WPK-BLOG

„Die Welt muss Seele haben“

Neue Geschichten aus dem echten Leben: Die Fortsetzung der WPK-Tetralogie in der Gestalt von Wochenblogs (bis 2017) und Einzeleinwürfen (ab 2018). Hier werden heilige Kühe geschlachtet und durch unterwerfungsresistente Paradiesvögel ersetzt: Für Leute, denen sperriges Zeug Freude macht und die mithelfen wollen, von Gesinnungsdiktatoren und ihren „nützlichen Idioten“ kultivierte Tabus in heisse (oder kalte) Luft aufzulösen. Wir übertreiben nie, sondern denken bloss dort zu Ende, wo andere längst kalte Füsse gekriegt haben.

Einwurf 253: Corona-Tourismus

Heute abend im Sihlwald und auf dem Horgenberg: Frauen, so weit die Augen reichen, die jungen im Sportdress und die alten mit einem Hund. Ab und zu auch noch ein verlorener Mann auf einem Velo, ein junger ohne, ein alter mit Motor.

Einwurf 252: Nach der Krise

Das ist die Frage der Stunde: Wie wird die Welt nach der Coronakrise weiterticken? Das weiss bis dato niemand, aber was wir sicher schon lange nicht mehr wollen, sind die kasinokapitalistischen, herrenrassenfaschistischen, hurranationalistischen, massenkriegsmilitaristischen, verblödungsideologischen, totalitärtechnologischen, suizidalökologischen, kulturimperialistischen, plastikkitschvergifteten, sektenverfressenen, twitterterroristischen, drogenkriminellen, unethischen, unsolidarischen, raffgierigen, rücksichtslosen, burnoutmobbinggestressten, bullshitleistungsversessenen, atemloshysterischen, permahektischen, schiesswütigen, amokwahnsinnigen, infantilen, lärmigen, geschwätzigen, arrogant

Einwurf 251: Alte Filme

Coronavirus: Viel Zeit, um alte Filme auszugraben. Aber wer schaut welche Filme? Wir haben soeben den «Musterwaggis» HD Läppli durchgelitten. (Er nervt durchs Band, nicht nur seine Offiziere.) Die Frauen wählen nicht nach Themen, sondern nach Schauspielern. Gute Schauspieler heisse auch gute Filme, sagen sie. Bei gewissen Typen mag das stimmen (Nicholson, Penn, Hanks, Damon), bei anderen eher nicht (Cruise, Stallone, Schwarzenegger, Willis), bei wieder anderen weiss man aus verschiedenen Gründen nicht so recht (Redford, Brando, Clooney, de Niro, di Caprio, Pitt) …. Im Zweifelsfall bleibt nach wie vor der Grosse Preis von Spanien 1969 mit Hill, Rindt, Brabham, Ickx, Hulme, McLaren, Stewart, B

Einwurf 250: Ökonomie solid

Als wir die ewige Top Ten-Rangliste der Wissenschafter aufstellten (Einwurf 222), hatten wir nur einen einzigen Ökonomen darauf (Dennis Meadows), und den eigentlich primär als Ökologen und als Repräsentanten der Interdisziplinarität des Club of Rome. Auch Karl Marx war ein Ökonom, aber ihn schoben wir den Philosophen zu, so wie wir den Urwalddoktor Albert Schweitzer wegen seiner Ethik in der Religion versorgten. Bei den Ökonomen im engeren Sinn führen wir diese vier zuoberst: Keynes, Smith, Piketty und Sen. Wie Marx ist auch Smith in der humanistisch-aufklärerischen Geistestradition zu Hause. Statt von den Russen und den Chinesen wurde Smith einfach von den Angelsachsen missbraucht. Nie im L

