WPK-BLOG

„Die Welt muss Seele haben“

Neue Geschichten aus dem echten Leben: Die Fortsetzung der WPK-Tetralogie in der Gestalt von Wochenblogs (bis 2017) und Einzeleinwürfen (ab 2018). Hier werden heilige Kühe geschlachtet und durch unterwerfungsresistente Paradiesvögel ersetzt: Für Leute, denen sperriges Zeug Freude macht und die mithelfen wollen, von Gesinnungsdiktatoren und ihren „nützlichen Idioten“ kultivierte Tabus in heisse (oder kalte) Luft aufzulösen. Wir übertreiben nie, sondern denken bloss dort zu Ende, wo andere längst kalte Füsse gekriegt haben.

Einwurf 224: Antisemitismus und Israel

Der hässliche Vormarsch des Antisemitismus kann nur gestoppt werden, wenn Israel den Palästinensern einen vollwertigen, territorial kompakten Staat ohne jüdische Siedlungsexklaven und mit einem entmilitarisierten Korridor zwischen den beiden Teilen (Westbank und Gaza) zugesteht. In diesem Zusammenhang muss Jerusalem dreigeteilt werden: Hauptstadt von Israel, Hauptstadt von Palästina und eine mit dem Vatikan vergleichbare, selbstständige «UNO-City». Natürlich sind auch andere Massnahmen angesagt, aber wenn sich im Mittleren Osten nichts dergleichen bewegt, sind sie reine Geldverschwendung. Man kann den Leuten nicht glaubwürdig beibringen, Israel und Judentum seien nicht dasselbe, solange ihne

Einwurf 223: John Galt

Kennen Sie das Buch «Atlas wirft die Welt ab»? Nein. Oder vielleicht «Wer ist John Galt?» Das ist nämlich das gleiche Buch. Auch nicht. «Streik»? Diesen Titel haben wohl viele Bücher, aber hier geht es nochmals um dasselbe. Keine Ahnung. Von Goethe ist es zwar nicht, von Thomas Mann auch nicht. Aber es war und ist ein Millionen-Bestseller. Halt einfach nicht in Europa. Dank einer Adaptation des Zürcher Schauspielhauses in der Form eines Musicals wissen wir jetzt auch Bescheid. Kurz und schlecht: Es handelt sich um eine typisch amerikanische, ebenso kitschige wie niederträchtige Herrenrassenscheisse. Dass solcher Schund in Europa nicht (mehr) gehandelt wird, spricht für die Standhaftigkeit un

Einwurf 222: Die 6 Top Ten aus der Geistes-, Kultur- und Kunstgeschichte

Das sind unsere Einstufungen: Religion («Der Glaube versetzt Berge») Jesus Buddha Zarathustra Paulus Luther Giordano Bruno Franziskus Leonardo Boff Dietrich Bonhoeffer Albert Schweitzer Philosophie («Das Wahre ist das Ganze») Platon Aristoteles Kant Konfuzius Laotse Augustinus Hegel Marx Nietzsche Thomas von Aquin Wissenschaft («Wissen ist Macht») Einstein Newton Archimedes Heisenberg Planck Max Weber Freud Jung Darwin Dennis Meadows Literatur («Im Anfang war das Wort») Shakespeare Goethe Homer Schiller Thomas Mann Dostojewski Tolstoi Euripides Sophokles Hemingway Kunst («Jeder Mensch ist ein Künstler, ob er nun bei der Müllabfuhr ist, Krankenpfleger, Arzt, Ingenieur oder Landwirt») Michelan

Einwurf 221: Rassenwahn

Die weisse Rasse sei besser als die anderen, sagen sie: Gescheiter, schöner, gesünder, fleissiger, ehrlicher, hilfreicher, friedlicher, erfolgreicher. Nur sagen das genau diejenigen von dieser Rasse, für die das alles nicht zutrifft, also die Neonazis und ihre historischen Vorbilder. Sie widerlegen ihre Behauptungen gleich mit sich selbst. Eigentlich ein Witz….

