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WPK-BLOG

„Die Welt muss Seele haben“

28.02.2018

Wenn man herumfragt, wer oder was die Welt regiere, heisst es meistens das Geld oder eben die Wirtschaft, vielleicht noch charismatische Politiker (eher in Diktaturen als in Demokratien), aber sicher nicht Kulturträger. In den öffentlichen Haushalten gilt Kultur ja seit jeher als Nice-to-have mit dem grössten Sparpotenzial, eine Art Freizeitluxus. Zumal er dort, wo er rentiert, eh wieder von der Wirtschaft aufgefressen wird (von Disney und Co.).

Dabei geht vergessen, dass Kultur nicht «bloss» Kunst oder schöne Künste ist, sondern eben Geist, d.h. Bildung, Wissenschaft, Philosophie, Religion, Verhaltensweisen, also alles, was der Natur abgetrotzt wurde und was letztlich die Zivilisation ausmacht. Ohne diesen «geistig-kulturellen Komplex» gäbe es weder erfolgreiche Unternehmer noch umsichtige Politiker.

28.02.2018

Es gibt immer wieder Leute, die vergleichen in allem Ernst Michael Jackson mit Wolfang Amadeus Mozart. Superstars der Musik seien sie gewesen. Aber das ist an den Haaren herbeigezogen. Wer die beiden auf die gleiche Ebene hebt, hat vielleicht von Showbusiness etwas verstanden, von Musik aber ziemlich wenig. Michael Jackson wäre nie im Leben in der Lage gewesen, eine Oper vom Format des «Figaro», des «Don Giovanni» oder der «Zauberflöte» zu komponieren. Was hier an Soziologie, Psychologie, Dramaturgie, Themenführung, Melodienreichtum und Orchestrierung zusammenprallt, ist geradezu extraterrestrisch. Dazu kommt der ganze Kosmos aller anderen Kreationen von Mozart: Weitere Opern, Orchesterwerke, Kammer- und Klaviermusik, das Requiem usw., d.h. sicher 100 absolute Spitzenwerke von mindestens 15 Minuten Aufführungsdauer.

Dagegen stehen «Thriller» und eine Hand voll kurze Evergreens mit zahlreichen Wiederholungen. Die wurden zwar weltweit abermillionenfach verkauft, aber das hat mehr mit mass...

25.02.2018

Dass man den amerikanischen Weltherrschaftsansprüchen die Stirn bietet, ist richtig. Aber so, wie das die Russen in Syrien machen, geht das nicht. Das ist eine Riesensauerei. Man verbündet sich mit einem Verbrecher und lässt das Volk krepieren.

"Es geht um mein Leben, und darüber bestimme ich und nicht die deutsche Presse", posaunte vor ein paar Monaten Gerhard Schröder vor dem Hintergrund seiner Russlandmandate. Er täte gut daran, sich das noch einmal zu überlegen.

Unterdessen fragen wir uns, was wir mit unserem Champions League-Konsum anfangen sollen. Wir lieben zwar die globalisiert bestückten Stadtmannschaften, die zwangsläufig antinationalistisch aufgestellt sind. So haben wir jetzt zum Beispiel selbst ohne Arsenal London gleich fünf grossartige englische Mannschaften in der Endausmarchung, worin man englische Spieler und Sponsoren schon fast mit der Lupe suchen muss. Nicht aber Gazprom.

Auch Musikliebhaber kommen an Netrebko und Gergiev nicht einfach so vorbei. Dabei ist Russland wa...

22.02.2018

«WPK-Balance» heisst auch, dass Wirtschafts-, Rechts- und Kulturräume deckungsgleich sind. Heute wird die Politik zwischen Globalkommerz und Heimatromantik zerrieben. So verliert sie ihre soziale Scharnierfunktion zwischen Geld und Geist. Das kann man aber nur mit Strukturreformen korrigieren, welche sich zu einer «konstitutionellen Mittelräumigkeit» verpflichten. In dieser Hinsicht ist die Schweiz auf der nationalen Ebene derzeit ganz gut aufgestellt, auf der regionalen und der kommunalen hingegen überhaupt nicht. Wir haben viel zu viele Kantone und Gemeinden, und auch deren Grössenunterschiede sind viel zu gross. 