Einwurf 249: Volksabstimmung: Chance verpasst

Coronavirus: Die halbe Welt macht Home Office und andere hängen jetzt erst recht ständig in allen Medien. Gleichzeitig verschieben die Behörden die Abstimmungen vom 17. Mai. Das ist Unsinn, zumal man weiss, dass eh praktisch alle per Post abstimmen. Den Behörden geht es bloss darum, dass die Parteien ihre bescheuerte Propaganda nicht mehr grossflächig herumschütten können: Mit aggressiven, ganze Landschaften verunstaltenden Verblödungsplakaten oder über Standaktionen und Podiumsgeschwätz mit profilierungssüchtigen Selbstdarstellern. Als ob die im Briefkasten an sich explizit unerwünschten debilen Flyer (die man jetzt immerhin als Notschissipapier benützen kann), die nicht minder schwachsinni

Einwurf 248: Trump und Maduro

Trump setzt ein Kopfgeld von $15 Mio. für Maduro aus; der andere sei ein Drogenhändler, sagt der mit der roten Krawatte. Das kann man durchaus machen, zumal es wahrscheinlich auch stimmt. Aber man sollte da die Grössenverhältnisse nicht aus den Augen verlieren, und die sagen uns, dass man im Gegenzug mindestens $150 Mio. auf Trump selber setzen müsste. Denn gegen die monströsen Sauereien, welche dieser zusammen mit seinen Verbündeten auf der ganzen Welt anrichtet, ist das «Handwerk» von Maduro direkt niedlich. (Jüngstes Beispiel: Kosovo.) Abgesehen davon können Drogen nur produziert und gehandelt werden, wenn man sie auch konsumiert, zum Beispiel in den USA. D.h. selbst wenn Trump Maduro kri

Einwurf 247: Dividenden und Vergütungen

Coronavirus: Anscheinend wollen verschiedene Unternehmen jetzt die Dividenden 19 kürzen und das den bevorstehenden Generalversammlungen so vorschlagen. An sich macht das keine Freude, denn man bestraft damit bloss die Investoren mit langfristigen Anlagehorizonten. Ich kann aber damit leben, wenn gleichzeitig die variablen Vergütungen blockiert und die fixen von VR und GL bei maximal CHF 1 Mio. für Vorsitzende und bei CHF 0.5 Mio. für alle anderen gedeckelt werden. «Am gleichen Strick ziehen» heisst «Opfersymmetrie» in allen Bereichen und auf allen Ebenen: Solange die Besitzer von «nicht überlebensnotwendigen Hunden» jeden Tag mehrmals im Quartier oder im Dorf herumspazieren dürfen, lasse ich

Einwurf 246: Coronasessionen

Damit das ein für allemal klar ist: Die Parlamente sollen jetzt das Maul halten und ihre Coronasessionen wieder abblasen. Sie können ja nur zwei Dinge machen: Den Regierungen mit einer Riesenverspätung in den Rücken fallen oder abnicken, was längst schon beschlossen worden ist. Das eine ist destruktives Chaosmanagement, das andere ist überflüssige Geldverschwendung, und beides ist gerade jetzt in höchstem Mass unerwünscht. (In den USA mussten die Demokraten direkt mit der Verwaltung verhandeln, weil die republikanischen Trumpmarionetten unfähig waren, vernünftigen Programmen zuzustimmen.)

Einwurf 245: Die Schuldfähigkeit von Massenmördern

Der rechtsextreme australische Massenmörder von Christchurch gibt zu, schuldig zu sein und bewusst geknattert zu haben. Das ist schon fast wohltuend konsequent. Er schliesst sich damit «würdig» den IS-Terroristen an, die auch nie behaupten, sie hätten bei ihren Untaten psychische Probleme gehabt und seien daher unschuldig. Das ist stimmt bei keinem von denen. Natürlich sind sie alle krank, aber nicht im Sinn von «unzurechnungsfähig», sondern weil sie bestens organisiert und sehr gezielt Leben vernichten. Von Zufällen und Kontrollverlust kann da keine Rede sein, nie. Da gibt es nur eines: «Lebenslänglich», und zwar richtig, also bis zum Tod. Man kann ihnen dafür erlauben, nachträglich noch si

