WPK-BLOG

„Die Welt muss Seele haben“

Neue Geschichten aus dem echten Leben: Die Fortsetzung der WPK-Tetralogie in der Gestalt von Wochenblogs (bis 2017) und Einzeleinwürfen (ab 2018). Hier werden heilige Kühe geschlachtet und durch unterwerfungsresistente Paradiesvögel ersetzt: Für Leute, denen sperriges Zeug Freude macht und die mithelfen wollen, von Gesinnungsdiktatoren und ihren „nützlichen Idioten“ kultivierte Tabus in heisse (oder kalte) Luft aufzulösen. Wir übertreiben nie, sondern denken bloss dort zu Ende, wo andere längst kalte Füsse gekriegt haben.

Einwurf 32: Der geistig-kulturelle Komplex

Wenn man herumfragt, wer oder was die Welt regiere, heisst es meistens das Geld oder eben die Wirtschaft, vielleicht noch charismatische Politiker (eher in Diktaturen als in Demokratien), aber sicher nicht Kulturträger. In den öffentlichen Haushalten gilt Kultur ja seit jeher als Nice-to-have mit dem grössten Sparpotenzial, eine Art Freizeitluxus. Zumal er dort, wo er rentiert, eh wieder von der Wirtschaft aufgefressen wird (von Disney und Co.). Dabei geht vergessen, dass Kultur nicht «bloss» Kunst oder schöne Künste ist, sondern eben Geist, d.h. Bildung, Wissenschaft, Philosophie, Religion, Verhaltensweisen, also alles, was der Natur abgetrotzt wurde und was letztlich die Zivilisation ausma

Einwurf 31: Michael Jackson und Mozart

Es gibt immer wieder Leute, die vergleichen in allem Ernst Michael Jackson mit Wolfang Amadeus Mozart. Superstars der Musik seien sie gewesen. Aber das ist an den Haaren herbeigezogen. Wer die beiden auf die gleiche Ebene hebt, hat vielleicht von Showbusiness etwas verstanden, von Musik aber ziemlich wenig. Michael Jackson wäre nie im Leben in der Lage gewesen, eine Oper vom Format des «Figaro», des «Don Giovanni» oder der «Zauberflöte» zu komponieren. Was hier an Soziologie, Psychologie, Dramaturgie, Themenführung, Melodienreichtum und Orchestrierung zusammenprallt, ist geradezu extraterrestrisch. Dazu kommt der ganze Kosmos aller anderen Kreationen von Mozart: Weitere Opern, Orchesterwerke

Einwurf 30: Syrien

Dass man den amerikanischen Weltherrschaftsansprüchen die Stirn bietet, ist richtig. Aber so, wie das die Russen in Syrien machen, geht das nicht. Das ist eine Riesensauerei. Man verbündet sich mit einem Verbrecher und lässt das Volk krepieren. "Es geht um mein Leben, und darüber bestimme ich und nicht die deutsche Presse", posaunte vor ein paar Monaten Gerhard Schröder vor dem Hintergrund seiner Russlandmandate. Er täte gut daran, sich das noch einmal zu überlegen. Unterdessen fragen wir uns, was wir mit unserem Champions League-Konsum anfangen sollen. Wir lieben zwar die globalisiert bestückten Stadtmannschaften, die zwangsläufig antinationalistisch aufgestellt sind. So haben wir jetzt zum

Einwurf 29: Raumdeckung

«WPK-Balance» heisst auch, dass Wirtschafts-, Rechts- und Kulturräume deckungsgleich sind. Heute wird die Politik zwischen Globalkommerz und Heimatromantik zerrieben. So verliert sie ihre soziale Scharnierfunktion zwischen Geld und Geist. Das kann man aber nur mit Strukturreformen korrigieren, welche sich zu einer «konstitutionellen Mittelräumigkeit» verpflichten. In dieser Hinsicht ist die Schweiz auf der nationalen Ebene derzeit ganz gut aufgestellt, auf der regionalen und der kommunalen hingegen überhaupt nicht. Wir haben viel zu viele Kantone und Gemeinden, und auch deren Grössenunterschiede sind viel zu gross. In der Grossräumigkeit macht das Geld das Gesetz und das Gesetz formt den Gei

Einwurf 28: Massenmörder

Spätestens jetzt nach dem Massaker von Parkland ist klar: Die NRA und die von ihr unterstützten Politiker sind Massenmörder. Die Amokläufe, von denen wir jeweils vernehmen, sind nur die Spitze eines gigantischen Eisbergs. Schauen Sie mal die amerikanischen Statistiken an. Im Vergleich zu den Vollstreckern der Waffenlobby sind dort die saudi-arabisch finanzierten islamistischen Terroristen herzige kleine Kätzchen.

Einwurf 27: HSG-Professoren

HSG-Professoren haben die Tendenz, eine neoliberale Wirtschaftsordnung zu forcieren, den Skelettstaat zu predigen und arbeitnehmerfreundliche Initiativen abzulehnen. Nur die ganz Dummen sägen am Ast, auf dem sie hocken, sagen sie. Ein Skelettstaat hat aber garantiert keine HSG. Gehören die Professoren dort jetzt auch zu den ganz Dummen? Oder wollen sie lauter private Universitäten, für welche ein paar Milliardäre den wissenschaftlichen Tarif durchgeben?

