Einwurf 593: Der Hass auf den Westen


Der «Hass auf den Westen» hat sich zu einem absoluten Top-Thema durchgetankt. Wegweisend dafür waren unter vielen anderen Jean Ziegler und Michael Lüders («Wer den Wind sät»). Und jetzt also auch Putin. D.h. der hat natürlich eher bei Ayatollah Khomeini abgekupfert, bei den Taliban, bei den IS-Terroristen oder beim Kommunismus nach chinesischer Art. Wobei es bei vielen auch eine Art «Hassliebe» ist. Denn was in den USA abgeht, möchte man vielleicht auch, nur schafft man das nicht (Gott sei es gedankt) und gibt es nicht zu (Gott sei es nicht gedankt).


Wie viele andere hat auch das Experiment Jelzin schwarz auf weiss bewiesen, dass der «Washington-Konsens», der die ganze Welt texanisch klonieren will, eine Riesenscheisse ist. Wohin die führt, weiss man spätestens jetzt in der Ukraine, die mit dem humanistischen Europa übrigens ebenso wenig zu tun hat wie Russland. Man hätte aber auch die Lektion von 9/11 ernst nehmen und jüdische Nazis wie Netanyahu ruhig dem Misthaufen der Geschichte überlassen können.


Das ist kein Plädoyer gegen universale Werte und grenzenlose Solidarität. Die pflegt man aber nicht mit einem «Hackfleisch-Monarchen» in Saudi-Arabien und einem oligarchenhörigen Dauerschwätzer in Kiew, sondern man geht mit dem guten Beispiel voran. Und sicher nicht so, wie die ewigen angelsächsischen Kriegsgurgeln, denen auch das Schicksal der eigenen Bevölkerung ganz einfach scheissegal ist. (Auch das gehört, zumindest implizit, zum «Washington-Konsens».)



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