WPK-BLOG

„Die Welt muss Seele haben“

Neue Geschichten aus dem echten Leben: Die Fortsetzung der WPK-Tetralogie in der Gestalt von Wochenblogs (bis 2017) und Einzeleinwürfen (ab 2018). Hier werden heilige Kühe geschlachtet und durch unterwerfungsresistente Paradiesvögel ersetzt: Für Leute, denen sperriges Zeug Freude macht und die mithelfen wollen, von Gesinnungsdiktatoren und ihren „nützlichen Idioten“ kultivierte Tabus in heisse (oder kalte) Luft aufzulösen. Wir übertreiben nie, sondern denken bloss dort zu Ende, wo andere längst kalte Füsse gekriegt haben.

Einwurf 199: Dick ist geil

Sind Sie dick? Ja? Dann haben Sie es gut: Sie sind nicht nur «mehrheitsfähig», sondern voll im Megatrend. Der Schlankheitswahn sei geisteskrank, sagen und schreiben die Glücksphilosophen, der führe bloss in die Fress-Kotz-Hölle, zu anderen Magersüchten und in die Depression. Dagegen soll man zu «seiner Figur stehen», egal wie «scheinbar unförmig» die nun sei. Denn Schönheitsideale seien dem Wandel der Zeit unterworfen. Was heute gelte, sei morgen schon wieder Schrott. Gut, wenn das so ist, dann soll doch jeder fressen und saufen, was ihm gerade vor das Maul geklatscht wird. Pausenlos an jeder Strassenecke, im Tram, während der Arbeit, auf der Toilette, im Bett beim Fernsehen vor dem Einschla

Einwurf 198: Integration

Das müssen die Asylbewerber aus der «Dritten Welt» oder dem «globalen Süden» schon wissen: Sie können die «kulturellen Werte» ihrer Herkunftsgesellschaft in Europa nicht 1:1 weiterpflegen. Denn das würde ja bedeuten, dass sie die Sauerei, der sie den Rücken gekehrt haben, bei uns wieder einführen. Das liegt jedoch weder in unserem noch in ihrem eigenen Interesse. Dabei geht es nicht um Kochrezepte oder Volksmusik, sondern um zentrale Lebensthemen wie die Behandlung der Frauen durch die Männer oder die Einstellung zu Leistung und Zuverlässigkeit. Darüber hinaus sollten sich eigentlich alle Immigranten überprüfbar als integrationswillig erweisen. Das gilt auch für die hochqualifizierten Fachkr

Einwurf 197: Die Epressungsmaschine II

Die Erpressungsmaschine, die wir im Einwurf 194 vorgestellt haben, kann, wenn ihre Besitzer das wollen, auch ein zweites Massengift absondern. Es nennt sich «Bürokratiemonster». Auch dieses Gift wird gerne gegen Reformprojekte versprüht, welche die Sozial- und die Umweltgesetzgebung modernisieren möchten. Als Zusatzstoff verwenden die Maschinisten dabei jeweils noch die Phrase, das bestehende System habe sich «grundsätzlich bewährt» und dürfe nicht wegen ein paar ärgerlichen Einzelvorkommnissen über den Haufen geworfen werden. Auch dieses Gift ist so wirksam und unglaubwürdig wie dasjenige mit den gefährdeten Arbeitsplätzen. Denn die grössten Bürokratiemonstren haben wir ganz klar bei den St

Einwurf 196: Der Sündentempel

Und Jesus ging in die Credit Suisse am Zürcher Paradeplatz hinein und trieb heraus alle Investmentbanker und Assetmanager und stiess um der Bonusfanatiker Tische und die Stühle der Verfolgungswahnsinnigen und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: «Dieses Haus soll ein Freiheits- und Solidaritätshaus heissen»; ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus. Und es gingen zu ihm alle Verlierer: Randständige, Ignorierte, Ausgegrenzte und Unterdrückte, und er sprach ihnen gut zu. Da aber die Chefideologen, die Chefjuristen, die Chefökonomen, ihre Befehlsgeber und ihre Arschlecker sahen seinen Auftritt und die Schülerinnen, die am Paradeplatz «Klimajesus» schrien, wurden sie entrüstet und sprachen zu ih

Einwurf 195: Das Vierte Reich

Die aktuelle Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran ist nicht lustig. Aber sie hat immerhin den Vorteil, dass man wieder einmal klar erkennt, wo sich das Herz des Neofaschismus befindet, nämlich nicht in der ehemaligen DDR und auch nicht in Budapest, sondern im Weissen Haus. Das Vierte Reich, das sind die USA. Den Genozid an den Indianern kennen wir schon lange, die Sauerei mit den afrikanischen Sklaven auch. Die Massenhinrichtung von rund 500'000 Irakern im Jahr 2003 konnten sie vorläufig noch vom kollektiven Bewusstsein fernhalten, und auch die beiden über Japan abgeworfenen Atombomben gelten immer noch nicht als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Aber das wird sich möglicherwe

Einwurf 194: Die Erpressungsmaschine

Jedes grosse Reformprojekt wird jeweils mit der Behauptung vernichtet, es gefährde Millionen von Arbeitsplätzen. Es ist, als würde da regelmässig immer wieder die gleiche Giftmaschine angekurbelt. Giftmaschine deshalb, weil was die produziert, ist nichts als eine bodenlose Frechheit, eine Erpressung durch ewiggestrige Besitzstandswahrer. Und viele Leute sind leider immer noch so dumm oder so schwach, dass sie voll auf dieses Gift abfahren. Der Trick der Reformfeinde und ihrer Giftmaschine ist ganz einfach. Sie rechnen vor, mit welchen Kosten die vorgeschlagenen Reformen verbunden sind, und auf den ersten Blick stimmt ihre Rechnung sogar. Aber sie wiedergibt nicht die ganze Wahrheit, im Gegen

Einwurf 193: Anschluss

Die «Gelbwesten» (und ihre Geistesgenossen auf der ganzen Welt) fordern «Anschlüsse». Wegen der Globalisierung und der Digitalisierung gebe es immer mehr «Anschlussverlierer», sagen sie. Einverstanden, aber dann sollen sie nicht die Le Pen-Faschisten wählen, sondern die Grünen. So kriegen sie nämlich ihre «Anschlüsse». Doch sie wählen die Grünen nicht, und die Faschisten schliessen aus, nicht ein oder an. Das ist deren Grundauftrag. Mit anderen Worten: Die «Gelbwesten» sind entweder genauso ignorant und rücksichtslos wie ihre Feinde oder dann sind sie hoffnungslos masochistisch. Für nachhaltige Reformen taugt weder das eine noch das andere.

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