicher weniger Probleme auf der Welt. Denn wer den wahren Konfliktursachen auf den Grund geht, merkt bald, dass bis jetzt gar nie um Rohstoffe, Arbeitssklaven, schräge Götter oder schwachsinnige Ideologien, sondern letztlich immer von Männern um Frauen gestritten worden ist. Seit der Ilias wissen wir das eigentlich schon längst; Goethe und Freud hätten das ebenfalls unterschrieben. Auch religiöse Machthaber haben das gecheckt, nur haben sie darauf falsch reagiert.     

Mit dem Feminismus kommt nun noch der Kampf zwischen den Geschlechtern hinzu: Männer gegen Frauen. Früher mussten sich die Frauen widerwillig hinlegen, heute hingegen ist schon ein «böser Blick» eine Vergewaltigung und eine Penetration erst recht. Mit «MeToo» haben wir uns einen zusätzlichen flächendeckenden Konfliktherd eingehandelt. Schuld daran sind aber weder Feministinnen noch Machos, sondern wiederum die Sexualität und die damit verbundenen Triebe....

19.11.2019

In den Feuilletons erscheinen seit Jahrzehnten immer wieder Beiträge zur «Legitimationskrise» der Geisteswissenschaften. Das ist nicht weiter verwunderlich, wo diese Geisteswissenschaften doch überhaupt nichts nützen und eh bloss von dummen Frauen und faulen Männern studiert werden. Doch was sind denn eigentlich Geisteswissenschaften? Im Umfeld des legendären Wiener Kreises haben sie ja schon mal behauptet, Wissenschaft sei ausschliesslich Naturwissenschaft und Mathematik, allenfalls noch Medizin und Psychiatrie oder Geografie, und damit basta. (Heute kämen da wohl noch die Informatik und die Ökologie hinzu.) Ganz falsch ist diese Position nicht, nur geraten bei ihr gleich auch noch die Jurisprudenz, die Ökonomie und die übrigen Sozialwissenschaften unter die Räder. Zu denen kann man aber durchaus auch die Geschichts-, Sprach-, Bildungs- und Kommunikationswissenschaften zählen, weiter Fächer oder Disziplinen wie Politologie, Soziologie, Ethnologie, Anthropologie usw., und statt von Soz...

26.09.2019

Wissen Sie, wann die Gleichstellung von Mann und Frau wirklich erreicht ist? Wir haben da einen ganz einfachen und bestens messbaren Lösungsvorschlag: Wenn die Verurteilungsraten für egal welche Verbrechen haargenau dieselben sind (also 1 zu 1 oder je 50%). Viel Vergnügen beim Philosophieren.      

19.09.2019

Wenn von «unheiligen Allianzen» die Rede ist, dann befinden wir uns meistens im parlamentarischen Links-Rechts-Kindergarten. Da haben sie zum Beispiel gemeinsam ein Projekt versenkt, weil es den einen «zu weit» und den anderen «zu wenig weit» ging. Der eidgenössische Kuhhandel ist also nicht zustande gekommen. Oder die Nationalisten und die Kapitalismuskritiker verbünden sich gegen die europäische Integration, die Tierschützer wettern mit der Bauernlobby gegen billiges Fleisch aus dem «Ostblock» usw.

Aber das ist folkloristischer Kitsch. Für echte «unheilige Allianzen» braucht es zwei oder mehrere Monstren, die sich so lange gegenseitig hochschaukeln, bis alles, was noch nach Freiheit und Gerechtigkeit riecht, auf der Strecke geblieben ist. Darnach gehen sie direkt aufeinander los und machen die ganze Welt kaputt. Das ist die Strategie des Hitler-Stalin-Pakts. Beispiele:

  1. China, Russland und die USA polemisieren und polarisieren zu Lasten von Europa;

  2. Nazis und religiöse (jüdische...

04.07.2019

Idealisten-Bashing hat es schon immer gegeben, nicht erst heute im Internet. Auch Karl Popper und seine Schüler haben das gemacht und machen es immer noch. Im Fokus des «intellektuellen» Bashings steht dabei regelmässig der griechische Philosoph Platon. Im Gegensatz zu dessen «realistischem» Schüler Aristoteles (den man sich ohne den Lehrer ja eigentlich gar nicht vorstellen kann), gilt er als «böse», weil er die Macht des Geistes über die Macht des Körpers gestellt hat. Von daher müsste man wie Nietzsche, der in Platon so etwas wie einen «Vorchristen» sah, auch Jesus verteufeln. Aber das getrauen sie sich dann doch nicht und beweisen damit einmal mehr ihre unkritische, ideologiegesteuerte «Unlogik der Forschung».

