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WPK-BLOG

„Die Welt muss Seele haben“

28.10.2018

Wenn man Unternehmer und Politiker fragt, wie die Wirtschaft «gefördert» werden soll, dann palavern sie von Globalisierung, freien Märkten, Rahmenbedingungen, Infrastruktur, Innovation, Digitalisierung, Spitzentechnologien, attraktiven Arbeitsplätzen, niedrigen Steuern und unbürokratischen Prozessen. Die übliche Phrasendrescherei. Gesellschaftliche und ökologische Verantwortung kommen da praktisch nie vor, und das macht doch misstrauisch. Denn hinter dem Palaver steckt das McKinsey-Rezept, das die ganze Welt verseucht und das von PWC, KPMG, EY und Co. munter auf die Spitze getrieben wird: Möglichst niedrige Löhne, möglichst keine Steuern, möglichst keine Gesetze, dafür jede Menge Nazi-Produkte (Waffen, Drogen, dreckige Energie, noch dreckigere Rohstoffe usw.). Die Reputation der Kundschaft ist egal (siehe soeben wieder McKinsey und Saudi-Arabien im Fall Kashoggi), Hauptsache, sie zahlt und dient der Forcierung einer angelsächsisch geprägten, selbstherrlich abgeschotteten «Parallelwelt»...

26.10.2018

Von den grossen Medien, vor allem von den staatlichen, wird erwartet, dass sie «ausgewogen» berichten. Das ist grundsätzlich richtig. Andererseits dürfen sie Donald Trump, die chinesischen und russischen Alleinherrscher, arabische Menschenmetzger, israelische Kommandokiller, korrupte Caudillos und braune Parteiführer aber nicht gleich behandeln wie eine lokale Sektion der Heilsarmee. Nach den bitteren Erfahrungen mit der Hitlerei und mit anderen Totalitarismen haben sie sogar die Pflicht, steinhart gegen die rechtsextremen Idioten und deren Wegbereiter anzuschreiben. Wer das nicht macht und sich bei denen gar noch anbiedert, ist ein Feigling und wird zum Komplizen. Klar muss man es gut und überzeugend machen («Investigativer Qualitätsjournalismus») und dabei stets auf der Hut sein, sich nicht selber an faschistischen Arbeitsmethoden zu vergreifen. Aber das ist absolut möglich, und es gibt zum Glück immer noch viele gute Beispiele dafür. Denen muss man jedoch den Rücken stärken und nich...

18.10.2018

Nach der Frage, ob die «68er» die Welt verändert hätten, beschäftigt uns neuerdings das Thema, ob die MeToo-Bewegung einen in ihrer gesellschaftlichen Bedeutung vergleichbaren «Paradigmawechsel» auslösen werde oder bereits ausgelöst habe.

Das kommt jetzt natürlich vor allem auf die Frauen an. Nicht nur nach Vergewaltigungen und anderen, nicht ganz so drastischen körperlichen und verbalen Belästigungen, sondern auch im Zusammenhang mit «unglücklichen Beziehungen» liest man ja mit mechanischer Regelmässigkeit, die Frauen seien entweder plötzlich oder aber schleichend unfähig geworden, eine kritische Situation mit gesundem Menschenverstand zu bewältigen. Unzurechnungsfähig also. Sie waren medikamentös oder alkoholisch betäubt, sie liessen sich mit rhetorischem Schwachsinn zudecken (und fanden das sogar lustig), sie haben sich kopf-, bedingungs- und hoffnungslos verliebt oder sie glaubten viel zu lange, selbst ein Gangster werde sich eines Tages doch noch in einen Engel verwandeln (lassen).

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16.10.2018

Sie kennen das: Man berichtet über sein Leben und macht das in erster Linie über den Beruf und die damit zusammenhängende Ausbildung. Diese Selbstverständlichkeit kommt vor allem jenen entgegen, welche anspruchsvolle Studiengänge absolvieren und populären Beschäftigungen nachgehen, wenn möglich noch in leitenden Positionen und mit hohen Einkommen. Ziemlich blöd hingegen ist sie für alle anderen, auf die das nicht zutrifft. Sie sind vielleicht Kioskverkäuferin, Hausmann, Working Poor, arbeitslos oder behindert und stehen so unter ständigem Rechtfertigungsdruck. Von der Familie und von Ferien zu erzählen, kann zwar entlastend sein, aber wenn auch hier in den Augen des Mainstreams entweder überhaupt nichts oder alles schief läuft, wird guter Rat extrem teuer.     

Statt sich über Geschlecht, Rasse, Alter, Nationalität, Wohnort, Familie, Ausbildung und Beruf zu definieren, empfehlen wir daher eine andere «Vorstellungsmethode». Sie läuft primär über Charaktereigenschaften. Hie...

14.10.2018

Die Bibel beginnt mit dem Satz, dass «am Anfang» Gott den Himmel und die Erde schuf. Der eigentliche Anfang war also ein ausserhalb von Himmel und Erde wirkender Gott. Der Evangelist Johannes präzisiert: «Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen». Ähnliche Konzepte sind im Hinduismus (Rigveda) und im Taoismus (Laotse) nachzulesen.

Goethes Faust findet das diskussionswürdig, zumindest solange er sich noch von seinem Pudel und nicht schon vom Teufel inspirieren lässt. Er zweifelt an der Übersetzung und behauptet, es müsse «Sinn» heissen und nicht «Wort». Aber der «Sinn» passt ihm nicht lange, auch die «Kraft» verwirft er gleich wieder; schliesslich kürt er die «Tat» zum besten aller Anfänge.

   

Man kann den biblischen Gott oder dessen «Weltschöpfung» auch mit...

