Einwurf 469: Auf der Intensivstation


Als die Coronaansteckungen wieder anzogen, tauchte die Frage auf, ob man Ungeimpften die Aufnahme in die Intensivstation verweigern soll. Sie hätten sich schliesslich verantwortungslos aufgeführt und würden dringende Operationen von anderen Patienten verunmöglichen. Die Frage liegt durchaus auf der Hand, zumal mittlerweile ein geradezu mathematisches Gesetz herrscht, wonach die Intensität der Impfgegnerschaft mit der Intensität der Faschismusanfälligkeit korreliert.


Trotz des gesunden Instinkts, den Nazis die rote Karte zu zeigen, sollte man davon absehen, Kranke gegeneinander auszuspielen. Das verbietet ja schon der hippokratische Eid, und auch andere schwere Krankheiten (und Unfälle sowieso) sind meistens auf irgendeinen unvernünftigen Lebenswandel zurückzuführen. Die genetische Veranlagung ist zwar nicht bei allen gleich, aber heute wissen alle, wie man sich verhalten muss, um seine Organe zu schonen und Krebsgeschwüren vorzubeugen.


Selbstverständlich kann man dieses Wissen ignorieren, wenn man sich unbedingt selber schaden will. Auch von daher braucht es keine roten Karten von den Antifaschisten – letztlich erledigt sich das Problem von allein.

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