Einwurf 546: Ein Weltentwicklungsalgorithmus


Kennen Sie das UNDP? Das ist die UNO-Agentur, welche eigentlich dazu da wäre, den unterentwickelten Ländern so unter die Arme zu greifen, dass sie eines Tages eben nicht mehr unterentwickelt sind. Solche «Aufstreber» gibt es ja durchaus, aber ob das UNDP dabei eine tragende Rolle gespielt hat, darf problemlos bezweifelt werden. Im Grunde ist es ja überall so, dass sich ein Land nur dann dauerhaft aus der Armut und der Unfreiheit bewegt, wenn es sein Schicksal selber in die Hand nimmt statt sich auf andere zu verlassen (die oft genug bloss krumme Geschäfte im Kopf haben).


Als Think Tank hat das UNDP immerhin den «Human Development Index» lanciert, ein Instrument, das sich wohltuend von der totalitären BIP-Religion abhebt und zumindest halbwegs versucht, mehr Lebensqualität in die Länderrangliste hineinzubuttern. Hier könnte man nun weiterfahren und einen Weltentwicklungsalgorithmus erfinden. Der würde jeder Nation genau das Programm hinzaubern, das es braucht, um sich aus den Tabellenenden der Ranglisten zu verabschieden. (Dazu zählen wir auch jene über Freiheit, Demokratie, Korruption und Kriminalität.) Das wäre doch endlich einmal eine sinnvolle Aufgabe für die Hohepriester der künstlichen Intelligenz und der fantastischen technologischen Revolutionen. Statt an Maschinenmenschen, Marsmetropolen und (kommerziellen, ideologischen oder militärischen) Cyberangriffen herumzubasteln. Einfach so zur Abwechslung.

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