Einwurf 244: Direkte Demokratie und Grundrechte

Im Nachhinein ist man immer klüger, oder auch nicht. So werden Platon und Aristoteles als Demokratiefeinde heruntergemacht, weil sie eine «Geistesaristokratie» bevorzugten. Auch Hobbes und vor allem Rousseau geraten regelmässig ins Fadenkreuz der globalen Abzockerkaste, welche Professoren, Parteien und Parlamentarier einkauft (oder zur Selbstverleugnung nötigt). Sie wirft denen vor, dem Totalitarismus unserer Massengesellschaften den roten Teppich ausgelegt zu haben. (Dass sie selber daran die Hauptschuld trägt, verdrängt sie natürlich gern.) Die Diskussion ist so alt wie bekannt. Damit es zu keinen «Hitler-Referenden» kommt, muss man aber weder Platon noch Rousseau verteufeln, sondern ganz

Einwurf 243: Corona-Nationalismus

Coronavirus: Die Nationalisten sind einfach ekelhaft. Sie instrumentalisieren nun auch die Coronakrise und verkünden, wer sich nicht diszipliniert verhalte, schade seinem Heimatland. Man könnte ja auch von grenzenloser humaner Solidarität reden. Aber das wäre für Erzpatrioten wohl irgendetwas zwischen Todsünde und Kapitalverbrechen.

Einwurf 242: Unterklassige Schweiz

Mario Vargas Llosa findet die zeitgenössische Schweizer Literatur unterklassig (Tagesanzeiger heute): Grosse Literatur entstehe nur in Notlagen. Also in seiner eigenen. Sicher ist der Kerl ein Monument, aber auch berühmt für seinen Wankelmut und seine moralische Grenzwertigkeit. Die findet man jedoch weder bei Jonas Lüscher, Milo Rau, Charles Lewinsky, Sibylle Berg oder Lukas Bärfuss noch bei Markus Werner, Niklaus Meienberg oder Friedrich Dürrenmatt. Auch beim streitbaren Jean Ziegler nicht und nicht einmal beim eingebildeten Max Frisch. Für diese Literaten schäme ich mich jedenfalls viel, viel weniger als für unsere Finanz-, Rohstoff- und Pharmariesen und die von denen (direkt oder indirek

Einwurf 241: Verschnaufpause im Tennis

Coronavirus: Verschnaufpause auch für die bedingungslosen Ultras unter den Federerhofjournalisten. Sie können die Artikel, worin sie «beweisen», Federer bleibe auf immer und ewig der Grösste aller Heiligen und der Erhabenste aller Seligen, obwohl er Gand Slam-mässig überholt worden ist, in der Tiefkühltruhe versorgen.

Einwurf 240: Parlamentsgeschwafel

Coronavirus: In den USA offenbart das Parlament jetzt in der Krise seinen wahren Wert (seine Wertlosigkeit). Die Republikaner wollen den Firmen helfen, die Demokraten den Privatpersonen. Ergebnis: Nichts als heisse Luft. Zum Glück gibt es da noch Exekutiven, die Druck machen, nicht diejenige von Trump natürlich, sondern diejenigen der (demografisch den europäischen Nationalstaaten vergleichbaren) Bundesstaaten und der Grossstädte. Zur «Legitimität» nur so viel: Sowohl die Governors als auch die Mayors werden direkt gewählt. (Die Formel «Demokratie gleich Parlament» war wohl noch nie so falsch wie jetzt.) Zur «Schweizer Lösung»: Wir haben da zwar eine «Finanzdelegation», aber wenigstens hält

