WPK-BLOG

„Die Welt muss Seele haben“

31.05.2020

Dank der reformierten Kirche, dem Unispital Zürich, der Credit Suisse und der Schoggifabrik Läderach wissen wir jetzt endlich haargenau, was in den Führungsseminaren gelernt wird und wozu das Managercoaching dient. Das Stichwort ist «Teamsolidarität», und zwar gerade dann, wenn schwerwiegende Positionsunterschiede in der Luft liegen. Denn wenn jeder eine Extratour fährt und vor allem wenn man sich dabei noch gegenseitig öffentlich kritisiert, dann ist das Image des Unternehmens und damit auch dasjenige jeder einzelnen Führungskraft kaputt. Für kriminell veranlagte Typen ist das natürlich eine sehr gute Botschaft, und von dieser Veranlagung braucht man ja schon ein paar grössere Brocken, wenn man über andere herrschen will. (Man sagt dem zwar nicht so, sondern man «stellt sich zur Verfügung, um Verantwortung zu übernehmen».) Damit können sie sich nun nämlich ohne jedes Risiko so ziemlich alles erlauben, was Gott verboten hat. Die Teamkollegen wissen entweder gar nichts davon, oder wenn...

28.05.2020

Dem Bundesbeamten Koch wird vorgeworfen, seine Krisenmanagementmacht sei zu gross (gewesen). Gut, dann sagen wir im Hinblick auf eine allfällige «zweite Welle» jetzt schon, wer es besser kann: Thomas Aeschi und Roger Köppel. Demokratisch legitimiert, fachlich kompetent, juristisch geschult, medial versiert und charakterlich integer: Das absolute Dreamteam. Die Herren Trump, Bolsonaro, Putin und Orban jedenfalls nähmen sie wohl per Handschlag und für Millionenhonorare.  

28.05.2020

Viele sagen, auch nach der Coronakrise würden alle (grossen und kleinen) Egoschweine wieder genau gleich rücksichtslos wüten wie vorher. Das habe man schon nach der Finanzkrise beobachten können: Lernwille null, Lernfähigkeit null, Lerneffekt null. Dazu die üblichen Sprüche von der Sorte: «Umweltschutz? – ein Luxusfimmel, Sozialethik? – alles bloss Kommunismus, Kultur? – völlig nutzlos.»  

Vielleicht haben sie (leider) sogar Recht. Trotzdem weigern wir uns auch jetzt wieder standhaft, von vornherein auf Pessimismus zu schalten. Ein Leben ohne Hoffnungen ist nicht lustig. Selbst wenn diese Hoffnungen regelmässig zerschlagen werden: So ein trübselig-trauriges Leben tun wir uns und unserer Umgebung nicht an, vor allem nicht freiwillig. Vielleicht sind wir deswegen ja einfach nur blöd, aber das ist uns, ehrlich gesagt, total wurscht.   

25.05.2020

Es heisst, die Frauen gehörten zu den Hauptleidtragenden der Coronakrise. Wie halt bei allen Krisen. Als Working Poor neben Homeoffice und Homeschooling noch zu den Hunden und Katzen schauen, die Eltern aufmöbeln und den Ehemann aushalten: Das ist tödlich. Besonders der Ehemann, heisst es, sei eine riesige Belastung: Faul, mürrisch, gelegentlich aggressiv und im schlimmsten Fall sogar gewalttätig. Wahrscheinlich auch wieder wegen Gendefekten, die man mit moderner Medizin nun eigentlich wegkorrigieren müsste.   

Andererseits gibt es, damit zusammenhängend, viele Männer, deren Ehefrauen immer und überall alles besser wissen, und zwar nicht zu 99,9, sondern zu 100,0 Prozent. In den engen Räumen des Corona-Lockdowns ist auch das nicht wahnsinnig romantisch. Vielleicht ist die Perfektionssucht ebenfalls auf einen Gendefekt zurückzuführen.   

25.05.2020

Leider muss die Polizei nun das erzwingen, was sich Vernunftmenschen schon lange erträumen: Massenzusammenrottungen verunmöglichen.  

Der humane Fortschritt liegt im solidarischen Individualismus. Ohne ferngesteuert gleichgeschaltete NSDAP-, KPdSU-, Facebook- und Twitter-Massen hat der Totalitarismus keine Chance. Selbst wenn Bayern München ein Tor macht, höre ich Auschwitz. (Nicht wegen dem Jubel der Zuschauer, sondern wegen dem Geschrei aus dem Stadionlautsprecher.)   

Wer den Urbanismus und die Dezentralisierung gegeneinander ausspielt, muss noch lernen, dass Freiheit immer weniger mit der Verfügung über Landmassen korreliert. Das ginge heute schon rein demografisch nicht mehr.

