Einwurf 383: Wo die guten Leute wohnen


Spätestens nach der Abstimmung über die Konzernverantwortungsinitiative weiss man nun ziemlich genau, wo die guten und die schlechten Leute wohnen.


Ein kurzer Blick auf die Ergebniskarte genügt: Die Guten sind in der frankophonen Westschweiz ausser dem Wallis, etwas überraschend auch im Tessin und in den grossen städtischen Agglomerationen ausser in St. Gallen zu Hause. Da herrscht kulturelle Vielfalt, die Lebensqualität ist hoch, mit diesen Leuten kann man die Zukunft anpacken, hier muss man investieren.


Die Schlechten hingegen trifft man primär in der ganzen Zentralschweiz ausser der Stadt Luzern, rund um das Toggenburg und den Alpstein herum, im Oberwallis und im Oberengadin. Das sind die «talibanischen Ständemehr-Réduit-Höhlen» des raffgierigen Geldadels, seines Nazipacks von der SVP und seiner nützlichen Idioten von der «Neuen Mitte». Wer die Europäische Union hasst, für den Abbau des Sozialstaats ist und die Umweltzerstörung grossartig findet, bedient sich mit Vorteil in diesen Territorien. Da glauben sie noch an Allah, Donald Trump, Dorfkönige, Skirennen, Steueroasen und Volksverblödung. Nachhaltig ist das zwar nicht, jeder einigermassen integre und luzide Historiker kann das schwarz auf weiss beweisen, aber darum ist es dem Geldadel und seinem Lumpenvolk ja gar nie gegangen.


Wer ideologisch bei Wilhelm Tell oder bei John Locke stecken geblieben ist, hat im 21. Jahrhundert nichts mehr mit einem Freiheitshelden oder einem Musterdemokraten am Hut, ganz im Gegenteil.



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