Einwurf 514: Korrekt geflohen

Aktualisiert: 15. Jan.


(Fortsetzung von Einwurf 479)


In den Köpfen von Bedenken tragenden Fachleuten ist das Wort «Flüchtling» unter die Gürtellinie gesunken. Darum werden nun Ersatzwörter verwendet. Die Poleposition belegen derzeit die «Geflüchteten». Doch weil das nach «Verfluchten» und nach «Gezüchteten» riecht, hat man auch schon zu den «Geflohenen» gegriffen. Das Problem hier sind aber die Flöhe.


Mein Grossvater (1894-1966) hat in einem seiner Bücher von «Fliehenden» geschrieben. Er war zwar ein bisschen ein Tyrann alter Schule, aber auf der sprachlichen Ebene erscheint er nun plötzlich postmodern. Bis jetzt ist mir jedenfalls nichts eingefallen, was «Fliehende» beleidigen könnte. Dass die «Flieger» hoffnungslose Thrombosenköche, Höllenlärmveranstalter und Klimadreckschleudern sind, ist noch längst nicht bei allen angekommen, und gegen «Überfliegende» aus Vanuatu oder aus Äquatorialguinea dürften auch die Bedenken tragenden Fachleute nichts einzuwenden haben.

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