Einwurf 220: Altersvorsorge

Das herkömmliche Dreisäulensystem schwankt bedenklich, auch wenn man das an der «Front» noch nicht so recht merkt. Es verhungert ja keiner. Aber die AHV und die IV reichen bald für überhaupt nichts mehr, die halbe Welt bezieht Ergänzungsleistungen (und Krankenkassenprämienverbilligungen), und die 2. Säule ist im Seich. Sie muss in einer «Postwachstumsökonomie» wachstumsabhängige Renditen erarbeiten, aber bitte schön ohne jedes Risiko. Sie darf auch den «obligatorischen» Umwandlungssatz nicht antasten. Das ist zwar gut so, denn diese 6.8% haben sich völlig zu Recht in eine uneinnehmbare sozialpolitische Festung versteinert, und wenn der «überobligatorische» Umwandlungssatz weiter erodiert, ge

Einwurf 219: Physik und Chemie

Kennen Sie den Unterschied zwischen Physik und Chemie? Die Physik bringt die Menschheit voran, die Chemie macht sie kaputt.

Einwurf 218: Unternehmerische Freiheit und moralische Verpflichtung

Wenn an kommerzielle Firmen ethische Forderungen gestellt werden, reagieren sie immer gleich: Gesetzliche Vorschriften werden kategorisch abgelehnt, aber auf freiwilliger Basis, sagen sie, würden sie schon längst an der besten aller Welten arbeiten. Klar meinen sie damit auch weiterhin zu mindestens 95% Gewinnmaximierung und Shareholder Value (also die Hayek-Friedman-Ideologie), auch wenn sie das jetzt wohlweislich nicht mehr so schnell und offen zugeben. Theoretisch ist das «Trickle-down» zwar grossartig, denn wozu brauchen wir überhaupt einen Staat, der nichts als eine schmarotzende Mittelsmann-Funktion ausübt? Die Wirklichkeit sieht aber anders aus; das weiss und/oder spürt jeder Idiot. W

Einwurf 217: Einbürgerung im Kanton Schwyz

Das Bundesgericht hat ein Kaff aus dem Kanton Schwyz zurückgepfiffen, weil es in einem Einbürgerungstest die Frage gestellt hat, ob im regionalen Tierpark die Wölfe und die Bären im gleichen Gehege gehalten würden. Aus Fragen wie diesen kann man ohne grosse Theologie und Philosophie entnehmen, wie viel wert denen dort, aller populistischen Rhetorik zum Trotz, die Staatsbürgerschaft wirklich ist, nämlich so ziemlich überhaupt nichts. Sie hätten ja gerade so gut noch fragen können, mit welchem Schissipapier der Gemeindeschreiber sein Füdli putzt. Wir trösten uns damit, dass derart dummes Zeug wohl auch nur in der Zentralschweiz, im Emmental oder in Appenzell möglich ist.

Einwurf 216: Chinaimport

Wegen dem Corona-Virus heisst es nun, es seien bald zu wenig Medikamente verfügbar. Es geht aber um mehr als um Medikamente aus China, es geht um den Billigimport generell. Die Seuche ist zwar keine Strafe Gottes, hat aber doch auch ihre positiven Seiten. Vielleicht bringt sie uns zur Erkenntnis zurück, dass wir nicht immer sofort jede Menge von irgendwelchem neuem Zeug haben müssen und wenn möglich noch gratis. Vielen tut es sicher auch einmal gut, seriös zu lernen, mit Knappheiten umzugehen, auf die natürliche Umwelt zu achten und die (eigenen und fremden) Nerven zu schonen. Und die globalen Zocker sollen endlich aufhören, sich mit asiatischen Sklavenheeren goldene Nasen zu verdienen. Würd

Einwurf 215: Herr Thiam, Bill Gates und die Bibel

Die sieben biblischen Todsünden sind Neid, Völlerei, Wollust, Hochmut, Trägheit, Zorn und Gier. Dass sie alle keinen Sinn machen, ist Leuten mit gesundem Menschenverstand schon längst klar. Herr Thiam von der Credit Suisse gehört aber nicht zu denen. Ob einer nun im Laufe der Jahre 10, 100 oder 1000 Millionen an Südseeinseln, Häusern, Flugzeugen, Autos, Pferden, Juwelen, Kunst usw. zusammengerafft hat, spielt für die Lebensqualität ja überhaupt keine Rolle. Es sei denn eine negative, weil im Gefolge der Gier bloss auch die anderen Todsünden noch aufgescheucht werden, sofern sie es nicht schon sind. Wenn Thiam so weitermacht wie bisher, könnte er zwar wie Bill Gates einmal eine gemeinnützige

