WPK-BLOG

„Die Welt muss Seele haben“

Neue Geschichten aus dem echten Leben: Die Fortsetzung der WPK-Tetralogie in der Gestalt von Wochenblogs (bis 2017) und Einzeleinwürfen (ab 2018). Hier werden heilige Kühe geschlachtet und durch unterwerfungsresistente Paradiesvögel ersetzt: Für Leute, denen sperriges Zeug Freude macht und die mithelfen wollen, von Gesinnungsdiktatoren und ihren „nützlichen Idioten“ kultivierte Tabus in heisse (oder kalte) Luft aufzulösen. Wir übertreiben nie, sondern denken bloss dort zu Ende, wo andere längst kalte Füsse gekriegt haben.

Einwurf 342: Sexkompetenz im Parlament

Im Zürcher Kantonsrat hat eine Abgeordnete behauptet, Coronaschutzkonzepte in einem Bordell seien von vornherein sinnlos, denn sie würden eh nicht funktionieren. Weil somit anzunehmen war, dass die gute Frau entweder gar keinen oder einfach bloss langweiligen Sex hat, hat ein Kollege dann versucht, sie humorvoll auf Praktiken und Vorkehrungen aufmerksam zu machen, welche eine Ansteckung verhindern. Diese Art von durchaus unpersönlicher (aber zugegeben entlarvender) Aufklärung kam hingegen gar nicht gut an. Die Frau spielte die beleidigte Leberwurst, sprach von einem «Herrenwitz», und der «Herr» sah sich zu einer Entschuldigung genötigt. Ja aber hallo, wo sind wir denn da? Mal ehrlich: Ist di

Einwurf 341: Die Bundesrichterin

Grosse Aufregung jetzt in den USA wegen einer Bundesrichterin, die ersetzt werden muss. Dabei ist die Sofortwahl einer bekloppten rückständigen Fundamentalistin das Zweitbeste, was der Welt passieren kann. Idealerweise wird danach auch Donald Trump wiedergewählt und das Parlament bleibt mehrheitlich republikanisch. Denn dadurch beschleunigt sich der Untergang des grössten Schurkenstaats aller Zeiten genau in jenem rassigen Tempo, das es braucht. Wir wollen ja keine Weltkriege mehr, auch das Obama-Hillary-Biden-Wischiwaschigeschleik kann uns gestohlen bleiben. Besser also, sie verprügeln sich zu Hause, als dass sie rund um den Globus Unruhe stiften. Die allerbesten Spannungs- und Konfliktlösu

Einwurf 340: Krisenprogramme

Während der Finanzkrise musste man keine Masken tragen, und die Männer, welche nach dem Pissoir ihre Hände nicht wuschen, waren noch in der Mehrheit. Aber Wirtschaft und Politik haben damals gar nicht viel anders operiert als heute. Inzwischen hat sich ja auch herumgesprochen, dass eine Geldschwemme nicht zwingend eine Hyperinflation verursachen muss. Andererseits weiss man jetzt auch ganz genau, wer letztlich von einer Geldschwemme am meisten profitiert. Statt grosse Hungersnöte haben wir nun einfach noch ein paar Milliardärenschwemmen. Das ist zwar ärgerlich, aber trotz allem nicht so direkt genozidträchtig. Dagegen ist in vielen europäischen Ländern immer noch nicht die Einsicht durchgeru

Einwurf 339: Bundesplatz

Die «Klimajugend» hat auf dem Bundesplatz ein illegales Camp aufgestellt. Das passt den wackeren «bürgerlichen» Parlamentariern natürlich ganz und gar nicht und sie verlangen die sofortige Räumung. Sie sagen, sie müssten ungehindert ihrer Arbeit nachgehen können. Formaljuristisch haben sie Recht. Aber von einer Arbeitsverhinderung war gar nie die Rede, obwohl man auch so etwas durchaus als «legitim» betrachten könnte. Denn seit vielen Jahren machen diese Parlamentarier ja nichts anderes mehr als Volksinitiativen und andere Anträge zerschmettern, welche kriminellen, asozialen, umweltfeindlichen und rechtsextremen Elementen das Handwerk legen wollen. Da bleiben sie besser gleich zu Hause. Kein

Einwurf 338: Die Causa Uribe

Im Libanon sehen wir jetzt exemplarisch, wozu die Parteienherrschaft fähig ist, wenn sie zu Ende gedacht wird bzw. wenn es um Notrationen geht: Zu überhaupt nichts ausser Schurkenstaat und Bürgerkrieg. Da ist der Hausarrest für Alvaro Uribe Balsam. Endlich mal wieder Good News aus Südamerika. Anscheinend sind die vernünftigen Leute dort noch nicht ausgestorben. Aber sie müssen sich nun auch durchsetzen können, nicht nur anklagen dürfen. Statt die Drogenindustrie zu vernichten und den Armen zu helfen, hat Uribe zusammen mit den USA und Israel auf Gewinnmaximierung gesetzt und damit genau das Umgekehrte gemacht. Resultat: Die Kleinbauern verbünden sich gleichzeitig mit den «Befreiungsterrorist

