Einwurf 305: Caster Semenya


Weil wir dieses Jahr keine Olympiade haben, gibt es nun auch keine Caster-Semenya-Diskussionen. Es heisst, ihre «Männlichkeit» benachteilige ihre Mitstreiterinnen, und deswegen findet seit mehreren Jahren schon ein riesiges medizinjuristisches Affentheater statt. Aber ihre Konkurrentinnen sollen nicht so blöd tun, zumal sich ohnehin jede Zweite illegal dopt. Abgesehen davon sind ja eh alle anders: Die eine misst 190 cm, die andere 150, der BMI schwankt zwischen 18 und 28, ähnlich die Waist-to-Hip-Ratio. Die eine ist asexuell, die andere hat schon zwei Kinder, die eine war noch nie krank, die andere ist das ständig, die eine lacht viel, die andere heult viel und eine dritte macht gleich beides gleichzeitig. Es gibt Europäerinnen, Japanerinnen, Inderinnen, Afrikanerinnen, Mexikanerinnen, wir haben Naturtalente und Trainingswahnsinnige, Kluge und Blöde, Schöne und Hässliche, Sympathieträgerinnen und Nervensägen usw.

«Der langen Rede….»: Entweder bleibt man diskussions- und vorbehaltslos beim Status quo (Männer- und Frauenwettbewerbe) oder man führt für ein Drittel aller Sportler/innen eine «gemischte» Kategorie ein. In diesem Fall müsste man aber alle Athletinnen und Athleten darnach testen, wie männlich resp. weiblich sie sind.

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