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WPK-BLOG

„Die Welt muss Seele haben“

18.03.2018

Ich habe die Berichte über den Rupperswiler Vierfachmörder nicht gelesen. Im Gegensatz zu jenen über das unsägliche Dauermassaker in Syrien interessierten sie mich ganz einfach nicht. Bin ich deswegen jetzt auch geisteskrank?

15.03.2018

Zeitreisen sind hip und bald jeder ist auf der Suche nach «seinem» goldenen Zeitalter. Wer in die Antike verliebt ist, denkt an Echnaton und Nofretete, an Perikles und die Schule von Athen oder an Augustus und Jesus. «Mittelalterliche» stehen auf Karl den Grossen oder auf Friedrich II. und deren Zeitgenossen.

Ich habe zwei «Beamer»-Favoriten: Renaissance und Französische Revolution.

Mein erstes «Zeitreiseleben» würde von 1480 bis 1560 dauern; das deckt sich mit jenem von Michelangelo. Ich sähe ihn und da Vinci, Raffael, Erasmus, Luther, Calvin, Kolumbus und Kopernikus am Werk. Der Humanismus kommt auf und mit ihm die Reformation. Gleichzeitig kämpft Karl V. an allen Fronten: Gegen religiöse Ketzer, eigensinnige Kurfürsten, revolutionäre Bauern, die Franzosen, den Islam bzw. die Türken, Inka, Maya, Azteken. Er verkörpert wirklich so etwas wie eine «Achsenzeit».  

Das zweite «Zeitreiseleben» würde sich zwischen 1750 und 1830 abspielen, also im Gleichschritt mit demjenigen von Goethe. H...

14.03.2018

Ich habe mich gerade durch das «Pop-Musik-Schlachtross» von Diedrich Diederichsen gekämpft. Der Wille des Autors, die Pop-Musik als Superkunst zu verklären, ist unübersehbar. Allein schon von der «theoretischen Einbettung» her ist alles da, was zählt: Bach, Beethoven, Wagner, Boulez, Stockhausen, Cage, John Coltrane, Miles Davis, Kant, Hegel, Adorno, Foucault, Derrida, Bourdieu, Luhmann….

Aber im Kern der Sache setzt Diederichsen konsequent auf die Falschen, nämlich nicht auf die «Kunstrocker», sondern auf die «Dreckrocker». D.h. «seine» Pop-Musik ist gerade deshalb eine Superkunst, weil sie sich nicht mit hergebrachten Superkünsten misst. Nur: Aus Dreck wird nie Gold, auch wenn der Dreck interessante Hintergründe und Erklärungen hat und spontan fasziniert.

Diederichsens wohl vergebliches Bemühen erinnert mich an jenes der klassischen Musiker, der atonalen Postmoderne eine olympische Position zu verschaffen. Auch das hat nichts gebracht. Hässliche Töne mögen intellektuell vielleicht int...

14.03.2018

Viele schimpfen, dass die Winterolympiaden nicht mehr in «traditionellen» Wintersportorten durchgeführt werden, sondern irgendwo in einer asiatischen Pampa mit einem totalitären politischen Umfeld.  

An diesem Ärger sind die Sportler und ihre Verbände aber selber schuld. Denn sobald sie eine konsequent eingehaltene Obergrenze von 50 Wettbewerben beschliessen, bin ich sofort wieder für Winterolympiaden, auch in der Schweiz. Werden neue Wettbewerbe eingeführt, muss man halt mit alten abfahren, und innerhalb von einzelnen Sportarten ist sowieso ein Abbau von Wettbewerbsorgien angesagt. (Typische Beispiele: Eisschnelllauf, Ski nordisch und Ski alpin.) Ausserdem müssten alle jemals ertappten «Dopingsünder» unwiderruflich-lebenslänglich von sämtlichen Olympiaden ausgeschlossen werden, und dafür bräuchte es selbstverständlich ein transparentes, flächendeckendes und kompromissloses Präventions- und Kontrollsystem. Unter Prävention verstehe ich unter anderem auch die Androhung von ruinösen...