Einwurf 214: Neutralität

Crypto AG: Ausländische Geheimdienste instrumentalisieren und besitzen eine Schweizer Firma und keiner merkt etwas. Das glaubt ja kein Mensch. Dass sich Alt-Bundesräte nicht mehr daran erinnern, kann man ja noch verstehen. Entweder sind sie vergreist oder dann passiert ihnen nun das, was vielen passiert. Sie erinnern sich nur noch an die Dinge, die sie geärgert haben. Amerikahörigkeit war für sie aber überhaupt nicht ärgerlich, sondern sogar toll oder zumindest normal. Eine andere Geschichte ist diejenige mit der Neutralität. Eigentlich gibt es nur ein einziges Merkmal, das hier zählt, nämlich die völkerrechtlich geregelte Nichtmitgliedschaft in einem militärischen Bündnis. Alles andere ist

Einwurf 213: Nicht überlebensfähig

Erinnern Sie sich noch an die Gemeinde Lü? Das war das kleine Kaff im Val Müstair, welches geschlossen gegen den EWR-Beitritt der Schweiz gestimmt und in der Folge Christoph Blocher zum Ehrenbürger ernannt hatte. Inzwischen gibt es diese Gemeinde längst nicht mehr: Nicht überlebensfähig. Das ist typisch für Blocher- und SVP-Projekte, wenn es um öffentliche Angelegenheiten und nicht um private Scplen geht. In einem grösseren Kontext werden wir das nun auch in Grossbritannien erleben. Das Land selber wird zwar nicht kollabieren, dafür wird es den meisten Briten massiv an den Kragen gehen. Denn bald werden auch Boris Johnsons «neoliberale Neonazis» den Staat und dessen Untertanen ungebremst mis

Einwurf 212: MeToo-Gender

Zwei Szenarien werden da immer dominanter: Entweder: Die Frauen warten, bis sich die Männer für sie interessieren. Wenn es aber dazu kommt, sagen sie denen, sie würden sie belästigen oder gar vergewaltigen, und sei es «nur» mit Blicken und Worten. Oder: Die Männer interessieren sich nicht mehr für die Frauen. Dann sagen die Frauen, die Männer seien halt asoziale und verantwortungsscheue Idioten. Dass Frauen auf Männer zugehen, kann man vergessen. Entweder getrauen sie sich nicht oder sie sind zu stolz dafür. Einen «Korb» soll sich bitte nur ein Mann holen und sicher nicht eine Frau. Aber was jetzt? Bekanntlich gibt es zu allem und jedem immer mehrere Lösungen. Die Hauptlösungen hier: 1) Das

Einwurf 211: Die Erpressungsmaschine III

Wir haben im Januar die Erpressungsmaschine vorgestellt, welche mit ihren «Massengiften» Reformbestrebungen abwürgt (Einwürfe 194 und 197). Dabei haben wir schon fast sträflich unterschlagen, dass das wohl grösste Gift dieser Maschine aus dem Allzeit-Unwort «Kontraproduktiv» besteht. Der Ausdruck ist besonders perfid, weil er eine Art wohlwollendes Zureden («das Anliegen ist an sich berechtigt») mit der Unterstellung verknüpft, der Gegner sei so dumm, dass er nicht einmal merkt, wie er sich und seine Ziele selber kaputt macht. Gewiss ist die Welt voller Übertreibungen, und auch der Hang zum Masochismus ist ja geradezu «Mainstream». Das Allzeit-Unwort wird mitunter sogar von Reformkräften sel

Einwurf 210: Crypto AG

«Es gilt die Unschuldsvermutung». Aber wir ja nicht blöd. Für die naiven kleinen Aussenseiter von der Pelesp GmbH ist die Crypto-AG-Geschichte überhaupt keine Überraschung. Umso weniger, würde man annehmen, ist sie es für Insider und Machthaber, und die sollen jetzt bitte nicht schon wieder die Unwissenden und Bestürzten spielen. Sie haben vielleicht nicht gelogen, aber auch wenn sie bloss geschwiegen und gar nichts unternommen haben, ist das manchmal sogar noch viel schlimmer. Klar ist jedoch schon jetzt, dass unser Nachrichtendienstsaustall endlich ausgeräuchert werden muss, und dazu alle jene, welche dessen Oberschweine angestellt und deren Dienste gedeckt und finanziert haben (Bundesräte