20.05.2020

Dass der Trump-Deal mit Israel nichts wert ist, wusste man ja schon, bevor es ihn überhaupt gab. Nun haben die Palästinenser sämtliche Abkommen mit den USA und Israel gekündigt. Ob sie sich das auch leisten können, ist zwar nicht so sicher. Entscheidend ist aber die Erkenntnis, dass ein «dauerhafter Friede» absolut unmöglich ist, wenn sich eine der Hauptparteien von Beginn weg überdeutlich davon distanziert.   

Das forsche Vorgehen von Netanyahu und Co. erinnert an das Münchner Abkommen von 1938. Wenn die USA und Israel ihre Annexionsstrategie im bisherigen Stil und Takt weiterführen, werden wir es früher oder später auch in Palästina mit Konzentrationslagern und Massenerschiessungen zu tun haben. 

Unterdessen können es sich die Europäer ja überlegen, ob sie mit den USA und Israel weiterhin Zusammenarbeitsverträge abschliessen sollen.

19.05.2020

Die USA verlassen eine internationale Organisation nach der andern und wollen sich auch immer weniger an multilateralen Abkommen beteiligen. Auf den ersten Blick ist das zwar ärgerlich (unsolidarisch), auf den zweiten jedoch gerade recht so. Die Institutionen und ihre Programme haben dann zwar weniger Geld, dafür werden sie ohne diese einfältigen Trumpmarionetten viel besser, und das ist schliesslich die Hauptsache. Das Twitterproletariat muss jetzt ohnehin erst mal die Sauereien aufräumen, die es im eigenen Land veranstaltet hat. Sofern es das überhaupt kann.

18.05.2020

Kürzlich haben wir uns «coronabedingt» mal wieder «Barry Lyndon» reingezogen, ein «Gesamtkunstwerk» von Stanley Kubrick, zu dem man im Gegensatz zu vielen mittlerweile «peinlichen» Filmen von Fellini oder von der «Nouvelle Vague» auch heute noch voll stehen kann. Schon bei der Première in London hatte uns die geballte Wucht von Geschichte, Literatur, Kunst und Musik in Trance versetzt. Dabei wird die tragische Biografie des irischen Junkers schnörkellos unkompliziert erzählt, also ohne diese psychotischen zeitlichen und örtlichen Verschachtelungen, welche in den Romanen unserer KI-Epoche immer häufiger zur Pflicht zu gehören scheinen. Für einfache Gemüter wie die unsrigen ist das nichts, oder eben bloss eine ärgerliche Mode, die auch in zahlreichen Filmdrehbüchern nun sklavisch nachgeäfft wird. Als würden wir nicht schon durch ein Chaos von unterschiedlichen, irgendwie miteinander verknüpften «Handlungssträngen» überfordert. In der Odyssee oder bei Wagner hätten wir die abrupten Zeit-O...

18.05.2020

Der Bilateralismus der Schweiz mit der EU hält sich hartnäckig als «Königsweg», dabei war er schon von Beginn weg nichts anderes als ein «Bettlerpfuhl». Nur hat sich nie einer getraut, das offen zu sagen.   

Seit einem halben Jahrhundert verwehrt uns die Nichtmitgliedschaft in der EU und ihrer Vorläuferinnen fundamentale Mitbestimmungsrechte in absolut lebenswichtigen Geschäften. Dazu kommen erhebliche Wohlstandsverluste wegen all den Bürokratie- und Transaktionskosten, die der unvollständigen, bruchstückartigen und unübersichtlichen Teilnahme am gemeinsamen europäischen Markt geschuldet sind. Auch der nie enden wollende Zusammenarbeits-Verhandlungsmarathon ist nicht unbedingt eine «Renditeperle»….      

Eine «Mitgliedschaft ohne Mitbestimmung» haben wir natürlich sehr wohl. Das merkt man vor allem beim Euro und bei Schengen, wo man den Kurs der EU geradezu sklavisch nachvollzieht (nachvollziehen muss). Wer das abstreitet, der lügt. Auch die Beamtenpflicht, jede...

18.05.2020

Den einen gehen die Coronaregime-Lockerungen «zu weit», den anderen «zu wenig weit». Sie tönen damit genau gleich wie die notorisch korrupten, Programmchaos und Reformstau veranstaltenden parlamentarischen Parteiaffen, und sie werden von denen denn auch lebhaft sekundiert. Zusammen mit vielen anderen demonstrieren sie mittlerweile jede Woche gegen die «Diktatur der Exekutive». Lustig ist dabei, dass jene Parlamentarier, die das meiste Öl ins Feuer giessen, ohne zu zögern sofort in diese Exekutive einziehen würden. Weniger lustig ist das Demonstranten-Gemenge, denn aus der Gelbwestenanarchie haben wir gelernt, dass in derart heterogenen Suppen eher früher als später die «schwarzen Blöcke» der Neonazis das Kommando übernehmen. Verwüstete Strassenzeilen wie in Paris können uns aber gestohlen bleiben. Die Polizei handelt also richtig, wenn sie unter dem Coronaregime unerlaubte Demonstrationen konsequent auflöst. Wer dagegen etwas zu motzen hat, soll das über die Medien machen. YouTube, Twi...

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