Einwurf 239: Vom Ende der Musik

Was macht man denn so, wenn draussen nichts los ist? Man liest unter anderem alle Zeitungsartikel von A bis Z durch. So im letzten TA-Magazin: «War Popmusik früher besser?» (Christian Seiler) Von Karl Popper stammt der Spruch, mit und seit Wagner sei nicht mehr Musik, sondern nur noch Lärm produziert worden. Das ist, bei allem Respekt, natürlich Quatsch. Aber der Autor des Magazin-Artikels hat Recht, wenn er seine Frage bejaht, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Er führt die kreativen Phasen von Bob Dylan und David Bowie ins Feld; ich würde sagen, das (vorläufige?) Ende der Musik habe irgendwo zwischen «Köln Concert», «Bohemian Rhapsody» und «The Wall» stattgefunden (2. Hälfte 70er-Jahre, als

Einwurf 238: Corona-Solidarität

Coronavirus: Die Bundesbehörden machen bis jetzt eine ausgezeichnete Figur. Auch der Kanton Uri hat trotz allem einen positiven Beitrag geleistet. («Schaut her, was passiert, wenn ihr euch nicht zusammenreisst».) Als ob jede und jeder endlich zeigen kann, was in ihm/ihr drinsteckt, wenn er/sie sich von der Parteienherrschaft befreit. Nur Ueli Maurer kann es immer noch nicht lassen, Blochergift zu speien. Dafür redet Guy Parmelin schon fast wie Keynes oder Piketty («Kaufkraft erhalten»). Er soll sich von den Parteien («Finanzdelegation») nun einfach nicht mehr zurückpfeifen lassen und den Banken befehlen, das Matthäus-Prinzip («Wer hat, dem wird gegeben») auf den Misthaufen zu schmeissen und

Einwurf 237: Mr. Right

Die Ansprüche der heutigen Frauen an die Männer sind mittlerweile derart hoch, dass sie kaum mehr erfüllt werden können. Das ist aber kein Vorwurf, im Gegenteil. Man kann ja auch single und kinderlos bleiben. So erspart man sich einen Haufen Ärger und tut etwas für die Umwelt. Die Frauen machen das einzig Richtige, wenn sie sich nicht mehr mit halben Lösungen begnügen wollen.

Einwurf 236: Die Virusalmosen und ihre Alternativen

Coronavirus: Hätten wir wie die Altersrenten das garantierte Grundeinkommen für alle, wären wir von vornherein schon zahlreiche Probleme los, die man jetzt erst anpacken muss. Trump versucht es offenbar mit individuellen 1000 Dollar-Checks. Mal schauen, wer die erhält und wer nicht, und vor allem, wie lange die etwas nützen. Er will ja wieder gewählt werden und so sein Stimmvieh beruhigen. Trump, der saudische Muslim: Almosen verteilen und Mäuler stopfen (Islam-Säule 3 / Zakat). Das garantierte Grundeinkommen für alle wäre zweifellos auch ein nachhaltiges «Coronadekret» (gemäss Einwurf 234). Dessen Leistungen würden mit AHV/IV/EO, ALV, Prämienverbilligungen, Ergänzungsleistungen, Sozialhilfe

Einwurf 234: Corona-Leadership

Coronavirus: Während es Donald Trump auch hier nicht lassen kann, sein typisch amerikanisches Herrenmenschengift zu versprühen (der «Deal» mit Curevac ist exemplarisch), versuchen die europäischen Regierungen, die richtige Balance zwischen militärischer Strenge und unnötigen Ausgrenzungen auszutarieren. Die Parlamentarier und ihre Parteien hingegen sollen jetzt bitte ihre dummen Mäuler halten, denn sonst haben wir garantiert das totale Chaos. Im besten Fall entpuppen sich nämlich «Coronadekrete» der Exekutiven mit ihren qualifizierten Fachleuten im Nachhinein als Reformen, die eh schon längst fällig gewesen wären, wegen der Parteipolitik aber auf der Strecke geblieben sind. Man sollte sie na

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