Einwurf 209: Europäische Werte

Die Frage, was «europäische Werte» sind, wird quasi ununterbrochen gestellt, auch deshalb, weil die Antwort darauf doch etwas schwieriger ist als man spontan meint. Viele murmeln zwar meistens etwas von «christlich» herbei, auch wenn sie mit einer Kirche überhaupt nichts zu tun haben wollen. Die Mehrheit der Christen wohnt aber nicht in Europa, zumal auch Russen, Weissrussen und Ukrainer keine Europäer sind (sondern Eurasiaten). Und wie «europäisch» sind der evangelikale Fundamentalismus und die Kriminalität im Vatikan? Eben. Auch die griechische Antike wird gern mobilisiert, aber da galten sowohl die Nichtgriechen («Barbaren») als auch die Frauen wenig bis gar nichts, und ihre grössten Denk

Einwurf 208: Wer bringt Trump weg?

Attentate vorbehalten: Das kann nur Bernie Sanders sein. Joe Biden ist clinton-, obama- und sohngeschädigt, besser als Hillary Clinton wird es keine Frau hinkriegen und Michael Bloomberg erkauft sich seine Schäfchen wie ein saudischer Ölscheich. Alle anderen sind profillos und/oder «Trump light». Auch Barack Obama war so einer. So viel ist jedenfalls klar: Das Original kommt immer besser an als ein «gemässigter» Abklatsch, selbst wenn oder gerade weil er (Trump) ein faschistisches Miststück ist. Sanders ist der Einzige, der das Zeug hat, den durch diesen geistig und charakterlich verwahrlosten Kuhhirten der Verrottung preisgegebenen tiefbraunen Dreckhaufen USA wieder zu einem einigermassen a

Einwurf 207: Jakobs Hundetraum III

Seit seinem zweiten markigen Hundetraum hatte Jakob Ruhe vor den Hunden. Aber dann kam eine gute Bekannte zu ihm und sagte ihm, sie hätte nun auch einen Hund. Darauf träumte sich Jakob im Wachzustand einen Ideenkatalog herbei, welcher ihm den Sinn des Hundebesitzes plausibel machen sollte. Das Ergebnis in zwölf Sätzen: Man hat zu viel Geld und gibt es deshalb für den Kauf eines Hundes und für dessen Unterhalt aus; Man hat zu viel Zeit; ohne Hund wäre das Leben sterbenslangweilig; Man liegt oder hockt rund um die Uhr im Bett, auf einem Stuhl und im Auto, darum braucht es für die körperliche Ertüchtigung einen Hund; Man hat eine Wasch- und Putzobsession und kann die fortan unverdächtig mit dem

Einwurf 206: Herbert von Karajan

Ich habe am Neujahrstag die Beethovensendungen von 3sat aufgenommen und schaue/höre sie mir jetzt eine nach der anderen an. Darunter befinden sich auch die Symphonien 3 und 5 mit Herbert von Karajan. Auf den ersten Blick sind diese Filme zwar altmodisch, denn man sieht nur entweder IHN mit seinen geschlossenen Augen und seiner Blumenvasenfrisur, oder dann eine Armee von ergeben und stramm drauflosmalochenden «Tonfritzen». Aber der Sound, den sie produzieren, ist einfach unschlagbar, auch im Vergleich mit zeitgenössischen Aufnahmen. Hier kommuniziert der Dirigent zwar offen mit seinen Musikern, die Regie zirkuliert massgeschneidert von Instrument zu Instrument, und die Frauen im Orchester sin

Einwurf 205: Sportjournalismus im Qualitätstest

Leider sind Sportreportagen meistens überdurchschnittlich dumm, aggressiv und nationalistisch, nicht nur, aber vor allem bei den Schweizer Sendern SRF. Bereits legendär sind hier der spürbar abgebaute Bernard Thurnheer vor seiner Pensionierung und der ewig unverbesserliche Sascha Ruefer. Inzwischen hat sich auch noch eine Frau in diesem «Exklusivclub» breitgemacht (Michèle Schönbächler). Aber die grösste Katastrophe ist Bernhard Schär am Radio, und über den ehemaligen SRG-Angestellten und heutigen Ueli Maurer-Spezi Peter Minder informiert man sich vorzugsweise (und vorzüglich) auf «Inside Paradeplatz». An den «SRF-Sport» gerichtete Kritik prallt wie an einem eisernen Vorhang ab. Sie wird ers

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