Einwurf 403: Der Fenstersturz von Teheran


In Teheran ist eine Schweizer Diplomatin umgekommen. Dem Vernehmen nach ist sie aus einem Fenster ihres Wohnblocks gestürzt, aber auch das ist nicht sicher. Die Vertuschungsmanöver sind in vollem Gang, und das überrascht ja wohl niemanden.


Sicher war es kein Selbstmord. Gestandene Schweizer Diplomatinnen machen so etwas nicht. Ein Unfall ist möglich, aber eher unwahrscheinlich. Aus einem Fenster eines modernen Wohnblocks stürzt man nicht einfach so; da hat es Geländer. (Diplomaten wohnen nicht in einer «Drittweltruine»; am ehesten noch hat sie etwas gereinigt oder repariert.)


Ein Beziehungsdelikt vielleicht? Jedenfalls scheinen die Frau oder die Werte, die sie vertritt, irgendjemandem nicht gepasst zu haben. Der schnellste Gedanke: Es war ein Mullahterrorist, denn von denen gibt es dort ja in Massen.


Wir sind da etwas kritischer und sagen, solange nicht das Gegenteil bewiesen ist, ist der Mossad in der Schuld. Dass Israel im Iran und in den mit dem Iran verbündeten Ländern und Regionen gerne Sauereien veranstaltet, ist bekannt. Die Israeli hassen die Perser zutiefst. Warum das so ist, wissen die Götter allein. Dagegen weiss jedes Kind, dass der Mossad eine der mächtigsten Verbrecher- und Killerorganisationen der Welt ist. Und das natürlich nicht zuletzt deshalb, weil man ihn unbehelligt wüten lässt. Denn er gehört zu Israel, und Israel kritisieren heisst Holocaust leugnen und Hitler verehren. Das ist (inoffizielle) Staatsdoktrin.


Diese Staatsdoktrin ist eine erzmanichäische skandalöse Erpressung, was wir hier problemlos publizieren dürfen. Denn unsere antifaschistische und antirassistische Haltung ist seit Jahrzehnten absolut kompromisslos. Das kann Schwarz auf Weiss bewiesen werden, hundertfach, und sie gilt überall, also auch gegenüber israelischen Faschisten und Rassisten.


In diesem Sinn freuen wir uns natürlich auch zu erfahren, dass die Diplomatin doch nicht vom Mossad ermordet wurde. Für das schweizerische Aussenministerium wäre die Variante «Herzinfarkt bei der Tomatenernte» wohl die am wenigsten unangenehme.

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