WPK-BLOG

„Die Welt muss Seele haben“

30.06.2020

Ein zugegeben ziemlich summarischer und eurozentrischer Blick auf die Weltgeschichte der so genannten Neuzeit legt nahe, dass die erste Hälfte eines Jahrhunderts jeweils von kriegerischen Fanatikern beherrscht war, während es in der zweiten dann eher versöhnlich zu und her ging.

Im 16. Jahrhundert hatten wir vorerst einmal das Jeder-gegen-Jeden-Chaos rund um Kaiser Karl V. Die Habsburger führten nicht nur gegen die Franzosen Krieg, sondern gleich auch noch gegen die Türken. Dazu kamen die Reformationswirren, der ewige Krach mit den Fürsten, die Bauernaufstände und der Völkermord in Lateinamerika. Schliesslich stabilisierte sich die Lage, woran auch die grossen Seeschlachten im Osten und im Westen viel weniger änderten als man manchmal glaubt. Die Erschöpfung war zu gross; erst musste wieder durchgeatmet werden.

Neuerliches Chaos bescherte der Dreissigjährige Krieg in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, bis sich die Vernunft in der Gestalt des Völkerrechts anmeldete. Dieses sorgte nun...

19.06.2020

Trump: Du bist ein Verräter.

Bolton: Ist das jetzt ein Selbstgespräch? 

Trump: Wie kommst du denn darauf?

Bolton: Weil du ein Verräter bist, nicht ich.

Trump: Wie kommst du denn darauf?

Bolton: Du hast dein Land verraten.

Trump: Eben nicht ich, sondern du.

Bolton: Wie kommst du denn darauf?

Trump: Du schreibst dummes Zeug.

Bolton: Egal, aber es stimmt.

Trump: Egal, aber das macht man nicht.

Bolton: Doch, das macht man, wenn die nationale Sicherheit auf dem Spiel steht.

Trump: Nein, das macht man nicht, weil man erst so die nationale Sicherheit auf das Spiel setzt.

Bolton: Mit der Wahrheit?

Trump: Mit Lügen.

Bolton: Du hast gelogen. Was soll ich denn gelogen haben?

Trump: Alles, und überhaupt ist das gar nicht wichtig. Die Illoyalität ist das Verbrechen.

Bolton: Die Illoyalität zu einem Lügner?

Trump: Finnland gehört zu Russland, fertig Schluss.

Bolton: Das ist falsch.

Trump: Wenn ich sage, es sei wahr, dann ist das so. Ich bin der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Bolton: Das solltest du sein,...

18.06.2020

Bis heute morgen habe ich nicht gewusst, wer Frau Jäger ist. Aber schliesslich lebe ich ja auch hinter dem Mond, und was die geniale geistige, intellektuelle, künstlerische, kreative und innovative Elite-Avantgarde unserer «Wendezeit» im Moment gerade verrichtet, geht völlig an mir vorbei. Immerhin weiss ich jetzt, dass Frau Jäger eindeutig dazugehört, und klar, ohne die fantastischen Social Media wie Twitter, Instagram, Facebook und Co. geht gar nichts. Als Influencerin ist Frau Jäger bei mehreren Grosskonzernen unter Vertrag. Damit hat sie denn auch das Zeug zur Multimilliardärin und wird Roger Federer wohl bald als oberste nationale Werbepuppe ablösen. Politisch korrekt muss sie nicht sein; Shitstorms always happen. Hauptsache, sie hat ein paar Sportlerdrogen im Rucksack: Das kennen wir von zahlreichen anderen «erfolgreichen Karrieren».  

18.06.2020

Als Kompensation zu einem amerikanischen Truppenrückzug aus Deutschland ist das «Fort Trump» in Polen wieder in die Schlagzeilen geraten. Das macht durchaus «Sinn», und wir hätten dafür auch einen für Operationen zur Schaffung und zum Unterhalt von «Dreckslöchern» massgeschneiderten Standortvorschlag. Er beginnt mit A. und befindet sich in der Nähe von Krakau. Den Segen der (neuen und alten, lebendigen und toten) Päpste haben sie auf sicher, und jenen der Russen- und Kommunistenhasser erst recht. Wir warten jetzt nur noch darauf, dass Trump die Novemberwahlen wegen seiner Coronasauerei auf unbestimmte Zeit vertagt. Dann steht dem Bau seines Forts nichts mehr entgegen.

16.06.2020

Bis vor kurzem bluffte ich jeweils damit, dass mein Geburtstag mit dem Bloomsday zusammenfiel, und dazu erst noch mit dem Geburtstag von Jürgen Klopp. Dann habe ich aber festgestellt, dass ich von einem monströsen Gruselkabinett umzingelt bin. Vorgestern hatte Donald Trump Geburtstag, und das ausgerechnet noch an meinem Hochzeitstag. Gestern war Xi Jinping an der Reihe, und der hat sogar denselben Jahrgang wie ich. Am 19. Juni folgt Boris Johnson, und am gleichen Tag kam nicht nur eine meiner Grossmütter zur Welt; das war auch der Tag, an dem ich meine Frau zum ersten Mal sah. Obwohl Putin erst im Oktober «feiert»: Mehr Pech geht kaum noch. Aber immerhin hat der liebe Gott dafür gesorgt, dass aus mir kein Politiker wurde, und deshalb ist mir auch meine Frau nicht davongelaufen.    

