Einwurf 254: Unternehmerisch


Es gibt Unwörter des Jahres, aber es gibt auch Unwörter des Jahrzehnts und des Jahrhunderts, Dauerunwörter. «Innovativ» ist so eines, «kontraproduktiv» ein anderes, und auch «unternehmerisch» gehört in diesen Topf.

Was «innovativ» ist, wissen wir inzwischen sehr gut, nämlich nur das, was technisch neu ist. Politische Reforminitiativen oder künstlerische Kreativitätsschübe sind nie innovativ, sondern bestenfalls utopisch und/oder verrückt.

«Kontraproduktiv» ist einfach erklärt: So benennt man alle Ideen und Aktionen, die man nicht will, obwohl man so tut, als finde man sie «grundsätzlich» gar nicht so schlecht.

Aber was ist «unternehmerisch»? Der «Duden» sagt trocken: «Einen Unternehmer betreffend, ihm gemäß, zu ihm gehörend». Wir wollen da etwas «empirischer» sein. Demnach ist «unternehmerisch» vor allem «regulationsavers», d.h. die optimalen «Rahmenbedingungen» (auch so ein fürchterliches Unwort) sind: Keine Steuern, keine Qualitätsnormen, keine Arbeitsgesetze, keine Umweltvorschriften, kein Wettbewerbsrecht. Es gibt da eigentlich nur ein Dilemma: Marktschutztruppen oder Wilder Westen.

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