14.03.2018

Von den Eltern und in der Schule haben wir gelernt: Es gibt zwei Sorten von Anreden, nämlich «Sehr geehrter» oder «Lieber», je nachdem, wie gut man eine Person kennt und/oder mit dieser auskommt.

In frankophonen und anglophonen Ländern haben wir später gelernt: Statt «Sehr geehrter» kann man völlig problemlos auch «Lieber» verwenden («Cher», «Dear»). Auch im XING wird das häufig so gemacht.

Nun stellen wir aber fest, dass heute aufgrund von politisch korrekten Empfindlichkeiten sowohl «Sehr geehrter» als auch «Lieber» tunlichst umgangen werden. Stattdessen erhalten wir lauter «Hallo», «Grüezi», oder «Guten Morgen», egal ob wir unsere mail-box um 16 oder um 22 Uhr öffnen. Oder wir öffnen sie morgens um 7 Uhr und nehmen mit grösstem Vergnügen den Wunsch nach einer «Guten Nacht» entgegen. Dabei haben wir absolut miserabel gepennt, weil unser Lebenspartner mal wieder voll durchschnarchen musste.

Damit das ganz klar ist: Wenn ich jemanden mit «Liebe» oder «Lieber» anrede, dann heisst das defin...

12.03.2018

Aus dem Silicon Valley wird berichtet, dass sie dort eine «Wertekrise» hätten und dass deshalb bald jeder zweite Big Data-Milliardär nach dem Muster von Bill Gates und Mark Zuckerberg die Gründung einer karitativen Stiftung zumindest andiskutiere. Solche Gedankenspiele sind zwar besser als ein NRA-Massaker in einer Provinzschule, aber die «Charity»-Spur ist trotzdem falsch. Wer wirklich Sinn stiften will, soll sich um eine systematisch angelegte globale Grundversorgung mit Wasser, Toiletten, Elektrizität und Information kümmern und nicht um seine persönlichen «Bonzenhobbys». Ausserdem ist mit «Technik» oder «Technologie» allein die Welt nicht zu retten, sonst wären wir schon längst im Garten Eden. Es droht vielmehr das Gegenteil: Das Risiko, dass sich am Schluss der «gemeinnützigen Wertkette» doch wieder bloss jene Industriebranchen bereichern, die das gar nicht nötig haben (sie selber, Pharma, Finanzen usw.), ist hoch bis extrem hoch. 

       

«Charity stat...

12.03.2018

Den besten Eindruck im ganzen Trump-Chaos macht Frau Malania. Sie hält sich konsequent daraus heraus. Das mag so seine Gründe haben, aber es ist gut. Herr Merkel und Herr May (oder wie sie heissen) halten auch den Mund, und Prinz Philipp macht wenigstens bloss dumme Sprüche.

Was soll dieser First Lady-Zirkus überhaupt? Er schafft doch bloss überflüssige Unruhe und institutionelle Asymmetrien, je nachdem, wofür sich die First Lady zufällig gerade interessiert.

Parallelregierungen sind Gift für den Staat, und wer sich wie Richard Nixon oder Saddam Hussein mit kadavergehorsamen und skrupellosen Prätorianern umgibt, der ist eh ein verfolgungswahnsinniger Psychopath. Donald Trump ist das zwar auch, aber wenn seine Frau das nicht noch zusätzlich forciert, handelt sie echt klug.

09.03.2018

Sie können bringen, was sie wollen: Solange die (offene oder versteckte) Absicht darin besteht, die 50-70-Jährigen auszuplündern, diesen keine Jobs mehr zu geben statt sie rechtzeitig und permanent umzuschulen und dafür pfannenfertige, angelsächsisch indoktrinierte Expats zu importieren, haben sie nicht den Hauch einer Chance auf ein höheres AHV-Alter. Dazu kommt ja noch das Gleichstellungsproblem….

09.03.2018

Trump trifft Kim Jong-un. Im Handgepäck: Hillary Clinton, Wladimir Putin, Roger Köppel, die Anführer der NRA und des KKK, zehn Pornofrauen, fünf Atombomben und eine Tonne Kaugummi für die Armen in den koreanischen Dreckslöchern.

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