Einwurf 362: Zweite Welle, Newsletter III


I Begriffe, Zahlen und Fakten

Anscheinend werden wir nun nicht mehr bloss «infiziert», sondern auch «infisziert». Ja klar, vom Steueramt. Denn sonst würde dieses Wort wohl nicht immer wieder verwendet. Gegen das «Schutzkonzept» hat es aber keine Chance. Da sind wir nämlich auf den himmlischen Höhen der Unwörterolympiade. Die Hauptkonkurrenten des «Schutzkonzepts» sind «Narrativ» und «Dystopie».

Das Bundesamt für Gesundheit hat eh andere Sorgen. Es muss unbedingt Todesopfer verhindern, die es gar nicht gibt, es muss die Digitalisierung vorantreiben (also dafür sorgen, dass alle immer alles schön brav «inetöggeled»), es muss sich mit Opferzahlen herumschlagen (für das Ausland nimmt man jene der Johns Hopkins University, für das Inland irgendetwas, das deutlich darunter liegt), es muss die Grundlagenforschung verbessern (also stichhaltig beweisen, dass die Infizierungen zu 80% im engsten Familienkreis stattfinden, die Infiszierungen dagegen zu 0%) und es muss das Contact Tracing quasi militärisch durchpeitschen, denn die Zukunft ist «technisch oder gar nicht».

II Politik

Corona hat bewiesen, was wir schon lange wussten: Der Föderalismus ist zur Rosinenpickerei degeneriert. Wenn die Rosinen gut schmecken, dann fressen die Steueroasen-Güllenkantönli sie auf, wenn nicht, dann schieben sie sie nach «oben» und verurteilen sie als übles Zeug aus Bern.

Im Zusammenhang mit Corona ging es ja lange noch darum, die Bergbauern nicht mit «unverhältnismässigen» Vorschriften zu belästigen. Inzwischen hat aber auch das «Land» eindrücklich bewiesen, dass es durchaus über das Zeug zum Superspreader verfügt.

Was im Wallis politisch abgeht, ist normalerweise ja schon ziemlich «talibanisch». Doch zu Beginn dieser Zweiten Welle haben sie dort nun phänomenal rasch und gut gehandelt. Im Grunde ist es gar nicht so kompliziert: Arbeit und Bildung müssen optimal funktionieren und der Rest wird sackstreng auf das «Existenzminimum» heruntergeschraubt. Am Tag nach einem Herzinfarkt gehen nicht einmal Donald Trump und Boris Johnson an ein Saufgelage in einem Swingerclub.

Das Beste, was je entschieden wurde und für immer beibehalten werden sollte, ist die Maskentragpflicht im öffentlichen Verkehr. Sie hat den Gestank der hemmungslosen Fresserei nämlich massiv heruntergefahren. Auch in den Kulturhäusern haben die Masken segensreiche Wirkungen: Die Choderi-Husterei in den Pausen und vor allem während den Pianissimo-Passagen fällt aus und die Chnobli-Salami-Fahne des Sitznachbarn ist ebenfalls weg. Also bitte nie mehr ein Konzert ohne Masken!

III Musik

Doch was machen die Musiker/innen jetzt? In der Ersten Welle sagten sie, sie würden das Leben mit ihren Familien geniessen. Wie schön, man ist zu Tränen gerührt. Aber sie sagten auch schnell, sie würden ihre Auftritte und ihre Kollegen schon schwer vermissen, und dafür nähmen sie gerne in Kauf, jeden zweiten Tag in ein Flugzeug zu steigen. Da sind die filigranen Geigerinnen nicht besser als die beschränkten Tschütteler, auch wenn sie sich dabei «ökologische Gedanken» machen. Sicher haben sie sich ja auch schon darüber Gedanken gemacht, warum man in einem solchen Kerosin-Leben auch noch Kinder haben muss. Das alles passt nämlich nicht wahnsinnig gut zusammen.

IV Chemie

Donald Trump und Bill Gates sind sich einig: Mit Impfungen, Tests und Medikamenten wischen wir die Pandemie vom Tisch, und zwar eher noch gestern als heute, Nebenhauptwirkungen und Resistenzen hin oder her. Auf ein Pilleli, Sprützli, Pülverli und Wässerli mehr oder weniger kommt es jetzt nicht mehr an, egal ob das jetzt 4711, Sterilium, Agent Orange oder Contergan heisst. Vor diesem Hintergrund ist der Moderna-Deal gar nicht so schlecht. Aber die Geheimniskrämerei mit den Bezugsrechten und den Kosten nervt. Da ist etwas faul, und für faules Zeug lassen wir uns schon nicht gern «infiszieren». Herr Baehny ist zwar ein überdurchschnittlich guter Unternehmer, für die Pharmabranche sogar eine kleine Sensation. Nur steckt er jetzt mit seiner Walliser Fabrik plötzlich abgrundtief in einem «talibanischen Urdreck», und das wird das Moderna-Projekt zusätzlich belasten.


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