Einwurf 26: Fäkalienfrass

Jetzt wollen sie in den Bahnhöfen überall das Rauchen verbieten. Die Idee ist nicht schlecht, doch gegen die chronisch stinkenden Toiletten der Züge und vor allem gegen die genau gleich stinkenden Nahrungsmittel der Passagiere unternehmen sie nichts. Konsumenten, Händler, Produzenten: Stoppt bitte, bitte, bitte endlich diese Unverschämtheit, die Mitreisenden olfaktorisch mit Fäkalienfrass zu vergewaltigen. Danke.

Einwurf 25: Federer

Federer hier, Federer dort, Federer oben, Federer unten, Federer hinten, Federer vorn, Federer links, Federer rechts. Federer historisch, Federer ausserirdisch, Federer total. Ja, er ist immer nett, er hat die beste Familie, er macht alles richtig, er ist perfekt. Ja, er ist der Einzige, der kein Doping nimmt und er ist auch der Einzige, der sein Geld verantwortungsvoll anlegt. Ja, er ist ein Botschafter und ein Vorbild. Ja, er ist Jesus Christus. Aber nun reicht’s langsam. Was ist eigentlich sein Job? Genau: Bälleli über ein Netz schlagen. Fertig.

Einwurf 24: Irrwege

Europaweit schielen mittlerweile praktisch alle politischen Parteien, auch die linken, «patriotisch» nach rechts aussen, was ihrer Glaubwürdigkeit und Handlungsfähigkeit natürlich nicht förderlich ist. Diese Wege führen zwangsläufig in die Irre; das weiss jeder Hobbyhistoriker. Die Franzosen haben das gemerkt, dieses «System» in Luft aufgelöst und dessen Dinosaurier in die Wüste geschickt. In anderen Ländern sollte das jetzt eigentlich auch so laufen, inklusive Schweiz. Man muss es aber besser machen als in Italien; auch die «Cinque Stelle» sind immer noch mehr «Partei» als «Bewegung». Allein schon der «Boss» dort….

Einwurf 23: Bettelbriefe

Sie spenden für einen guten Zweck und kaum haben Sie eine Verdankung oder einen Steuerausweis im Briefkasten, flattern die nächsten Einzahlungsscheine herein. Das ist nichts anderes als «humanitäre Belästigung». Die «Bettler» sagen dann zwar, selbst mit einem riesigen Overhead, total unökologischen Fötzel-Kampagnen und ekelhaft aufdringlichen Standaktions- oder Callcenter-Aufträgen würden sie noch Profite für die «Ärmsten der Armen» herausschlagen. Das trifft wohl zu, aber wollen Sie wirklich, dass 90% Ihrer Spenden gar nicht zu diesen Armen gehen, nur weil sich die Hilfswerke auf den Füssen herumstehen? Das kommt uns irgendwie bekannt vor. Richtig: Vom Steuerwettbewerb der Kantone und Gemei

Einwurf 22: Kulturelle Diversität

«Sie sind anders als wir». «Sie finden Kopftücher schön und sie fühlen sich darunter viel sicherer». «Ihre Chromosomen sind auf Intoleranz programmiert». «Die liegen immer bloss faul herum»…. Ja vielleicht, aber es gibt universelle Grundwerte, an denen keiner vorbeikommt. Eine Afrikanerin, die in den dort nie enden wollenden Bürgerkriegen brutal vergewaltigt und darnach wie eine Aussätzige ausgestossen wird, wird nie und nimmer sagen, das sei ein vergnüglicher lokaler Brauch. Lawrence Harrison («Culture matters») schreibt, diesen sechs «Behauptungen» würde die «überwältigende Mehrheit aller Menschen» zustimmen: Leben ist besser als Tod Gesundheit ist besser als Krankheit Freiheit ist besser

Einwurf 21: Sportlehre

Vom Sport lernen? Ja, das kann man: Wie man andere betrügt und wie man von anderen betrogen wird. Auch zur Korruption und zur Abzockerei liefert der Sport herausragende Fallstudien. Die bevorstehende Olympiade macht keine Freude. Wir werden erstmals keinen einzigen olympischen Wettkampf mehr am Fernsehkasten mitverfolgen.

Einwurf 20: Hollywoodsex

Hollywoodsex ist gar kein Sex: Fantasielos, überhaupt nie oral, viel zu schnell und meistens bloss gestöhnt. Wer will dieses dumme Zeug eigentlich anschauen? Es ist ja nur peinlich.

Einwurf 19: Psychologielektion

Wissen Sie, was Psychosen, Projektionen und paranoide Schizophrenien sind? Falls nicht, dann müssen Sie keinen langfädigen Psychologieprofessor fragen - eine Stunde SVP-Versammlung genügt und Sie haben alles verstanden.

Einwurf 18: Hitler-Stalin 21

1939 hatten wir den Hitler-Stalin-Pakt. Die Herren haben sich dort die lästigen Osteuropäer untereinander aufgeteilt. 2018 haben wir eine Neuauflage, diesmal einfach mehr von der Mafia gelenkt als vom Faschismus. Die Rolle der Deutschen spielen die Amerikaner. Sie werden von den Briten sekundiert, die Russen von den Osteuropäern (!), und der Gegner ist die Kern-EU. Darnach müsste Frankreich den Amerikanern zufallen und Deutschland den Russen; der Rest wäre Verhandlungsmasse. Mal schauen, wie das nun wirklich rauskommt.

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