WPK-BLOG

„Die Welt muss Seele haben“

Neue Geschichten aus dem echten Leben: Die Fortsetzung der WPK-Tetralogie in der Gestalt von Wochenblogs (bis 2017) und Einzeleinwürfen (ab 2018). Hier werden heilige Kühe geschlachtet und durch unterwerfungsresistente Paradiesvögel ersetzt: Für Leute, denen sperriges Zeug Freude macht und die mithelfen wollen, von Gesinnungsdiktatoren und ihren „nützlichen Idioten“ kultivierte Tabus in heisse (oder kalte) Luft aufzulösen. Wir übertreiben nie, sondern denken bloss dort zu Ende, wo andere längst kalte Füsse gekriegt haben.

Einwurf 162: Twitterterrorismus

Das ist mittlerweile sonnenklar: Donald Trump hetzt alle aufeinander los, damit letztlich jeder Einzelne auf ihn angewiesen ist. Darum unterhält er auf den Latrinenwegen auch ausgezeichnete Beziehungen zu jenen Schurken, welche er vordergründig als Erzfeinde bezeichnet, und alle fallen darauf herein. «Teile und herrsche» nennt man das, oder besser noch: «Twitterterrorismus». Besonders stark wirkt Trumps Spaltpilzgift jetzt in Grossbritannien. Wegen dem Brexit versinkt das Land in einem tiefen Morast und schafft es nicht mehr, sich daraus zu befreien. Dabei gibt es hier nur eine Lösung: Die Brexit-Abstimmung wiederholen. Die Leute sollen die Gelegenheit erhalten, sich die nationalistische Ver

Einwurf 161: Where is the Queen?

Aufgrund eines Gerichtsurteils dürfen die britischen Parlamentarier jetzt wieder in ihrem Unterhaus herumblöken («Nnjääää!»). Es ist ja schön, wenn die Gerichte noch wirkungsvoll für Ordnung sorgen können, doch als Boris Johnson die «Mutter aller Parlamente» in die Zwangsferien geschickt hat, war das nicht unbedingt sein schlechtester Entscheid. Diese Abgeordneten haben ja jahrelang ganz klar vordemonstriert, wie unfähig sie sind, ihr Land aus der Brexit-Kloake wieder heraus zu lotsen, wohin auch immer. Aber das hat man halt von der kindischen Parteienwirtschaft, und was in Grossbritannien jetzt vorgeht, spielt sich auch in vielen anderen Staaten ab. Man merkt es einfach nicht so schnell, es

Einwurf 160: Gleichstellung

Wissen Sie, wann die Gleichstellung von Mann und Frau wirklich erreicht ist? Wir haben da einen ganz einfachen und bestens messbaren Lösungsvorschlag: Wenn die Verurteilungsraten für egal welche Verbrechen haargenau dieselben sind (also 1 zu 1 oder je 50%). Viel Vergnügen beim Philosophieren.

Einwurf 159: Millionenbubeli

Jetzt wissen wir endlich, warum Herr Thiam und seine Kaste jedes Jahr mindestens 10 Millionen absahnen müssen. Denn die Überwachung und Verfolgung neidischer Feinde ist nicht gratis, und von denen gibt es bekanntlich Unmengen. Auch die grossen Bäume, die man seinen Nachbarn vor die Nase pflanzt, kosten viel Geld, wie überhaupt alle Rechnungen, die man seit dem Kindergarten mit sich herumschleppt. Also Eltern, schaut genau hin, wie sich euer Sohn am Sandhaufen aufführt. Früh übt sich…., denn wenn auch er einmal ein Konzernchef werden und 10 Millionen einsacken soll, dann geht das nur, indem ihm schön gezeigt wird, wie man den anderen Bubeli dort möglichst viel Dreck in die Augen schleudert.

