Einwurf 393: Fiat Lux im Weltfussball


Grosse Aufregung jetzt um das Superligaprojekt von Agnelli und Co. Aggressive Hooligans verbünden sich mit korrupten Sauställen (UEFA und FIFA) gegen Casinokapitalisten und totalitäre Herrschaften. Das Spektakel übertrifft schier jenes eines WM-Finals.


Dabei ist das Projekt nichts als konsequent. Es setzt einen profilierten Schlusspunkt zu einer Entwicklung, die eh schon im Gang ist. Auch die Champions League ist bereits eine geschlossene Gesellschaft, und in den nationalen Meisterschaften sind immer die gleichen Clubs vorn (Bayern, Real, PSG, Juve usw.; auch in Österreich, in Tschechien und in der Schweiz kennt man das). Gähn! Höchste Zeit also, diese Monstren «wegzubefördern» und allen anderen wieder den «Normalbetrieb» zu verschaffen, den sie verdienen.


Die Nervosität der Verbände beweist, dass EM und WM durch die Superliga bzw. -ligen entwertet würden, und das ist auch richtig. Denn so sind die Titel nicht mehr an den Pass gebunden, auch ein herausragender Spieler aus Äquatorialguinea kann endlich Weltmeister werden, und es muss da auch nicht mehr getrickst werden. (Schauen Sie sich mal die französische «Nationalmannschaft» genau an.) Die Kritiker heulen jetzt natürlich, statt des Passes werde nur noch das Geld matchentscheidend sein. Aber erstens ist auch das jetzt schon so und zweitens bietet gerade diese geplante Superliga eine einmalige Neuregulierungs-Chance.


Die müsste aber rechtlich verbindlich und sanktionsmächtig beschlossen werden und alle Sportarten erfassen: Formel I, Mr. Bündchen, die Tennis-Werbepuppen etc. Am besten schafft man in diesem Zusammenhang gleich die grossen Sportverbände ab und integriert sie in die demokratisch kontrollierten öffentlichen Verwaltungen und die von diesen bestückten zwischenstaatlichen Organisationen.


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