Einwurf 378: Nach der Konzernverantwortungsinitiative (KVI): Was wir nie haben werden


So hätte es mit der KVI ja auch laufen können:


1) Die alten, dummen, ländlichen, männlichen, autoversessenen Deutschschweizer und ihre kadavergehorsamen Gesinnungsgenossinnen haben gemerkt, dass man nicht immer über die Politikaversion der «Jungen» meckern und sie dann mit einer Ohrfeige abservieren kann («so nicht»), wenn sie sich endlich mal richtig ins Zeug legen. Ihre Leitbullen, die egomanischen Abzocker in der Wirtschaft und die marktmachtgesteuerten «bürgerlichen» Politiker, ziehen deshalb die Konsequenzen. Sie hauen ab, wohin auch immer (USA, Russland, China, Indien, Saudi-Arabien, Israel, Brasilien, Australien….), oder sie bekennen sich unverzüglich und bedingungslos zum Systemwechsel, der von der «KVI-Bewegung» und insbesondere von den vielen Vertreterinnen des «nicht-kriminellen Geschlechts» nun eingefordert wird. («Alle Menschen werden Schwestern».) Und das nicht nur in der Unternehmensführung, sondern auf sämtlichen offenen Grossbaustellen (Europäische Union, Migration/Integration, Klima/Umwelt, Steuern/Subventionen, Gleichstellung, Gesundheit/Sozialversicherungen, Kultur/Bildung/Medien, Raumplanung/Hochbau/Verkehr, Sicherheit.…). Alles andere wäre nämlich bloss noch trumpistischer Kindergarten. (Das isch döt wo die grosse Bubeli täubele tüend.)

2) Im Parlament haben sie gemerkt, dass im Wüstenstaub des altehrwürdigen Ständemehrs staatspolitische Bomben heranwachsen. Es setzt nun alles daran, diese Bomben zu entschärfen. Einige gehen sogar so weit, den Ständerat abschaffen zu wollen und Kantonsfusionen voranzutreiben. Denn das ist klar: Das Ständemehr in der bisherigen Version gehört schleunigst auf den Misthaufen der Schweizer Geschichte, bevor es den Profiteuren dieses institutionellen Ballasts, den geldaristokratischen Minderheitsdiktatoren und ihren tierisch-faschistischen Zudienern noch gelingt, den Einsatz solcher Bomben zu provozieren. Das wäre auch in deren eigenem Interesse, denn wenn volksfremde Herren hierzulande nicht rechtzeitig spuren, dann wird im «Antifa-Stil» von Wilhelm Tell abgerechnet. Das mag man vielleicht verurteilen, aber niemand wird als Terrorist geboren. (Sondern frei, und wenn uns was für «Ketten» auch immer erwürgen wollen, so sprengen wir sie halt: Das ist unsere Rousseau-Lektion.)


3) Ausserdem haben sie gemerkt, dass «typenreine» direkte Demokratie unter anderem auch heisst, über Volksinitiativen innerhalb höchstens eines Jahres entscheiden zu lassen, und das ohne jede Einmischung des Parlaments und der Regierung, ohne jeden Gegenvorschlag und ohne jede obligatorische Vernehmlassung. Grossflächige Meinungsmanipulation wird verboten, und die Herkunft der finanziellen Mittel, die für die restlichen Volksverblödungskampagnen dann noch gesammelt werden, ist zu hundert Prozent transparent.


Das wäre was gewesen, aber solche Szenarien werden wir wohl nie erleben, denn der «KVI-Bewegung» geht es nun systematisch an den Kragen. Darauf nehmen wir Gift; man will doch nicht jedes Jahr eine «KVI-Zitterpartie» austragen.


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