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WPK-BLOG

„Die Welt muss Seele haben“

23.12.2018

Die Frage, wer behindert ist und wer nicht, kann nicht beantwortet werden, weil alle mehr oder weniger behindert sind. Auch die Frage, ob jemand lebenslänglich schwerstbehindert bleibt, kann nicht beantwortet werden. Wir spielen da nicht Gott; das macht Herr Urbaniok, und das reicht.   

Immerhin kann man sich bei der Selbsteinschätzung an gewisse Massstäbe halten. Wer sich als 40-jähriger Erwachsener immer noch wie ein Häfelischüler oder bereits wieder wie ein Zittergreis benimmt, der ist in der Tat erheblich behindert. Auch die Beobachtung von IV-Klienten ist hilfreich; wir sprechen hier aus Erfahrung. Eine «Grundregel» ist zum Beispiel die, wonach mit ansteigendem Invaliditätsgrad auch das Verlangen nach Teigwaren und Coca Cola zunimmt. Dasselbe gilt hinsichtlich der Vergötterung von Haustieren, Smartphones, Autos und Flugzeugen.   

Selbstverständlich ist es keine Schande, behindert zu sein. Wer jedoch über das Potenzial verfügt, sich aus seinen Behinderungen hinauszuar...

22.12.2018

Den Männern, die nie staubsaugen, ist nicht zu helfen. Staubsaugen ist unsäglich inspirierend. Beim Staubsaugen ist mir kürzlich sogar auf einen Schlag das ganze Wahlprogramm 2019 der SVP in den Sinn gekommen. Es nennt sich «The Seven Sinking Steps» und geht so:

Sinking Step 1 (Gender): «Frauen zurück an den Staubsauger!» Ziel ist, dass alle Feministinnen in einem grossen Meer von Blut, Schweiss und Tränen ersaufen. (Das könnte zwar schieflaufen, siehe oben, aber das gilt auch für die restlichen 6 Steps. Wer für die SVP ist, merkt das eh nicht, siehe Trumpwähler.)

Sinking Step 2 (und Stinking Step 1 - Aussenpolitik): «Switzerland first! Zrugg is Verdingbuebe-Plumpsschissi-Heimetli! Ausländer raus! Grenzen zu!» Ziel ist, dass alle pflegebedürftigen Krüppel möglichst effizient in ihren eigenen Ausscheidungen ersaufen (statt von Polinnen täglich gesäubert zu werden).

Sinking Step 3 (und Stinking Step 2 - Landwirtschaft): «Purezmorge statt Sushi!» Ziel ist, dass alle Vegetarier und Veganer vo...

16.12.2018

Als er noch «NEAT-Chef» war, hat Adolf Ogi einmal gesagt, er wolle sicher nicht in die Nationalliga B absteigen. Mit der Nationalliga B meinte er das VBS. Absteigen musste er dann aber doch und schliesslich hat er sich auch damit abgefunden. Heute tut er sogar so, als hätte er damals Moritz Leuenberger befördern wollen. Das kann glauben, wem darnach gelüstet. Die Wahrheit ist einfach die, dass die so genannten «Bürgerlichen» die Sozialisten von den Finanzen, der Wirtschaft und der Armee fernhalten wollen (und sich auf diese Weise den Weg in die «Schlüsseldepartemente» EDI und UVEK selbst versperren). 

Sicher ist, dass kein Bundesrat das VBS haben will, und so «gehört» es dann halt stets dem Letzten, der vom Hund gebissen wird. Im parteipolitischen Kindergarten macht es zwar Sinn, dass man nun die schwache CVP mit dem VBS abserviert hat, im Interesse einer gut funktionierenden öffentlichen Verwaltung aber nicht. Denn dieses «institutionelle Ungleichgewicht» dauert nun schon seit einer ha...

12.12.2018

Jetzt, wo wir wissen, wer die «Gelbwesten» sind und wie Herr Macron auf diese Leute reagiert, können wir nur den Kopf schütteln. Nein, es gibt kein Verständnis für diese Leute, auch für die «Gegner von Ausschreitungen» nicht, sofern die überhaupt existieren.

Ohne Unterstützung der Populisten wären die «Gelbwesten» erst gar nicht entstanden, und jetzt freuen sich die Populisten zusätzlich über die Anbiederungen von Macron. Er wolle Frankreich an die UNO und die EU verkaufen sagen sie. Dabei gibt es in der derzeitigen globalen «Gemengelage» gar nichts anderes als eine Stärkung der internationalen Kooperation. Ausser man will eine neue Hitlerei, die natürlich kein Interesse hat, die Migration und den Klimaschutz in den Griff zu kriegen. Je grösser die Sauerei, desto besser ihre Erfolgsaussichten.    

Mutti Merkel hat den Antitotalitarismus zum Glück in den Genen und bleibt im Rahmen ihrer Möglichkeiten standhaft. Jetzt den Migrationspakt ablehnen, eine Benzinsteuererhöhung rückgän...

