Einwurf 382: Politischer Verfolgungswahn


Die Welt rüstet auf, als hätte sie wirklich nichts Gescheiteres zu tun mit dem Geld, das da anscheinend immer noch haufenweise für den hintersten Blödsinn herumliegt. Die Aufrüstung erstreckt sich natürlich auch auf die Geheimdienste. Schliesslich hat jeder das Zeug zum Spion und zum Terroristen, wenigstens unter den Männern, und das ist nicht einmal falsch. Warum also nicht auch die Geheimdienste aufrüsten? Man ist doch nicht lebensmüde.


Nur lehrt uns aber die Erfahrung, dass die Lauschangriffe der geisteskranken Schnüffler (ein gesunder Mensch arbeitet nicht in einem Geheimdienst) immer und überall primär die eigenen Leute «erfassen» und nicht die «äusseren Feinde» aus China oder aus dem Islam. «Fichiert» werden hundsgewöhnliche Nachbarn, sie füttern schwarze Listen, beliefern «Big Data», und dann wandert das Zeug in ausländische Geheimdienstzentralen. Dabei hofft man auf Gegenleistungen, vergebens natürlich, denn eine Supermacht ist auch nicht blöd. Doch darum geht es ja eben gar nicht.


Ein zentrales Schnüffler-Prinzip lautet so: Wer dem Geldadel und seinen rechtsextremen Türenhütern kritisch gegenübersteht, ist mindestens indirekt oder implizit ein Spion und/oder unterstützt den Terrorismus. Also werden gleich alle «fichiert», mit Ausnahme von, schweizerisch betrachtet, Mitgliedern der SVP und der übrigen faschistischen Vereine, die es noch gibt. Obwohl man, wenn schon, eigentlich genau die überwachen müsste.


Das ist absurdes Theater in einer verkehrten Welt. Macht man da nämlich eine «Vollkostenrechnung», dann sind Diagnose und Therapie sofort klar: Kein Nutzen, nur Schaden, also Totalliquidation. Den Terrorismus bekämpft man bildungs-, wirtschafts- und sozialpolitisch. Verfolgungswahnsinnige Schnüffler haben da nichts zu suchen, d.h. gerade sie sind es ja, welche die ganze Sauerei aufwerten, mitbefeuern und verbreiten: Beschäftigungsprogramme für Fans von selbsterfüllten Prophezeiungen.


Die Spionageprävention läuft über offene Partnerschaften und entsprechende (nationale und internationale) Patentrechtsrevisionen. Selbst die genialste Idee ist zu mindestens 99% ein Plagiat und damit nicht nur individuelles, sondern auch kollektives Eigentum.

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