Einwurf 158: Totaler Krieg

«Wahlkämpfer und Staatsterroristen aller Länder, vereinigt euch, hier spricht Mark Zuckerberg.» «Wollt ihr die totale Verblödung?» «Ja, ja, ja! Voll, super, geil, mega, cool, krass!» «Wollt ihr die totale Verstrahlung?» «Ja, ja, ja! Voll, super, geil, mega, cool, krass!» «Wollt ihr die totale Verfettung?» «Ja, ja, ja! Voll, super, geil, mega, cool, krass!» «Wollt ihr die totale Verkrüppelung?» «Ja, ja, ja! Voll, super, geil, mega, cool, krass!» «Wollt ihr die totale Erblindung?» «Ja, ja, ja! Voll, super, geil, mega, cool, krass!» «Wollt ihr die totale Überwachung?» «Ja, ja, ja! Voll, super, geil, mega, cool, krass!» «Wollt ihr den totalen Burnout?» «Ja, ja, ja! Voll, super, geil, mega, cool,

Einwurf 157: Respektspersonen

Früher waren alle jene, welche über viel Macht und Geld verfügten, automatisch auch Respektspersonen. Sie konnten sogar Massenmörder sein. Mit den Weltkriegen und dem Totalitarismus des 20. Jahrhunderts änderte sich das insofern, als zusehends nur noch angelsächsische Kriegsgurgeln wie Churchill oder Kennedy als Vorbilder durchgingen, und mit der 68er-Bewegung schafften es dann erstmals Widerstandsfiguren wie Mahatma Gandhi oder Martin Luther King (und später Nelson Mandela) zur Respektsperson. Heute denken wir vor allem an Freiheits- und Gerechtigkeitshelden wie Edward Snowden oder Pia Klemp, die Flüchtlingskapitänin. Wir wollen nicht, dass die ganze Welt moralisch so kaputtgeht wie sie es

Einwurf 156: Asoziale Umweltabgaben

Thema Klima: Wer nicht gerade einem totalen CVP-Wischiwaschi verfallen ist, der befasst sich jetzt primär mit Umweltabgaben. Die seien asozial, heisst es jeweils zwar schnell, denn die seien für alle gleich hoch würden so den armen Leuten praktisch das Reisen verbieten. Doch das sehen wir natürlich völlig anders, denn das ist Steinzeitideologie aus der Tourismusbranche und von anderen Profiteuren von schwachsinnigen Flügen und überflüssigen Autofahrten. Auch die Nahrungs- und Genussmittelpreise sind überall gleich und fallen im Familienbudget viel mehr ins Gewicht. Oder sollen vielleicht Käse und WC-Papier unterschiedliche Preise haben, je nach Vermögen und Einkommen der Konsumenten? Das wär

Einwurf 155: Digitalisierung

Künstliche Intelligenz und Digitalisierung in drei Sätzen: 1) Ich bin ein Roboter und kommuniziere nur noch elektronisch. 2) Ich will niemanden sehen, niemandem zuhören, niemanden riechen und vor allem niemanden berühren. 3) Just fuck yourself and buy your kids online.

Einwurf 154: Superwomen

Zweifellos werden weltweit unzählige Frauen nach wie vor benachteiligt, belästigt, geplagt und getötet, aber gleichzeitig befinden sich ebenso unzählige Frauen bereits auf der Überholspur. Sie werden von engagierten Lehrerinnen lanciert, sie sind die besseren «Schüler», sie stürmen die Hochschulen und sie erobern Kaderstellen. Nur «ganz oben» trifft man sie eher selten, aber das hat auch damit zu tun, dass sich viele von ihnen nicht mit dem (legalen und illegalen) organisierten Verbrechen auseinandersetzen wollen. (Ausser man heisst Hillary Clinton oder Ursula von der Leyen.) Es reicht ihnen völlig aus, eine «normale Superwoman» zu werden, von denen es jetzt auch immer mehr gibt. Die leben d