09.12.2018

Das muss man Theresa May lassen: Sie steht wenigstens zu ihrem «Scheiss», den sie mit der EU ausgehandelt hat. Die sieben Zwerge in Bern hingegen sind dazu nicht fähig. Stattdessen überlassen sie es den Parteien, sich vor den kommenden Wahlen mit ihrem Vertragsentwurf zu profilieren und ihn am Schluss dann auf den Mond zu schiessen.

Dabei ist dieser Entwurf gar nicht so schlecht, wenn man denn die an sich beste Lösung (EU-Beitritt mit vollen Rechten und Pflichten) ums Verrecken nicht will. Im Vergleich zum zunehmend riskanter werdenden Weiterwursteln auf der Basis der bisherigen bilateralen Pakete oder zum vertragslosen Zustand ist er sogar hervorragend. Das darin enthaltene Portiönchen Souveränitätsverlust und die von der EU erwartete Flexibilität bei der Unionsbürgerschaft und beim Lohnschutz sind keine Katastrophen. Die «Nachteile» der Vorlage (soweit es die überhaupt gibt) können auch mit «unilateralen» Massnahmen problemlos aufgefangen werden. Das muss der Öffentlichkeit aber klar...

07.12.2018

Wenn ein Mann eine Frau auf üppige Konturen «reduziert», herrscht sofort Riesenaufregung, mitunter sogar weltweit. Wenn das aber eine Frau gegenüber einer anderen Frau macht, ist sie vielleicht noch eine blöde Zicke, und das war’s dann. «Reduziert» eine Frau einen Mann auf dessen fetten Ranzen, so ist das überhaupt nie die Rede wert, und geschieht dies unter Männern, finden die meisten Frauen das sogar noch lustig.

Mit anderen Worten: Es kommt nicht darauf an, was gesagt oder geschrieben wird, sondern von wem über wen. Wir kennen das ja auch aus der Wirtschaft und der Politik. Es geht also weder um die «Sache», noch herrschen Gleichstellung und Gleichbehandlung.

Klar ist es nicht besonders elegant, eine Person auf deren «Äusseres» zu «reduzieren». Die «inneren Werte» sind definitiv die besseren, und wer sich vorrangig mit diesen befasst, hat auch einen edleren Charakter. Für all die anderen herrscht aber immer noch die Meinungsäusserungsfreiheit, und die muss man ertragen können. Erstens...

05.12.2018

Es gehört anscheinend zum Auftrag eines Papstes, mindestens einmal im Laufe seiner Amtszeit einen Schwachsinn über die Sexualität von sich zu stossen. Franziskus macht das nun so, indem er behauptet, Homosexualität sei eine Mode.

Wir sehen das nicht gerade total anders, aber die ganze LGBTI-Bewegung hat sicher auch damit zu tun, dass die «natürliche» Heterosexualität entweder verteufelt wird oder aus verschiedenen Gründen nicht mehr funktioniert. Die «mittelalterliche» (und vorwiegend frauenfeindliche) Verteufelung hält gerade dort ungebremst an, wo religiöse Fundamentalisten besonders mächtig sind, zum Beispiel in Indien oder im arabischen Raum. Auch im inneren Kern der katholischen Kirche selber ist sie weiterhin stark präsent. Das beweist nicht zuletzt das Verhalten jener Priester, welche das Zölibat dazu benützen, ihre Triebe dort zu befriedigen, wo es eben am besten geht. Viele junge Inder/innen und Araber/innen werden homosexuell, weil man ihnen eine unkomplizierte Heterosexualit...

03.12.2018

Wenn Konzernmanager in Europa Multimillionenhonorare einstreichen, werden sie als Abzocker beschimpft, die Kunden, Aktionäre und Mitarbeitende gleichermassen ausplündern. Tun sie das in den USA, werden sie dafür gelobt, denn solche Honorare gelten als Zeichen einer blendend funktionierenden Firma. Wer hat jetzt Recht? Wahrscheinlich beide, und das sagt auch Herr Weber von der UBS immer wieder gern, wenn seine Bank wegen ihren «Vergütungen» unter Beschuss gerät. Aber darum geht es uns hier nicht.

Das Beispiel zeigt, dass man in Europa eben völlig anders denkt als in den USA. Hier herrscht ein Gerechtigkeits- und Fairnessempfinden, welches drüben völlig inexistent ist. Wer dort arm bleibt, ist halt selber schuld, und wo kämen wir hin, wenn die Herrenrasse ständig ein schlechtes Gewissen haben müsste? Das geht per Definition ja gar nicht, und schliesslich ist der Herrenrassenkult ja auch angelsächsisch und nicht deutsch, wie man nach Hitler eigentlich glauben würde. Der hat vielmehr versuc...

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