Einwurf 580: Das Elend der Verschwendung

Aktualisiert: 25. Juli


Mit der Teuerung ist auch der Food Waste wieder gross im Diskussionsgeschäft, völlig zu Recht natürlich, vor allem auch in armen Ländern und Regionen. Dort ist er ja mindestens so hoch wie bei uns, denn damit werden auch Macht und Reichtum demonstriert. Die durch den Ukrainekrieg verursachten Engpässe sind da genau der richtige «heilsame Schock». Das Hauptproblem: Um die Bäuche trotzdem zu füllen, wird auf angelsächsischen Junk umgestellt, und das tut der Gesundheit gar nicht gut.


Bei den anderen Energiequellen sieht es nicht viel besser aus. Man könnte ja problemlos mit 20 Grad Raumtemperatur überwintern, den Stromverbrauch um 20% senken, endlich aufhören, mit dem Auto und dem Töff blödsinnig in der Gegend herumzufurzen oder für Flüge doppelt so viel bezahlen wie bisher. (Fliegen ist kein Menschenrecht; es muss nicht jeder mit Musk auf den Mars.) Stattdessen sollen jetzt aber einfach Atom- und Kohlekraftwerke wieder hochgefahren werden, und das russische Gas ersetzt man durch ein anderes, das mitunter noch viel krimineller ist. Das Hauptproblem: Wer Energie spart, wird als Misanthrop denunziert, der anderen Menschen die Lebensfreude verdirbt. Rücksichtslos ist also nicht der Verschwender, sondern derjenige, der sich gegen die Verschwendung einsetzt. Der Trick funktioniert ausgezeichnet, vor allem wenn man ihn noch mit der «Energieeffizienz» von «technologischen Revolutionen» überklebt. Wohl sinkt so der Energieverbrauch pro «Gerät» vielleicht um sagen wir 50%, doch das nützt überhaupt nichts, wenn in der Folge doppelt so viele «Geräte» hergestellt und konsumiert werden. (Das ist wie wenn einer plötzlich jeden Tag zwei Stunden lang Sport macht und nachher einfach viermal so viel isst wie vorher.)

Vom Medi Waste spricht derzeit noch fast niemand, dabei ist der wahrscheinlich der schlimmste von allen. Wir behaupten mal spontan, das Sparpotenzial liege hier bei über 50%. Es gibt nämlich kein Gesetz, wonach man nach jedem Arztbesuch mit Tonnen von Pillen und Tropfen und einer Lawine von «Rezepten» nach Hause bzw. in die nächste Apotheke rennen und nach ein paar Monaten das meist ungebrauchte Zeug wieder fortschmeissen muss. Hier wären die Staaten und ihre internationalen Organisationen eigentlich in der Pflicht, massiv eingreifen, denn vom pharmazeutisch-industriellen Komplex ist nie etwas zu erwarten. Der rechtfertigt seine Abzocke seit Jahrzehnten stur mit hohen Entwicklungskosten von Produkten, welche am Ende des Tages oft nicht einmal marktfähig sind. Dass man die echt marktfähigen zu niedrigen Preisen und in kleinen Portionen armen Menschen verkaufen könnte, welche sie wirklich brauchen (also nicht für Schönheits- bzw. Entstellungsoperationen), ist für ihn kein Thema. Das Hauptproblem: Die Politiker sind erpressbar («Arbeitsplätze», «Steuern») und korrupt. Die «Diktatoren» sind es unverblümt direkt, die «Demokraten» etwas diskreter um sieben Ecken (Mandate, Verbände, Parteien, Parlamente und so weiter).


Kommen wir da endlich raus?

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