Richtig ist, dass viele «Idealisten» gar keine sind und zu «realistischen» Monstren mutieren, sobald sie an die Macht gelangen. Auch Karl Marx hat klar unterschätzt, dass seine «historische Zwischenphase» der Diktatur des Proletariats nicht in den humanistischen Kommunismus fü...

06.05.2019

Eigentlich sollten wir ja immer freier und klüger werden. Doch das passt nicht allen, und wir reden jetzt nicht von totalitären Diktaturen und orientalischen Sklavenmärkten, sondern von der wissenschaftlichen und industriellen Moderne.

Was einst als platonischer Ideenkosmos den humanen Fortschritt voranbrachte, verkommt immer mehr zu einem geruchs-, geschmacks- und emotionslosen Brei aus Zahlenbergen und Paragrafenlawinen. Denn was die Einschnürungen durch die methodischen, mathematischen, technischen, logistischen, finanziellen und juristischen Zwangskorsette unserer Zeit nicht aushält, existiert früher oder später überhaupt nicht mehr.    

Dieser Prozess ist natürlich alles andere als neu, aber mit der Digitalisierung beschleunigt auch er sich nun deutlich spürbar und entsprechend verstärken sich seine Haupttreiber: Der Gott, der in der Didaktik hockt (Türcke), das Medium, das die Botschaft ist (McLuhan), die Logik der Forschung und Entwicklung, die alles sofort kübelt,...

01.05.2019

Ein renommierter Demenzforscher sagt, es gebe sieben Risikofaktoren für Alzheimer: Depression, Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, mangelnde Bewegung und mangelnde geistige Aktivität. Das macht durch und durch Sinn; mir fehlt auf dieser Liste eigentlich nur noch der Elektrosmog der Handyseuche.

Man kann das auch andersherum und verallgemeinernd formulieren und ein heiteres Gemüt, viel körperliche Bewegung und viel geistige Aktivität zur Grundlage einer hohen Lebensqualität deklarieren. Diese Erfolgsfaktoren machen nämlich weder dick noch krank, und für eine hohe Sozialkompetenz sind sie geradezu unabdingbar.

Tatsache ist jedoch, dass eine grosse Mehrheit diese Lebensqualität gar nicht will, weil sie meint, sie sei «genussfeindlich». Gegen diese Einstellung ist ohne Not kein Kraut gewachsen, und darum wird auch der Klimaschutz nicht so funktionieren wie er rational eigentlich angesagt wäre.

12.02.2019

Wir waren erstmals vor 15 Jahren in Fes und in Marrakesch und vor kurzem ein zweites Mal. Das Vergleichsurteil fiel einfach und schnell: Damals war es schöner. An anderen Orten sagten wir mehr oder weniger dasselbe. Folglich war es früher überall schöner als heute, und das nicht nur auf Reisen, sondern auch zu Hause. Schöner und besser. Zum Beispiel an der Arbeit: Der Wandel beschleunigt sich, der Wettbewerb verhärtet sich, die Leistungsanforderungen steigen, die Vorgesetzten werden immer ekliger, man kommt rund um die Uhr nie mehr zur Ruhe. Oder im Privaten: Die traditionellen Frauen- und Männerrollen sind weg, alle wollen/sollen alles machen, dazu der Bildungsstress mit den Kindern, der PS-Stress in der Tiefgarage, der Quadratmeterstress mit dem Haus und dem Garten usw.: Früher Lebensqualität, heute Burnout. Wer in den 40er-Jahren auf die Welt kam, konnte machen, was er wollte und profitiert heute noch davon, aber dieses paradiesische Leben wird nie wieder zurückkehren. Dabei sollten...

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