WPK-BLOG

„Die Welt muss Seele haben“

28.05.2020

Dem Bundesbeamten Koch wird vorgeworfen, seine Krisenmanagementmacht sei zu gross (gewesen). Gut, dann sagen wir im Hinblick auf eine allfällige «zweite Welle» jetzt schon, wer es besser kann: Thomas Aeschi und Roger Köppel. Demokratisch legitimiert, fachlich kompetent, juristisch geschult, medial versiert und charakterlich integer: Das absolute Dreamteam. Die Herren Trump, Bolsonaro, Putin und Orban jedenfalls nähmen sie wohl per Handschlag und für Millionenhonorare.  

20.05.2020

Dass der Trump-Deal mit Israel nichts wert ist, wusste man ja schon, bevor es ihn überhaupt gab. Nun haben die Palästinenser sämtliche Abkommen mit den USA und Israel gekündigt. Ob sie sich das auch leisten können, ist zwar nicht so sicher. Entscheidend ist aber die Erkenntnis, dass ein «dauerhafter Friede» absolut unmöglich ist, wenn sich eine der Hauptparteien von Beginn weg überdeutlich davon distanziert.   

Das forsche Vorgehen von Netanyahu und Co. erinnert an das Münchner Abkommen von 1938. Wenn die USA und Israel ihre Annexionsstrategie im bisherigen Stil und Takt weiterführen, werden wir es früher oder später auch in Palästina mit Konzentrationslagern und Massenerschiessungen zu tun haben. 

Unterdessen können es sich die Europäer ja überlegen, ob sie mit den USA und Israel weiterhin Zusammenarbeitsverträge abschliessen sollen.

19.05.2020

Die USA verlassen eine internationale Organisation nach der andern und wollen sich auch immer weniger an multilateralen Abkommen beteiligen. Auf den ersten Blick ist das zwar ärgerlich (unsolidarisch), auf den zweiten jedoch gerade recht so. Die Institutionen und ihre Programme haben dann zwar weniger Geld, dafür werden sie ohne diese einfältigen Trumpmarionetten viel besser, und das ist schliesslich die Hauptsache. Das Twitterproletariat muss jetzt ohnehin erst mal die Sauereien aufräumen, die es im eigenen Land veranstaltet hat. Sofern es das überhaupt kann.

18.05.2020

Der Bilateralismus der Schweiz mit der EU hält sich hartnäckig als «Königsweg», dabei war er schon von Beginn weg nichts anderes als ein «Bettlerpfuhl». Nur hat sich nie einer getraut, das offen zu sagen.   

Seit einem halben Jahrhundert verwehrt uns die Nichtmitgliedschaft in der EU und ihrer Vorläuferinnen fundamentale Mitbestimmungsrechte in absolut lebenswichtigen Geschäften. Dazu kommen erhebliche Wohlstandsverluste wegen all den Bürokratie- und Transaktionskosten, die der unvollständigen, bruchstückartigen und unübersichtlichen Teilnahme am gemeinsamen europäischen Markt geschuldet sind. Auch der nie enden wollende Zusammenarbeits-Verhandlungsmarathon ist nicht unbedingt eine «Renditeperle»….      

Eine «Mitgliedschaft ohne Mitbestimmung» haben wir natürlich sehr wohl. Das merkt man vor allem beim Euro und bei Schengen, wo man den Kurs der EU geradezu sklavisch nachvollzieht (nachvollziehen muss). Wer das abstreitet, der lügt. Auch die Beamtenpflicht, jede...

18.05.2020

Den einen gehen die Coronaregime-Lockerungen «zu weit», den anderen «zu wenig weit». Sie tönen damit genau gleich wie die notorisch korrupten, Programmchaos und Reformstau veranstaltenden parlamentarischen Parteiaffen, und sie werden von denen denn auch lebhaft sekundiert. Zusammen mit vielen anderen demonstrieren sie mittlerweile jede Woche gegen die «Diktatur der Exekutive». Lustig ist dabei, dass jene Parlamentarier, die das meiste Öl ins Feuer giessen, ohne zu zögern sofort in diese Exekutive einziehen würden. Weniger lustig ist das Demonstranten-Gemenge, denn aus der Gelbwestenanarchie haben wir gelernt, dass in derart heterogenen Suppen eher früher als später die «schwarzen Blöcke» der Neonazis das Kommando übernehmen. Verwüstete Strassenzeilen wie in Paris können uns aber gestohlen bleiben. Die Polizei handelt also richtig, wenn sie unter dem Coronaregime unerlaubte Demonstrationen konsequent auflöst. Wer dagegen etwas zu motzen hat, soll das über die Medien machen. YouTube, Twi...

18.05.2020

Wissen Sie, wer «gemässigt» ist? Wir wissen es auch nicht, aber wir machen einen Vorschlag: «Gemässigt» ist einer, der etwas will, aber darauf verzichtet, wenn man ihm dafür etwas anderes gibt. Nicht klar? Dann halt so: Gemässigt ist einer, der etwas nicht will, es aber trotzdem akzeptiert, wenn man ihm sonst nichts gibt. Noch weniger klar? Also gut: Ein «Gemässigter» ist immer ein Lieber, vor dem man sich nie fürchten muss. Ein «Radikaler» hingegen ist das hundertprozentige Gegenteil davon.

