Einwurf 211: Die Erpressungsmaschine III


Wir haben im Januar die Erpressungsmaschine vorgestellt, welche mit ihren «Massengiften» Reformbestrebungen abwürgt (Einwürfe 194 und 197). Dabei haben wir schon fast sträflich unterschlagen, dass das wohl grösste Gift dieser Maschine aus dem Allzeit-Unwort «Kontraproduktiv» besteht.

Der Ausdruck ist besonders perfid, weil er eine Art wohlwollendes Zureden («das Anliegen ist an sich berechtigt») mit der Unterstellung verknüpft, der Gegner sei so dumm, dass er nicht einmal merkt, wie er sich und seine Ziele selber kaputt macht.

Gewiss ist die Welt voller Übertreibungen, und auch der Hang zum Masochismus ist ja geradezu «Mainstream». Das Allzeit-Unwort wird mitunter sogar von Reformkräften selbst benützt, denn es kommt ganz allgemein viel zu schnell hoch. Gleichzeitig weiss man jedoch seit Jahrhunderten, dass gesellschaftliche Reformen nie eine Chance haben, wenn man von vornherein auf Lärm und Risiko verzichtet. Für diese Reformen braucht es eben beides: Solide Grundlagenarbeit und forsche Stosstrupps. Das lehren uns die Erfahrungen mit der Reformation, der französischen Revolution und dem Marxismus, auch wenn der (zumindest in seinem ersten Anlauf) gescheitert ist. Man kann hier auch auf Gandhi oder Mandela zeigen. Sogar anfängliche Prozessrückschläge sind gut, denn sie halten die handlungsbedürftigen Themen sicher besser auf den Agenden, als wenn man sich beschämt versteckt. Wer zu brav ist, darf sich nicht wundern, wenn bald nur noch unethische Lösungsvorschläge auf den Tischen liegen.

Letztlich bringt eine so genannt «verantwortungsethisch produktive», auf faule Kompromisse ausgerichtete Anbiederungsstrategie nichts ausser Erosion und Korruption, also genau die «Farm der Tiere», aus der das «Kontraproduktiv-Gift» versprüht wird. Auch auf diesen Farmen wird immer gerne behauptet, «die bisherige Ordnung habe sich bewährt». «Es geht nicht an….» «Das kann es nicht sein…» Punkt Schluss, Maul zu!

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