11.10.2018

Die Frankfurter Buchmesse zelebriert dieses Jahr Georgien. Das ist auf den ersten Blick ein dankbarer Gast, denn Georgien wird spätestens seit dem Untergang der UdSSR als kleines Paradies auf Erden hochgejubelt. Da fliessen nicht nur Milch und Honig, sondern vor allem auch der älteste und damit selbstverständlich beste Wein der Welt, und die Leute sind alle wahnsinnig nett, also wirklich. Ein goldenes Verbindungsstück zwischen Orient und Okzident, und oh Schreck, gerade deswegen immer wieder und auch heute noch von den bösen Russen gepeinigt.

Aber spätestens hier schrillen die Alarmglocken, und schon ein paar kurze Recherchen offenbaren glasklar, dass die Politik in diesem «Paradies» kein Dreck besser ist als jene in Moskau oder in Kiew. Wer weder ein korrupter Oligarch noch ein amerikahöriger Kasinokapitalist ist, hat dort rein gar nichts zu bestellen und muss relativ schnell sogar um sein Leben fürchten. Da können die in Frankfurt auftretenden Schriftsteller noch so tolle Bücher schre...

08.10.2018

«Gegen Wahlen» heisst ein Buch von David van Reybrouck. Darin schlägt er vor, die Besetzung politischer Ämter nach dem Zufallsprinzip auszulosen, weil das viel repräsentativere und dadurch auch erfolgreichere handwerkliche Outputs erzeuge als das handelsübliche, viel heisse Luft und wenig Substanz produzierende Parteientheater.

Realpolitisch ist der Vorschlag ziemlich schräg, die Parteien würden so etwas in der Praxis nie zulassen und den Medien ginge das Hundefutter aus, aber aus unbelasteter Sicht hat er einiges für sich. Wer das gegenwärtige Wahlverhalten weltweit beobachtet, merkt schnell, dass die Leute von den herkömmlichen, immer penetranter in Patriotismus und Nationalismus abdriftenden Parteien langsam aber sicher die Nase voll haben und entweder gar nicht mehr wählen oder dann direkt das «Original», nämlich den reaktionären Schrott. Die Frage ist dann, wie die alten Wahlverlierer mit den neuen Wahlsiegern umgehen wollen. In den USA war die Frage schnell beantwortet, und auch i...

08.10.2018

Der türkische Präsident Erdogan ist nicht unbedingt das, was wir uns unter einem vorbildlichen Staatschef vorstellen. Manchmal muss man sogar an seinem Geisteszustand zweifeln. Aber nicht alles macht er falsch. So hat er sich soeben klar dagegen ausgesprochen, sich und seine Regierung von McKinsey beraten zu lassen. Das macht in mehrfacher Hinsicht Sinn. Die «Expertisen» von McKinsey sind nämlich eh immer die gleichen und bis auf Kommastellen voraussehbar; ihre Originalität steht im umgekehrten Verhältnis zu ihrem Preis. Doch das allein ginge ja noch; was Erdogan natürlich vor allem nervt, ist die Rolle von McKinsey als Stosstrupp der angelsächsischen Weltherrschaft. In dieser Hinsicht liegt er ausnahmsweise einmal völlig richtig.

Der angelsächsische Kasinokapitalismus macht die ganze Welt kaputt. Seine grösste Untat ist mittlerweile der Klimawandel. Schon seit vielen Jahrzehnten aber schürt er an allen Ecken und Enden mit seiner ausgrenzenden Marktmachtideologie soziale Unruhen, welche...

05.10.2018

Wissen Sie, wer oder was «wirtschaftsfreundlich» ist? Die Frage stellt sich deshalb, weil die Antwort, die man normalerweise darauf erhält, komplett falsch ist. «Wirtschaftsfreundlich» wird nämlich meistens mit «marktfreundlich» und «bürgerlich» oder «politisch rechts» gleichgesetzt. Als wären alle anderen automatisch «wirtschafts- und marktfeindlich», «nichtbürgerlich» oder «politisch links».

Über den Unterschied zwischen «Bourgeois» und «Citoyen» äussern wir uns hier jetzt nicht mehr; das macht jeder Volkssoziologe an jedem Kirchgemeindevortrag. «Wirtschaftsfeindlich» dagegen kann ja eigentlich gar niemand sein, der nicht gerade Selbstmordgedanken mit sich herumträgt. Auch «politikfeindlich» geht nicht, denn auch «nicht-politisch» kann man nicht sein. «Diktaturfeindlich» müsste es allenfalls heissen.

Analog: «Wirtschaftsfreundlich» heisst im Alltagsjargon faktisch nichts anderes als «abzocker- und heuschreckenfreundlich». Denn wer kommerzielle Unternehmen mit ökologischen, sozialen und...

05.10.2018

Ja, es ist sinnlos, Tausende von analphabetischen Migranten in Europa integrieren zu wollen. Die würden wirklich besser zu Hause oder in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft bleiben und dort mithelfen, korrupten «Eliten», erzpatriarchalischen «Geistlichen» und dementen «Stammesopas» den Garaus zu machen und ihre Wirtschafts- und Regierungssysteme mit guten Ideen, einer kooperativen Einstellung und ihren Fähigkeiten entsprechenden Eigenleistungen auf eine neue, gesunde Basis zu stellen. Das ist die einzige nachhaltige Lösung des Migrationsproblems. Einfach ist sie nicht, das ist klar, denn es geht da ja auch noch um die Umtriebe internationaler Investoren (Landraub, Rohstoffminen etc.), terroristische Mörderbanden und den Klimawandel. Aber alles andere hat keine Zukunft. Nachhaltige Reformen müssen von innen und von unten kommen, sonst haben wir nie Ruhe, weder in den Auswanderungs- noch in den Einwanderungsländern. Das wissen natürlich auch die Schlepper und andere Schmarotzer von Völkerw...

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