Manövriermasse gegen Kreativgenie.       

03.05.2020

Ueli Maurer wird vorgeworfen, er sei unkollegial, weil er sich öffentlich von diversen «Coronaentscheiden» des Bundesrats, dem er ja selber angehört, distanziert. Die Kritik ist aber nur dann berechtigt, wenn er zu Ungehorsam aufruft und sich selber nicht an die Entscheide hält. Dass man ihm hingegen verbieten will, seine persönliche Meinung kundzutun, ist nichts anderes als ein Aufruf zu Intoleranz und Intransparenz.    

Wenn es nach mir ginge, wäre Maurers SVP längst aus dem Bundesrat geflogen, und die anderen hätten zusammen eine grün-liberal-soziale Koalition (der «vernünftigen 70%») gebildet. Umso mehr habe ich mit allen Einwohnerinnen und Einwohnern dieses Landes das Recht, aus erster Hand zu erfahren, wie dessen Regierungsmitglieder ticken. Die von wichtigtuenden Journalisten gehätschelten Latrinenwege der «gut unterrichteten Kreise» und der «glaubwürdigen Insiderquellen» sind da eindeutig zweite Wahl, wenn überhaupt.

Eine Regierung, deren Mitglieder unterschiedliche Pos...

29.04.2020

Als vor gut einem Jahrzehnt die Finanzkrise wütete, sagten «namhafte Experten» den Kollaps des Euro und der EU voraus. In der Coronakrise kommen sie nun wieder mit dem gleichen Quark. Es ist offensichtlich, dass da stets ein rassistischer Urwunsch der Vater des Gedankens ist, aber auch diesmal wird er nicht in Erfüllung gehen, vor allem jetzt, wo man sieht, welche Sauerei sich die Engländer mit dem Brexit eingebrockt haben. Die auch für den «europäischen Corona-Marshallplan» geforderten «Eurobonds» scheiterten zwar erneut. Das nächste Mal wird es aber klappen, denn so nah wie heute waren wir noch nie dran.

Auch in Deutschland haben sie mittlerweile gemerkt, dass der mediterrane Bogen von Katalonien nach Venetien ein viel grösseres wirtschaftliches Potenzial aufweist als die ehemalige DDR. Sie können einfach noch nicht über den eigenen Schatten springen und das so direkt zugeben. Wer die Eurobonds nicht will, müsste konsequenterweise ja auch den Euro wieder abschaffen und Bundesländeranl...

27.04.2020

Wir sind ja stets ausgesprochen herrschaftskritisch und äussern uns auch entsprechend, aber im Fall des Corona-Krisenmanagements dürfen wir bedenkenlos schreiben, dass der Bundesrat seinen Job ausgezeichnet macht. Mit den kleinen Fehlentscheiden und Unterlassungen halt, die immer passieren. Jedenfalls möchten wir jetzt weder von Boris Johnson noch von Donald Trump regiert werden. (Von Putin, Xi Jinping, Bolsonaro, Modi und Co. reden wir gar nicht.)

Wenn man das Vaginalpiercing und die Zuckerwattefrisur (Walker-Späh) aber zu systemrelevanten Kunstwerken salbt und den Parteien für eine einwöchige Seifenoper eine millionenschwere Ausnahmebewilligung ausstellt, dann sollen sie nun bitte auch den Abstimmungskalender sofort wieder in Kraft setzen. Internet, Medien und Post funktionieren perfekt; mehr braucht es nicht. Das Stimmvolk ist viel weniger dumm und folglich auch viel weniger reaktionär als die Parteien und kann auch auf deren Bahnhofs- und Strassenkreuzungsschmierereien verzichten. (...

25.04.2020

Stellen Sie sich vor, der Schweiz steht in den nächsten paar Minuten ein flächendeckender Bombenangriff bevor und der General will auf den Abwehrknopf drücken, darf aber nicht, weil die «Sicherheitsdelegation» des Parlaments dagegen ist. Sie sagt, die Operation werde misslingen, weil die Soldaten gestern abend die falschen Osterhasen gegessen hätten.

Etwa so malen sich unsere Parlamentarier ein «rechtsstaatlich legitimiertes» Postcorona-Krisenmanagement aus. Ausgerechnet für Notlagen fordern sie in Untätigkeit versumpfende und Chaos veranstaltende Parallelregierungen. So etwas bringt man ja bloss fertig, wenn man mehrere luxuriös aufgeplusterte Dienstreisen in Venezuela und in Afghanistan hinter sich hat.  

Wenn die ideologisch und monetär vergifteten Parteipolitiker nicht schnellstens aufhören, im Ungeist von Donald Trump auf charakterlich integre und fachlich qualifizierte Krisenmanager loszudreschen und unnötige soziale Unruhen anzuzetteln, muss eines schönen Tages wirklich «gnadenlos...

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