Einwurf 153: Unheilige Allianzen

Wenn von «unheiligen Allianzen» die Rede ist, dann befinden wir uns meistens im parlamentarischen Links-Rechts-Kindergarten. Da haben sie zum Beispiel gemeinsam ein Projekt versenkt, weil es den einen «zu weit» und den anderen «zu wenig weit» ging. Der eidgenössische Kuhhandel ist also nicht zustande gekommen. Oder die Nationalisten und die Kapitalismuskritiker verbünden sich gegen die europäische Integration, die Tierschützer wettern mit der Bauernlobby gegen billiges Fleisch aus dem «Ostblock» usw. Aber das ist folkloristischer Kitsch. Für echte «unheilige Allianzen» braucht es zwei oder mehrere Monstren, die sich so lange gegenseitig hochschaukeln, bis alles, was noch nach Freiheit und Ge

Einwurf 152: Eifersucht

Das Partnerschaftsgift Nr. 1 ist nicht das liebe Geld, sondern die Eifersucht. Wer heiraten oder sonst eine exklusive Verbindung eingehen will, ist demnach gut beraten, zuvor eine Art Eifersuchtstest durchzuführen. A prima vista mag man der Eifersucht ja noch abgewinnen, dass auch sie ein Liebesbeweis ist, etwa im Sinn von: «Du bist mir so wertvoll, dass ich eine feindliche Übernahme unter allen Umständen verhindern will». Auf die Dauer ist die Eifersucht aber eine Katastrophe. Das Liebessubjekt (oder eben -objekt) verkommt zu einem Strafgefangenen, dem jede Bewegungs- und Kommunikationsfreiheit abgewürgt wird. Unter solchen «possessionswahnsinnigen» Bedingungen ist eine respektvolle Partner

Einwurf 151: Zivildienst

Das Parlament will den Zivildienst unattraktiv machen. Aber das schafft es nicht, und erst recht nicht, wenn es die Diensttage erhöht. Denn dadurch fördert es genau das, was es eigentlich gar nicht will, was aber total gut ist, nämlich einen Zivildienst, der der Gesellschaft echt etwas bringt. Logisch: Je länger die Einsätze in den Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereichen dauern, desto professioneller werden sie. Typisch Parlament: Es will, völlig realitätsfern, eine der nachhaltigsten gesellschaftspolitischen Innovationen der jüngsten Zeit einfach wieder vernichten. Auch typisch Parlament: Wenn es um die Armee geht, verwandeln sich die grössten Marktfanatiker null Komma plötzlich in stal

Einwurf 150: Arbeitsplätze

Es gibt keine Wahlen und keine Abstimmungen, an denen die von Wirtschaftsverbänden beauftragten Parteipolitiker nicht von «Arbeitsplätzen» palavern, und wer das am besten macht, steht am Ende praktisch immer auf der Siegerseite. Dabei sind aber ein paar wesentliche Nuancen zu beachten: Nazi- und Mafiaarbeitsplätze: Das sind Jobs für waschechte Machos, zum Beispiel in der Waffen-, der Bau- und der Autoindustrie, im Rohstoffgeschäft, in der Landwirtschaft usw. Oder sonst irgendein Furz im Dunstkreis der (staatlichen und privaten) organisierten Kriminalität, wo die Umwelt, die Gesundheit, die Menschenrechte und die Bildung draufgehen. (So wie es legale und illegale Drogen gibt, gibt es auch leg

Einwurf 149: Zooäffchen

Die halbe Welt fragt sich, warum einer wie Sebastian Kurz so populär ist, dass er sich unbeschadet mit Neonazis verbünden kann. Die Antwort ist ganz einfach: Wenn ich in den Zoo gehe, will auch ich immer zuerst die kleinen Äffchen sehen. Die sind nämlich wirklich drollig, und was die dort in ihrem Gehege alles anstellen, ist mir doch völlig wurscht. Es ist ja eh ein Museum.

