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Einwurf 83: Selbstdarstellungen

16.10.2018

Sie kennen das: Man berichtet über sein Leben und macht das in erster Linie über den Beruf und die damit zusammenhängende Ausbildung. Diese Selbstverständlichkeit kommt vor allem jenen entgegen, welche anspruchsvolle Studiengänge absolvieren und populären Beschäftigungen nachgehen, wenn möglich noch in leitenden Positionen und mit hohen Einkommen. Ziemlich blöd hingegen ist sie für alle anderen, auf die das nicht zutrifft. Sie sind vielleicht Kioskverkäuferin, Hausmann, Working Poor, arbeitslos oder behindert und stehen so unter ständigem Rechtfertigungsdruck. Von der Familie und von Ferien zu erzählen, kann zwar entlastend sein, aber wenn auch hier in den Augen des Mainstreams entweder überhaupt nichts oder alles schief läuft, wird guter Rat extrem teuer.     

 

Statt sich über Geschlecht, Rasse, Alter, Nationalität, Wohnort, Familie, Ausbildung und Beruf zu definieren, empfehlen wir daher eine andere «Vorstellungsmethode». Sie läuft primär über Charaktereigenschaften. Hier sind die alten «vier Temperamente» immer noch unschlagbar. Ich selber bin zum Beispiel zu je 2/7 Choleriker, Sanguiniker und Phlegmatiker und zu 1/7 Melancholiker. Also kann ich auch sagen, ich sei ausgeglichen vielseitig und sicher mehr Optimist als Skeptiker. Oder ich leite davon ab, dass ich wohl unkompliziert, kreativ und humorvoll bin, manchmal aber auch spiessig, empfindlich und kantig (was auch so seine Vorteile hat). Wenn ich das alles mit «lebenspraktischen Beispielen» unterlege, habe ich bereits einen viertelstündigen Statusbericht im Sack. Im gleichen Zug verhindere ich, vorschnell «abgestempelt» zu werden. (Siehe dazu: «Die Identitätsfalle» von Amartya Sen).

 

Genial finde ich, wenn sich jemand über seine Wertvorstellungen und die daraus entwickelten Einzelaktivitäten definiert. Hier hilft das LGEV-Konzept vom «guten Leben» (Lernen-Gestalten-Erleben-Verwalten), denn es verschafft auch «einfachen» Konzepten Respekt. Klar landen wir so früher oder später wieder in den Berufs- und Familienschubladen (oder den modernen Alternativen dazu), aber – und das ist entscheidend - erst nachgeordnet und vor allem nicht aufgesetzt rechtfertigend, sondern natürlich überzeugend.    

 

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