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Einwurf 129: Bullshit-Investitionen

13.05.2019

Im Einwurf 125 haben wir die grossen Herausforderungen der Gegenwart aufgezählt. Vielleicht sind es sogar doppelt so viele. Wie auch immer, das ist sicher: In deren Bewältigung wird nicht investiert. Stattdessen werden IT-, Finanz- und Pharmaprodukte oder auch neue Ess- und Trinkwaren erfunden, deren Mehrwert bzw. Grenznutzen in zunehmendem Mass verschwindet und auf die negative Seite ausschlägt. Das ist vor allem dann der Fall, wenn man über das BIP hinausbilanziert, was im Kontext der genannten Herausforderungen eh unabdingbar ist (Rohstoff- und Energiebedarf, Abfallbewirtschaftung, Kollateralschäden wie Hungersnöte, Massenepidemien, Krebs- und Kreislaufkrankheiten, Demenz, soziale Unruhen, ethnische Spannungen, religiöse Auseinandersetzungen usw.). Solche Überlegungen werden aber nicht gemacht. Lieber setzt man Abermillionen von «hochtalentierten und -qualifizierten Fachkräften» mit völlig überrissenen Fantasielöhnen für irgendwelche «Bullshitjobs» (David Graeber) ein, damit sie sinnloses, überflüssiges und giftiges Zeug entwickeln. Und am anderen Ende der «Minderwertkette» kommen dann noch die (zugegebenermassen etwas weniger hochbegabten) Influencerinnen, welche über die Social Media den ganzen Scheiss verkaufen sollen.      

 

Spätestens seit den Berichten des «Club of Rome» haben kluge Leute längst gemerkt, dass das auf die Dauer zu nichts führt und Alternativmodelle der menschlichen Entwicklung vorgeschlagen. An guten Rezepten fehlt es also seit mindestens 40 Jahren nicht, aber die werden regelmässig aus irgendwelchen Gründen als undurchführbar bezeichnet. Als ob es wirklich immer Katastrophen brauche, damit die Vernunft endlich durchbrechen kann. Anders formuliert: Warum den gesunden Weg wählen, wenn auch der kranke funktioniert? Oder noch deutlicher: Warum friedlich, wenn es auch kriegerisch geht?

 

Solange die Ethik als Problem und die Technik als Lösung betrachtet werden, kommen wir hier nicht weiter. Denn wenn diese Grundeinstellung stimmen würde, wären wir schon längst im Garten Eden. Man muss sie also umkehren. 

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