Einwurf 337: Staatsgläubigkeit

Das mit der «Staatsgläubigkeit» ist halt so eine Sache. Neuerdings kommen alle und erwarten alles vom Staat und fluchen, wenn er das nicht kann. Das war auch schon anders. Da wollten sie ihn abschaffen und fluchten, wenn er es doch noch konnte. Es ist alles falsch, was er macht. Klar wird beim Staat oft genug viel zu dick aufgetragen: Kommunikationsarmeen, Parallelstrukturen (Stäbe), Legislaturzielorgien, Koordinationssitzungsprotokolle…. Das alles hat nicht zuletzt mit dem Würgegriff der Parteien zu tun; schliesslich soll der hinterste und letzte Parteisoldat ein gutes «Pöstli» bekommen. Bullshit Jobs gibt es auch hier, aber deren Inhaber sind keine gelangweilten faulen Säcke, sondern durch

Einwurf 336: Cow Watching, highly influenced

Wer in diesen Coronazeiten (aber auch schon vorher) in den Bergen herumwandert, der staunt über die jungen Wanderer und vor allem Wanderinnen. Noch vor 40 Jahren gab es die überhaupt nicht, doch nun stemmen sie sich zu Tausenden durch die Geröllhalden zu den SAC-Hütten hinauf. Dank Instagram und Facebook sehen sie endlich richtige Kühe und spätestens jetzt wissen auch sie, woher die Milch kommt, die sie nicht mehr vertragen (wollen). Wer sagt denn da, Social Media seien pures Teufelszeug?

Einwurf 335: Die Kostenoptimierung des Philosophiestudenten

Die Knacknuss des Philosophiestudenten vom Einwurf 334 ist die Kostenoptimierung. Denn ein CEO wird weder an seinen Titeln noch an seiner Philosophie gemessen, sondern daran, wie gut er mit dem Thema Kostensenkung umgehen kann. Eigentlich eine unmögliche Aufgabe, denn einerseits muss er geizig sein, andererseits darf er aber nicht den Eindruck erwecken, seine Firma sei am Abserbeln. Das heisst, dass er nur dort sparen kann, wo niemand Widerstand leistet, also bei der Sklavenarbeit in der Dritten Welt bzw. beim Einkauf von (Halb-)Produkten und -Dienstleistungen. Verboten ist das Sparen hingegen bei den «Bullshit Jobs» (von David Graeber), denn wer keine Fantasielöhne für überflüssige Stellen

Einwurf 334: Einer mit viel Erfahrung

Sie bewerben sich für eine Führungsfunktion, haben unbestritten ein Riesenpotenzial, alles stimmt, und Sie sind auf keiner einzigen schwarzen Liste. Aber Ihnen fehlt die Führungserfahrung, und das Rennen macht schliesslich irgendeiner, der irgendwo schon mal ein bisschen geführt hat. Egal wie. Mangel an Erfahrung ist auch sonst ein Killer. Wer nicht alles schon selber erlebt hat, taugt zu nichts. Über den Sachen zu stehen («Helicopter View»), hilft überhaupt nicht. D.h. auch über Selbstmord kann nur einer mitreden, der selber schon mal Selbstmord gemacht hat. Alles klar. Warum sind so viele Konzernchefs «Nieten in Nadelstreifen»? Weil sie sich als nützliche Idioten (Direktionsassistenten, PW

Einwurf 333: UBS und CS: Dreckiges Geld ohne Ende

Es ist quasi ein Naturgesetz: Wenn irgendwo auf der Welt ein Krieg, eine grössere Krise oder ein handfester Skandal ausbrechen, dann sind auch die UBS und die CS automatisch in den Schlagzeilen. Neulich wieder wegen dem Libanon und dem wenigstens in sexueller Hinsicht anscheinend absolut fantastischen alten König von Spanien. Ein anderes, damit zusammenhängendes «Naturgesetz» geht nämlich so: Die «globalen Gangster» sammeln dreckiges Geld und spülen es dann «diversifiziert» in verschiedene «diskrete» Steueroasen. Die Schweiz ist immer dabei, und damit auch immer UBS und CS. Die streiten ihre «Beteiligungen» zwar stets sofort ab. Man nehme die nunmehr wahnsinnig strengen Sorgfaltspflichten wa

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