Einwurf 360: Zweite Welle, Newsletter II

Aktualisiert: vor 7 Tagen


Das Showbusiness läuft Amok und verlangt Anerkennung als «lebenswichtiges Kulturgut». Naja, sagen wir es so: Die Grenzen sind fliessend, seien wir grosszügig, auch mit den Sportvereinen. Aber wenn sie die Staatskassen mit Fantasielöhnen belasten, hört der Spass auf. Auf Deutsch: Der Maximaljahreslohn aller Angestellten aller Funktionen beträgt CHF 100'000, wenn nicht, dann gibt es keinen Cent.

Dass man auch ohne (Stadion-)Publikum spielen kann, wissen wir nun sehr gut. Die «Geisterspiele» sind sogar besser, denn da geht es nur noch um den Ball und den Puck und nicht mehr um Pfeifkonzerte und Knallpetarden. Auch die ungebremste, massenhafte, klimaschädliche Herumfliegerei an Auswärtsspiele in allen Himmelsrichtungen müssen wir nicht mehr haben, und vom «ewigen» Messi gegen CR7 haben wir schon längst die Nase voll. Jetzt ist Güllen gegen Stinkwil angesagt. Wir verreisen schliesslich auch nicht mehr auf die Osterinsel, sondern nur noch auf den Stierenboden im Berner Oberland, wo es ebenfalls ganz schön ist.

In der Zwischenzeit sind wir nun einfach gespannt, zu erfahren, was so ein «FCZ-Shaqiri» bis jetzt verdient hat, also einer, der alle Schaltjahre vielleicht mal noch fünf Schlussminuten lang herumrennen durfte, sofern er überhaupt «im Aufgebot» war. Dito im «Verprügelungskulturgut» Eishockey .

Die Sorgen der Grossverdiener im Sport möchte ich haben. Die sollen sich mal in Beirut, in Lesbos oder in einem indischen Slum herumsehen, bevor sie von KMU und Stundenlöhnern palavern, die an ihrem Match noch ein bisschen etwas mitverdienen. Um die geht es ihnen nämlich nicht, das ist bloss Heuchelei.

Ja, die Lage ist ernst, sehr ernst. Eigentlich hilft da nur noch ein Gott vom Format eines Roger. Aber wo sind seine tröstlichen Worte? Er steht schwarz und schweiget. Auch der Engel Rafael und der Teufel Novak sind sprachlos. Sie verzichten sogar darauf, als «lebenswichtiges Kulturgut» anerkannt zu werden - wenigstens vorläufig.

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