Einwurf 148: Organspenden

Wer nach seinem Tod seine Organe nicht spenden will, soll das schriftlich verfügen - andernfalls wird über die Organe verfügt. In diesem Sinn werden jetzt neue Gesetze aufgegleist. Verstehe ich das richtig? Muss ich dann auch noch vertraglich unterschreiben, dass ich am Leben bleiben will, damit man mich nicht nach Lust und Laune abknallen kann? Wo sind wir denn da?

Einwurf 147: Der Beethoven-Tsunami

Wer die Veranstaltungskalender der soeben angelaufenen Konzertsaison konsultiert, wird von einer Überdosis Beethoven erdrückt. Dabei ist dessen 250. Geburtstag erst im Dezember 2020. Das ist zwar nicht weiter schlimm, denn es gibt viele Komponisten, die weniger gut sind als Beethoven. Aus unserer Sicht sind das sogar alle. Die Fachwelt hingegen stellt ihn regelmässig bloss auf Platz 3 und streitet höchstens noch darüber, ob die Goldmedaille nun Bach gehöre oder Mozart. Denn die gelten als «überirdisch», «himmlisch», «göttlich» usw. Bach war sicher der beste «Architekt» von allen und Mozart hat die schönsten Melodien geliefert. Aber bei aller religiösen Ehrfurcht: Aber das reicht nicht für da

Einwurf 146: Der Businessplan der Neulehrer

Normalerweise schmücken wir uns nicht mit fremden Federn, aber bei der Kolumne, die am 4.9.2019 in den «Schaffhauser Nachrichten» (Seite 2) erschienen ist, machen wir eine Ausnahme. Wir hätten zum «Lehrplan 21» nichts Besseres schreiben können. (Solche Überlegungen muss sich schliesslich auch Platon gemacht haben, als er sich mit Sokrates befasste.) Vor allem diejenigen, die ihre Berufskarriere im pädagogischen Bereich planen und bis zur ultimativen Abholzung und Vergüselung Arbeitsblätter produzieren wollen, sollten das unbedingt gelesen haben: «Die Schaffhauser Volksschule funktioniert seit ein paar Wochen mit dem Lehrplan 21. Was niemand weiss: Bereits werden die nächsten Lehrpläne ausgeh

Einwurf 145: Die Expats und das Gymi

Die «hochqualifizierten» Expats wollen die Schweiz wieder verlassen, weil ihre Kinder hier das Gymi nicht stemmen. Das heisst auf Deutsch, dass entweder sie selber oder ihre Kinder oder alle zusammen gar nicht so «hochqualifiziert bzw. -talentiert» sind wie sie meinen. Sie haben ja nicht einmal gemerkt, dass man auch mit einer Berufsmaturität Karrieren machen kann und wahrscheinlich sogar noch lukrativere als mit Griechisch und Latein. Was sie aber sicher gemerkt haben: Hier kann man weder direkt noch über «Beziehungen» Diplome kaufen. Sie dürfen sehr gerne wieder auswandern, denn mit dieser Sorte von Expats ist es wie mit den so genannten «guten Steuerzahlern»: Es geht nicht nur ohne sie, s

Einwurf 144: Zauberformel

Viel Lärm um fast nichts vor den Parlamentswahlen, denn Erdrutsche wird es wie immer auch diesmal keine geben. Trotzdem wollen die Grünen schon jetzt der CVP den Bundesratssitz wegnehmen. Anscheinend haben sie im Moment die besseren Umfragewerte. Aber das kann sich ja wieder ändern, und überhaupt hätten wir diese kindische Diskussion gar nicht, wenn man die destruktionsversessene, klimavergiftende Blocher-SVP endlich aus dem Bundesrat aussortieren würde. Wer sagt denn, die stärkste Partei erhalte automatisch die meisten Minister? Ist das ein «religiöses Gesetz», egal ob die stärkste Partei immer faschistischer wird? Man könnte ja auch sagen, die stärkste Partei sei die «Koalition der Vernunf

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