Einwurf 548: Vom Benzinpreis und anderen Preisen

Aktualisiert: 13. März


Der Benzinpreis hat in den übersättigten Gesellschaften die gleiche Funktion wie der Brotpreis in den untersättigten: Wenn er steigt, erregt er die Volkswut. Als Keinautofan und Wenigfrass bin ich davon höchstens indirekt ein bisschen betroffen. Von mir aus kann der Benzinpreis pro Liter sogar auf 5 Franken steigen. Dann hören die Leute endlich auf, sinnlos, ungesund, unökologisch und gefährlich in den Städten und in der Landschaft herumzukarren. (Wir sprechen hier nicht von der Ambulanz und der Feuerwehr.) Auch die Gas- und Strompreise dürfen sich problemlos verdreifachen. Es wird chronisch viel zu stark geheizt, und auf Elektroautos, Computerspiele, TikTok, 5G und Blockchain kann man ohne jeden Abstrich an der Lebensqualität problemlos verzichten. Und wenn die Nahrungsmittel spürbar teurer werden, dann ist auch der Food Waste vorbei. Den gibt es übrigens auch in Entwicklungsländern. Dort meinen sie, wer reich und grosszügig sei, der müsse Nahrungsmittel vergeuden. (Wir sprechen hier nicht von Leuten, die dem Tod entgegenhungern und ohnehin nicht mehr wütend werden können.)

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