Einwurf 335: Die Kostenoptimierung des Philosophiestudenten


Die Knacknuss des Philosophiestudenten vom Einwurf 334 ist die Kostenoptimierung. Denn ein CEO wird weder an seinen Titeln noch an seiner Philosophie gemessen, sondern daran, wie gut er mit dem Thema Kostensenkung umgehen kann. Eigentlich eine unmögliche Aufgabe, denn einerseits muss er geizig sein, andererseits darf er aber nicht den Eindruck erwecken, seine Firma sei am Abserbeln. Das heisst, dass er nur dort sparen kann, wo niemand Widerstand leistet, also bei der Sklavenarbeit in der Dritten Welt bzw. beim Einkauf von (Halb-)Produkten und -Dienstleistungen. Verboten ist das Sparen hingegen bei den «Bullshit Jobs» (von David Graeber), denn wer keine Fantasielöhne für überflüssige Stellen ausrichtet, der gilt als armutsgefährdet und wird von den «Investoren» und ihren Ratingagenturen eiskalt abgestraft. Auch die «Bullshit Worker» selber erwarten Fantasielöhne, und sei es nur als Kompensation für all den gigantischen Unsinn, den sie tagtäglich verrichten müssen, sofern es überhaupt etwas zu tun gibt. Sonst wandern sie ab, zumal ihnen auch die Ehefrau noch davonlaufen würde. (Die Frauen mit einem «Bullshit Job» sind entweder ledig oder sie haben einen Mann mit einem «Megabullshit Job».)

Kommt hinzu, dass sich die «Bullshit-Luxusindustrie» immer mehr in eine eigene Welt abschottet. Man kennt sich und schiebt sich «solidarisch» gegenseitig Aufträge zu. Wer hier ausschert, stürzt tief und bleibt definitiv unten. Im Notfall streicht man lieber Stellen oder man entlässt halt Angestellte von der «Verwaltung» («Digitalisierung»). Die mutieren dann zu faschistischen Trump- und Blocherwählern, aber mit Trump und Blocher laufen die Geschäfte ja wunderbar, auch wenn sie Idioten sind. (Oder eben gerade deswegen.) Arbeitszeitverkürzungen gelten ebenfalls als Indiz für eine leistungsschwache Firma und nicht als Instrument zu Diensten einer besseren «Work-Life-Balance».

Es gibt zwar «bescheidene Manager», die sich mit null Einkommen brüsten, aber das sind Werbegags von «Schwächlingen aus purer Not». Sobald sie (wieder) Erfolg haben, werden sie dann «überkompensieren» und geraten eher früher als später in den Sog des «Mugabe-Syndroms».

Was macht nun unser Philosophiestudent? Mit etwas Fantasie werden Sie es schnell erraten. (Die Lösung ist natürlich weder «Mugabe» noch Entlassungen.)

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