15.06.2020

Der Bundesgerichtspräsident macht sexistische Sprüche. Das darf er natürlich nicht. Aber adipöse und magersüchtige Richter/innen sind ein Thema, welches in geeigneter Form unbedingt behandelt werden muss. Das Geschlecht ist egal - es geht um die institutionelle Glaubwürdigkeit. Wer anderen die Leviten liest, sich selber aber nicht im Griff hat, wird nicht ernst genommen, Paragraphen hin oder her.  

15.06.2020

Wenn sich die amerikanischen Waffennarren mit ihren Knarren gegenseitig umbringen, ist das zwar nicht gerade vorbildlich, aber letztlich spricht doch mehr dafür als dagegen. Denn eine elegantere Methode, diese globalen Unruhestifter loszuwerden, kann man sich gar nicht vorstellen. Einfach bloss zuschauen. Bolton gegen Trump: Fantastisch!

Für die gegenwärtige amerikanische Misere sind auch Friedrich Hayek und Milton Friedman in hohem Masse mitverantwortlich. Mit ihren Theorien und Expertisen haben sie massgeblich dazu beigetragen, dass die Sondermüllmischung aus Fettsäcken, Drogensüchtigen, Klimakillern, Fake News-Kotzern, Twitter-Scheissern, Ghettomilliardären, Justizimperialisten, Atombombenfanatikern, Wildwestanarchisten, Mafiaganoven, Geheimdienstschnüfflern, Sektenfundamentalisten, Amokläufern, Massenvergewaltigern, Indianer- und Afrikanermördern und anderem geisteskrankem Lumpengesindel elfenbeinturmfähig, geschäftsüblich und präsidiumswürdig wurde.

Der NATO-Generalsekretär schreit...

14.06.2020

Kolumbus: Denkmal bitte stehen lassen. Magellan, Livingstone, Stanley, Humboldt, Darwin und (vor allem) Nansen: Ebenfalls stehen lassen. Die haben keine grossflächigen Völkermorde veranstaltet, Wagner und Nietzsche auch nicht. Es gibt bessere Ziele: Cortés und Pizarro zum Beispiel, oder die Monarchen, in deren Dienst solche Leute standen. Ferry, Rhodes und Churchill sind auch nicht schlecht. Churchills Heiligenschein nervt schon seit Jahrzehnten. Wenn er sich nicht an Hitler hochgeschaukelt hätte, wäre er heute wohl nur noch als Kolonialist bekannt. Ein Riesenschwein war der belgische König Leopold II. Seine Hinterfotzigkeiten wirken bis heute nach. Wegen dem hätte man auch in Brüssel eigentlich schon längst ein Holocaust-Denkmal aufstellen müssen. «Bloss» wegen Anne Frank und anderen Juden waren seine einem alttestamentarisch-fundamentalistischen Protestantismus zugeneigten niederländischen Nachbarn aber nicht besser. Sie pflegten ihren eigenen kolonialen Wahnsinn, und dazu gehörten n...

12.06.2020

Vor Corona war die «Welt» überdreht, aufgekratzt oder gar durchgeknallt. Jetzt wird sie hoffentlich ein bisschen besonnener. «Zurück zur Normalität» ist Schwachsinn. Was abnormal war, soll nicht normal werden, und vielen scheint das nun doch irgendwie einzuleuchten. Erste positive Schritte «vorwärts zur Vernunft» zeichnen sich denn auch ab, zum Beispiel in der EU («Schuldengemeinschaft») und beim Klimaschutz. Sogar die Geizkragensekte unserer Nation, der Ständerat, ist jetzt für (sagen wir mal einigermassen akzeptable) CO2-Abgaben. Und die «Ehe für alle» wird urplötzlich zur Selbstverständlichkeit. Nur die eidgenossenschaftsfeindlichen Brunnenvergifter von der SVP wollen weiterhin «täubele». Aber sie können ja in die USA auswandern, wenn es ihnen hier nicht mehr passt. Die NRA und der Ku-Klux-Klan werden schon dafür sorgen, dass das «Antirassismusgetue» dort bald aufhört und dass es nach Corona dann erst recht wieder «chlöpft und tätscht». Der «Welt» kann das egal sein: Sie funktionier...

10.06.2020

Wenn Sie sich für eine Sozialreform einsetzen, welche von Multimillionären ein paar Opfer abverlangt, können Sie sicher sein, dass man Ihnen vorwirft, sie seien bloss neidisch. Mit Verlaub: Neidisch auf wen? Auf Raffgierige? Auf Klimakiller? Auf Charakterlumpen? So ein Seich – wer möchte denn da schon «tauschen»? Oder andersherum: Neidisch veranlagt sind bloss diejenigen, welche solche Vorwürfe überhaupt kolportieren. Wer alle seine Tassen im Schrank hat, kommt erst gar nicht darauf.     

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