In der Grossräumigkeit macht das Geld das Gesetz und das Gesetz formt den Geist. In der Kleinräumigkeit ist es umgekehrt. Beides funktioniert auf die Dauer nicht. Im ersten Szenario verkommt der Mensch zu einem rücksichtslosen Abzocker, im zweiten zu einem sektiererischen Spiesser. Die Mittelräumigkeit balanciert das aus: Die Politik ist wertepluralistisch inspiriert und reg...

21.02.2018

Spätestens jetzt nach dem Massaker von Parkland ist klar: Die NRA und die von ihr unterstützten Politiker sind Massenmörder. Die Amokläufe, von denen wir jeweils vernehmen, sind nur die Spitze eines gigantischen Eisbergs. Schauen Sie mal die amerikanischen Statistiken an. Im Vergleich zu den Vollstreckern der Waffenlobby sind dort die saudi-arabisch finanzierten islamistischen Terroristen herzige kleine Kätzchen.

18.02.2018

HSG-Professoren haben die Tendenz, eine neoliberale Wirtschaftsordnung zu forcieren, den Skelettstaat zu predigen und arbeitnehmerfreundliche Initiativen abzulehnen. Nur die ganz Dummen sägen am Ast, auf dem sie hocken, sagen sie.

Ein Skelettstaat hat aber garantiert keine HSG. Gehören die Professoren dort jetzt auch zu den ganz Dummen? Oder wollen sie lauter private Universitäten, für welche ein paar Milliardäre den wissenschaftlichen Tarif durchgeben?

18.02.2018

Jetzt wollen sie in den Bahnhöfen überall das Rauchen verbieten. Die Idee ist nicht schlecht, doch gegen die chronisch stinkenden Toiletten der Züge und vor allem gegen die genau gleich stinkenden Nahrungsmittel der Passagiere unternehmen sie nichts. Konsumenten, Händler, Produzenten: Stoppt bitte, bitte, bitte endlich diese Unverschämtheit, die Mitreisenden olfaktorisch mit Fäkalienfrass zu vergewaltigen. Danke.    

18.02.2018

Federer hier, Federer dort, Federer oben, Federer unten, Federer hinten, Federer vorn, Federer links, Federer rechts. Federer historisch, Federer ausserirdisch, Federer total.

Ja, er ist immer nett, er hat die beste Familie, er macht alles richtig, er ist perfekt. Ja, er ist der Einzige, der kein Doping nimmt und er ist auch der Einzige, der sein Geld verantwortungsvoll anlegt. Ja, er ist ein Botschafter und ein Vorbild. Ja, er ist Jesus Christus.

Aber nun reicht’s langsam. Was ist eigentlich sein Job? Genau: Bälleli über ein Netz schlagen. Fertig.

09.02.2018

Europaweit schielen mittlerweile praktisch alle politischen Parteien, auch die linken, «patriotisch» nach rechts aussen, was ihrer Glaubwürdigkeit und Handlungsfähigkeit natürlich nicht förderlich ist. Diese Wege führen zwangsläufig in die Irre; das weiss jeder Hobbyhistoriker. Die Franzosen haben das gemerkt, dieses «System» in Luft aufgelöst und dessen Dinosaurier in die Wüste geschickt. In anderen Ländern sollte das jetzt eigentlich auch so laufen, inklusive Schweiz. Man muss es aber besser machen als in Italien; auch die «Cinque Stelle» sind immer noch mehr «Partei» als «Bewegung». Allein schon der «Boss» dort….     

08.02.2018

Sie spenden für einen guten Zweck und kaum haben Sie eine Verdankung oder einen Steuerausweis im Briefkasten, flattern die nächsten Einzahlungsscheine herein. Das ist nichts anderes als «humanitäre Belästigung». Die «Bettler» sagen dann zwar, selbst mit einem riesigen Overhead, total unökologischen Fötzel-Kampagnen und ekelhaft aufdringlichen Standaktions- oder Callcenter-Aufträgen würden sie noch Profite für die «Ärmsten der Armen» herausschlagen.

Das trifft wohl zu, aber wollen Sie wirklich, dass 90% Ihrer Spenden gar nicht zu diesen Armen gehen, nur weil sich die Hilfswerke auf den Füssen herumstehen?

Das kommt uns irgendwie bekannt vor. Richtig: Vom Steuerwettbewerb der Kantone und Gemeinden.

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